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Budenzauber und einzigartige Geschichten beim Reutlinger U 12-Jugendturnier

Der »Internationale Reutlinger U12-Cup« lockte Fußballtalente namhafter Vereine in die Storlachhalle. Der Sieger war beim Nachfolge-Turnier des letztmals 2019 ausgetragenen Betzi-Cups derselbe. Welche Kicker auf sich aufmerksam machten.

Die Nachwuchs-Kicker von Eintracht Frankfurt sind der Konkurrenz einen Schritt voraus.
Die Nachwuchs-Kicker von Eintracht Frankfurt sind der Konkurrenz einen Schritt voraus. Foto: Jo Baur
Die Nachwuchs-Kicker von Eintracht Frankfurt sind der Konkurrenz einen Schritt voraus.
Foto: Jo Baur

REUTLINGEN. Zufriedene Gesichter gab's nicht nur bei den ausrichtenden Young Boys Reutlingen und dem Organisationsteam um Leiter Jörg Steinegger. Sondern auch bei den Funktionären der namhaften Vereine, deren Kinder mit Feuereifer zugange waren. Der »Internationale Reutlinger U12-Cup« war ein voller Erfolg. Als Nachfolger des 2019 letztmals ausgetragenen renommierten »Betzi-Cup« lockte das Hallenfußball-Turnier am Samstag und Sonntag den Nachwuchs von nationalen Proficlubs aus der Schweiz (FC Basel) und Österreich (Rapid Wien) in die Storlachhalle. An beiden Tagen sorgten die jungen Talente für zum Teil hochklassigen Budenzauber mit Rundum-Bande.

- Frankfurt verteidigt Titel mit Kantersieg

Ein Torfestival bekamen die Zuschauer im Finale geboten. Die U12 der Eintracht aus Frankfurt bot nicht weniger Spektakel als die große Schwester in der Bundesliga. Gerade mal zehn Sekunden waren gespielt, als die Hessen mit 1:0 in Führung gingen. Nach weiteren 10 Sekunden stand es bereits 2:0. Finalgegner Karlsruher SC war mit dem aggressiven Anlaufen und den blitzschnellen Kombinationen sichtlich überfordert. Am Ende war es ein Klassenunterschied. Die Hessen fegten den Kontrahenten mit 6:1 aus der Halle und verteidigten damit den Titel, den sich der Club beim letzten Cup im Jahr 2019 gesichert hatte. Damals schoss Bayern-Juwel Lennart Karl den Club mit zwei Toren im Finale zum Sieg.

- Glücklicher Macher

Jörg Steinegger wuselte im Dauerschritt durch die Halle. Nach fünfjähriger Pause hatte der Cheforganisator alle Hände voll zu tun. Hier galt es Dinge zu koordinieren, dort kurzfristige Ausfälle aufzufangen und zu improvisieren. Von all dem bekamen die Fans nichts mit. Dank des Engagements der fleißigen Helfer - rund 50 Eltern der Young Boys waren im Einsatz - ging der Reutlinger U 12-Cup reibungslos über die Bühne. Trotz »sehr langer Tage« war Steinegger dementsprechend glücklich: »Die Veranstaltung ist ein Erfolg«, betonte er und berichtete über positive Rückmeldungen von allen Seiten. Einer Neu-Auflage am ersten Adventwochenende 2026 steht damit nichts im Wege. Durch den gelungenen Re-Start des Fußball-Spektakels lebt auch sein großer Traum: Ein Mal will er die Nachwuchs-Kicker des FC Barcelona in Reutlingen begrüßen.

- Traumtor vom Mainz-Keeper

Bei der letzten Auflage des Vorgänger-Turniers in Betzingen machte Lennart Karl als damaliger Goalgetter von Eintracht Frankfurt auf sich aufmerksam, diesmal sorgte ein Torwart für Aufsehen – allerdings nicht nur mit Paraden. Der 11-jährige Antony Jahn vom FSV Mainz 05 stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass er weiß, worauf es im modernen Fußball als Schlussmann ankommt: ein feines Füßchen. Der Kapitän dribbelte immer wieder mutig nach vorne und spielte clevere Pässe in die Tiefe. Oder er zog einfach mal selbst ab. Im Spiel um Platz drei gegen die TSG Hoffenheim knallte Jahn den Ball mit einem satten Schuss von der Mittellinie in den Winkel. Es war bereits sein zweiter Treffer des Turniers - und der 1:2-Anschluss für seine Mannschaft, die sich später im Neunmeterschießen erfolgreich Rang drei sicherte.

- Fußball kennt keine Sprachbarrieren

Sonil Zeka ist erst vor drei Monaten aus Albanien nach Deutschland gekommen. Sprachprobleme hatte der Schiedsrichter keine, obwohl der studierte Lehrer, der in seiner neuen Heimat aktuell als Kindergärtner arbeitet, noch kaum ein Wort Deutsch kann. In Albanien hatte Zeka Spiele bis hoch zur 1. Liga geschiedst. »Solche Jugendturniere sind in Deutschland viel friedlicher als in Albanien«, lobte der Unparteiische den fairen Umgang aller Beteiligten untereinander in der Storlachhalle. Im »Land der Adler« seien es vor allem die Eltern, die bei solchen Veranstaltungen für Ärger sorgten.

- Gastgeber auf Rang elf

Von neun Mannschaften aus der Region hatten es am Samstag zwei in die Zwischenrunde geschafft. Die Young Boys Reutlingen I kamen dann in der Finalrunde durch einen überzeugenden 3:1-Sieg gegen die Kimmich Academy auf Rang 11. Luiz Bauer, Sohn des YB-Präsidenten Thorsten Bauer und hochtalentierter Tennisspieler, hatte die frühe Führung erzielt. Es folgten Treffer von Trainer-Sohn Romeo Rauscher und Kuzey Yildiz. Die beiden waren zuvor auch beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart erfolgreich.

- Weinberger-Jungs setzen Highlights

Der TSV Altenburg war sogar noch besser. Beim 0:5 im Spiel um Platz 9 gegen den FC Basel verkaufte sich die Mannschaft deutlich unter Wert. In der Zwischenrunde folgte auf ein 2:0 gegen die Kimmich Academy ein 2:1 gegen Mainz 05 und ein 1:1 gegen Kaiserslautern. Die zum Großteil hochbegabten Fußballer entstammen allesamt der Fußballschule Intersocca. Diese von VfB-Jugendtrainer Andreas Weinberger gegründete und geführte Reutlinger Talentschmiede widmet sich der Förderung und Entwicklung fußballbegeisterter und talentierter Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren. Mit großem Erfolg, wie man in der Storlachhalle sehen konnte. (GEA)