REUTLINGEN. 1.093 Zuschauer im Reutlinger Kreuzeiche-Stadion staunten Bauklötze. Die Fußball-A-Junioren des SSV hielten im Halbfinale des WFV-Pokals gegen den VfB Stuttgart nicht nur gut mit, sie behielten gegen den Nachwuchs des Bundesligisten sogar die Oberhand. Verdientermaßen. Das Team von Trainer Maik Stingel gewann 4:3 (2:2) und zog damit ins Endspiel ein, das am Donnerstag, 29. Mai (16.30 Uhr), in Geislingen/Steige ausgetragen wird. Die Reutlinger duellieren sich dann mit dem SGV Freiberg.
»Überragend«, sagte Stingel - und strahlte über beide Wangen. Es sei einfach toll, wie seine Schützlinge zusammenstehen würden. »Jeder rennt für den anderen.« Er sei »mega-stolz« auf sein Team, das in den zurückliegenden drei Wochen einige Nackenschläge einstecken musste. Der SSV verlor nach einer bis dahin bärenstarken Saison die letzten drei Begegnungen in der DFB-Nachwuchsliga und verpasste hauchdünn die Qualifikation für die Bundesliga-Saison 2025/26.
VfB-Trainer Willig lobt den SSV
»Wahnsinn. Ich bin überglücklich. Unser Sieg war hochverdient«, jubelte Reutlingens Sportlicher Leiter Christian Grießer. Ein dickes Kompliment gab's auch von Alexander Strehmel, dem Trainer der SSV-Oberliga-Männermannschaft: »Die Jungs haben gegen den VfB auch spielerisch gut mitgehalten.«
Stuttgarts Trainer Nico Willig, der auch nächste Saison bei den A-Junioren auf der Kommandobrücke steht, sprach von einem »verdienten Sieg« für Reutlingen. Der SSV sei »wesentlich griffiger« gewesen. Für den VfB geht damit die Saison äußerst unbefriedigend zu Ende. Im Kampf um die deutsche Meisterschaft scheiterten die Stuttgarter am späteren deutschen Meister 1. FC Köln - der VfB hatte nach einer 3:0-Führung mit 3:4 verloren.
Zwei Tore von Demir
Imponierend gestern Abend im Kreuzeiche-Stadion, dass die Gastgeber um Kapitän Manuel Walz nicht nur die kämpferische und läuferische Komponente in die Waagschale warfen. Der SSV zeigte auch spielerisch eine Klasse-Leistung. Nach acht Minuten gingen die Reutlinger in Führung. Nach Vorarbeit von Marko Zrilic war Noah-Elias Maurer mit einem strammen Schuss aus 22 Metern erfolgreich. Der SSV war in dieser Anfangsphase das wesentlich zweikampfstärkere und gefährlichere Team. Tom Santos (26. Minute) erzielte schließlich das 1:1, ehe Yanik Spalt mit einem Traumtor - er jagte den Ball aus 25 Metern in den Winkel - den VfB mit 2:1 in Führung brachte. Die Wende? Denkste. Jamie-Noah Demir (38.) sorgte nach starker Vorarbeit von Maurer für den 2:2-Halbzeitstand.
Nach einer Stunde Spielzeit setzte sich Walz auf der rechten Seite in bärenstarker Manier durch. Seine Hereingabe verwertete Demir mit einer Direktabnahme aus acht Metern - 3:2. Damit nicht genug. Maxim Schmalz (71.) verwandelte einen Strafstoß zum 4:2, nachdem er selbst von Tuncay Durna zu Fall gebracht wurde. Kurz zuvor hatte der stark aufspielende Elkana Maier Pech, als sein Schuss nach einer verunglückten Abwehr von VfB-Keeper Robin Dittrich aus 45 Metern auf der Latte landete. In der Schlussphase warfen die Stuttgarter alle Mann nach vorne und kamen durch Durna (89.) zum 4:3. Beinahe wäre noch der Ausgleich gefallen, doch der Schuss von Efe Korkut klatschte an den Außenpfosten. Am Ende durften die Reutlinger jubeln. (GEA)

