TÜBINGEN. Vor der Saison-Rekordkulisse von 2.847 Zuschauern haben die Basketballer der Tigers Tübingen dank einer starken Teamleistung den sechsten Sieg im neunten Zweitliga-Spiel eingefahren. Gegen den Aufsteiger Paderborn Baskets, der mit dem Dänen Jonathan Klussmann und Efosa Osawe die beiden besten Scorer der gesamten Liga in seinen Reihen hat, setzte sich das Team von Tigers-Coach Henrik Sonko mit 104:85 (22:21, 28:17, 22:24, 32:23) durch. Insbesondere auf fünf Akteure lohnt sich ein genauerer Blick.
- Überragende US-Boys
Bernard Pelote wurde am Ende zwar nicht zum vierten Mal in Folge Topscorer der Tigers mit über 20 Punkten, dennoch holte der US-Forward das erste Double-Double seiner noch jungen Profi-Karriere. Der 23-Jährige erzielte 17 Punkte und krallte sich elf Rebounds. Auch seinem gleichaltrigen Landsmann JaCobi Wood gelang dieses Kunststück (20 Punkte, zehn Vorlagen). Auffällig: Der US-Spielmacher agiert seit Wochen uneigennützig und setzt lieber den besser postierten Mitspieler in Szene, als auf Teufel komm raus selbst den Abschluss zu suchen. Doch im letzten Viertel übernahm Wood dann auch selbst das Ruder in der Offensive und erzielte im Schlussabschnitt sagenhafte 14 Zähler. Wohl dem, der zwei solche Spieler auf den ausländischen Positionen hat. Da müssen sich die Tigers vor keiner anderen Mannschaft verstecken.
- Mr. Konstant
Das kann sich sehen lassen: Melkisedek Moreaux hat gegen Paderborn bereits zum siebten Mal in Folge zweistellig gepunktet. Mit 18 Punkten und fünf Rebounds zeigte der 28-Jährige seine bislang beste Leistung in dieser Saison. »Ich liebe diesen Kerl einfach. Seine Spielweise, seine Persönlichkeit, einfach alles. Er ist ein großartiger Spieler zum Trainieren. Er ist perfekt«, hielt Coach Sonko ein Loblied auf seinen Big Man, der in dieser Spielzeit eine spannende Transformation hinlegt. Weil die Tigers unter dem Korb dünn aufgestellt sind, muss Moreaux - letztes Jahr primär als Power Forward im Einsatz - auf der Center-Position ran. Mit Erfolg.
- Befreiungsschlag für Bayram
Kaya Bayram blickt auf keine leichten Wochen zurück. Dreimal in Folge war der junge deutsche Aufbauspieler zuletzt ohne Punkte geblieben. Bei der Derby-Niederlage in Kirchheim am vergangenen Sonntag stand der 21-Jährige sogar nur fünf Minuten auf dem Parkett. Doch dann kam das zweite Viertel gegen Paderborn, in dem der Youngster richtig stark aufspielte und sieben Punkte in Folge erzielte. Am Ende kam der gebürtige Berliner auf neun Zähler und zwei Assists. War das der Befreiungsschlag für den Point Guard? »Das fühlt sich natürlich sehr gut an, wenn man seine Würfe trifft. Ich versuche aber immer, das Beste fürs Team zu geben. Und wenn wir gewinnen, dann passt alles. Aber wenn ich noch was wirklich dazu beitragen kann, fühlt es sich natürlich noch besser an«, sagte Bayram.
- Nelson feiert Debüt
Nach 13 Minuten am Sonntagmittag war es soweit: Connor Nelson feierte sein Pflichtspieldebüt für die Raubkatzen. Der US-Amerikaner, der vor der Saison mit einem deutschen Pass ausgestattet wurde und damit noch wertvoller für die Tübinger ist, hatte sich kurz vor dem Saisonstart eine Verletzung im Sprunggelenk zugezogen und musste deshalb lange Zeit pausieren. Nur 97 Sekunden nach seinerEinwechslungg traf der 26-Jährige einen Dreier und damit den ersten Wurf als Tübinger. Insgesamt stand Nelson gegen Paderborn zwar nur vier Minuten auf dem Parkett, wichtig ist seine Rückkehr allerdings auf alle Fälle. Er ist ein Neuzugang für Trainer Sonko und die Tigers, die insbesondere auf den deutschen Positionen konstantere Leistungen benötigen, wenn es in dieser Saison auch in den Play-offs hoch hinausgehen soll. (GEA)

