REUTLINGEN. Die Reutlinger Basketballer haben einen Lauf - und zwar aktuell sogar den besten aller Teams in der Regionalliga Südwest. Für Hochspannung ist deshalb gesorgt, wenn am Samstag (19.00 Uhr) die Roth Energie Gießen Pointers ihre Visitenkarte bei den TSG Solcom Ravens abgeben. In der Oskar-Kalbfell-Halle treffen dann die beiden Mannschaften der Stunde zum Spitzenspiel aufeinander. Der Zweitplatzierte bekommt es mit dem Tabellenfünften zu tun.
Eine der beiden Siegesserien wird reißen. Die Gäste aus der hessischen Landeshauptstadt mussten ihre letzte Niederlage Mitte November in Saarlouis hinnehmen und haben seither sechs Mal in Folge gewonnen - unter anderem gegen Spitzenreiter Schwenningen. Die Reutlinger sind nach dem knappen 80:83 am 8. November gegen Schwenningen mittlerweile sogar seit sieben Spielen ungeschlagen, haben dabei sowohl die zuletzt noch zweitplatzierten College Wizards als auch den Tabellenvierten aus dem Saarland in die Knie gezwungen.
Wiedersehen mit Ex-Club für Nadjfeji und Mallory
Im Hinspiel sicherten sich die Mannen von Cheftrainer Rodrigo Reynoso nach einer rabenschwarzen ersten Hälfte durch 50:28 Punkte nach der Pause einen 79:72-Erfolg. Auf die leichte Schulter nehmen dürfen die Schwaben diese Partie also keineswegs. Neben Nemanja Nadjfeji darf sich auch Miles Mallory auf ein Wiedersehen mit seiner letztjährigen Mannschaft freuen. Nettigkeiten werden beide während der Begegnung keine austauschen.
Am zweiten Spieltag der Vorrunde gelang Mallory an alter Wirkungsstätte mit 19 Punkten und 12 Rebounds als Man of The Match bereits sein zweites von mittlerweile fünf Double-Doubles. »Wir müssen noch konstanter werden«, machte der zweitbeste Spieler der Liga hinter Söflingens Marko Markovic zuletzt klar und forderte »vollen Fokus über die vollen 40 Minuten«.
Vor allem konsequenter zum Rebound gehen müssen die Ravens. Da liegt nach wie vor das gewaltige Problem der Mannschaft. Mit den Leistungsträgern Ezekiel Crawford (9,1 Rebounds) und Kai Müsse (6,7) haben die Gießener als viertbestes Team im Ergattern von Korbabprallern zwei absolute Spezialisten in ihren Reihen. So richtig dagegen halten kann da bloß Mallory mit 8,8.
Reutlingens Trainer Reynoso gibt sich selbstbewusst
»Wir haben zu oft beim Rebound geschlafen«, meinte Coach Reynoso nach dem Sieg gegen Karlsruhe II mit Blick auf dieses Dauer-Manko: »Daran müssen wir nach wie vor arbeiten.« Personelle Verstärkung für ein effizienteres Spiel unter den Körben lässt noch auf sich warten. Doch der Argentinier weiß auch um die Stärken seiner Mannschaft, die keineswegs zu Unrecht auf einem der vier Play-off-Ränge steht: »Wenn wir unser Spiel spielen, kann uns keiner schlagen.«
Mit ihrer Flexibilität und dem hohen Tempo, das die Jungs um die Brüder Noel und Lino Duarte an den Tag legen können, haben die Ravens zuletzt immer wieder unterstrichen, dass es ihnen ernst ist mit dem angestrebten Aufstieg in die Pro B. Die beiden Publikumslieblinge sind seit Mitte November in konstant bestechender Form und haben als absolute Leistungsträger entscheidenden Anteil am aktuellen Höhenflug der Mannschaft.
TSG-Topscorer der vergangenen Saison kehrt im Februar zurück
Im Zusammenspiel sind die TSG-Urgesteine und Ravens-Aushängeschilder quasi nicht zu stoppen. Setzen die beiden zum Fastbreak an, kracht's meistens im gegnerischen Korb. Wenn Mitte Februar dann auch der letztjährige Topscorer Kilian Fischer nach seinem Studienpraktikum aus Vietnam zurück ist, werden die Ravens ihre Führungsrolle als beste Distanzschützen der Liga wohl noch weiter ausbauen.
Es hat sich rumgesprochen, dass die Reutlinger Basketballer in der Oskar-Kalbfell-Halle mittlerweile eine veritable Alternative bieten zu den derzeit schwächelnden Tübinger Korbjägern. 720 Zuschauer im Schnitt haben sich seit dem Umzug aus der IKG-Halle in die zentraler gelegenen neuen Heimspielstätte am List-Gymnasium eingefunden - Tendenz steigend. Die letzte Niederlage vor knapp zwei Monaten gegen Schwenningen erlebte eine Rekordkulisse von 1.035 Zuschauern. Eine erneute vierstellige Zahl ist im Spitzenspiel gegen Gießen trotz des nahezu zeitgleichen Heimspiels der Tigers durchaus möglich. (GEA)

