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Tigers Tübingen wollen den vierten Heimsieg in Folge einfahren

Der Tübinger Basketball-Zweitligist trifft am Samstagabend auf den VfL Bochum. Neuzugang Patrick Emilien soll sein Debüt für die Tigers geben. Der Kanadier erklärt, warum er zuletzt ohne Verein gewesen war.

Will mit seinem Team den vierten Heimsieg in Folge einfahren: Tigers-Coach Henrik Sonko. Rechts: Co-Trainer Troy Culley.
Will mit seinem Team den vierten Heimsieg in Folge einfahren: Tigers-Coach Henrik Sonko. Rechts: Co-Trainer Troy Culley. Foto: Joerg Nieberga/Eibner
Will mit seinem Team den vierten Heimsieg in Folge einfahren: Tigers-Coach Henrik Sonko. Rechts: Co-Trainer Troy Culley.
Foto: Joerg Nieberga/Eibner

TÜBINGEN. Gibt's den vierten Heimsieg in Folge für die Tigers Tübingen? Der auf Rang sechs liegende Basketball-Zweitligist trifft am Samstagabend auf den Tabellenachten VfL Bochum (19.30 Uhr/kostenpflichtig auf sporteurope.tv). Es ist eine Begegnung mit einer besonderer Vorgeschichte. Noch immer dürfte das letzte Gastspiel des Ruhrpott-Clubs in der Paul-Horn-Arena in schlechter Erinnerung bei den Fans der Raubkatzen sein. Vor fast genau einem Jahr, am 7. Dezember 2024, setzten sich die Bochumer mit ihrem spanischen Headcoach Felix Banobre (bereits im siebten Jahr als Trainer beim VfL an der Seitenlinie) trotz eines absolut dezimierten Rumpfkaders mit 85:77 gegen die Tigers durch. Es war eine Blamage.

Das darf sich am Samstag nicht wiederholen. Helfen soll dabei auch Tigers-Zugang Patrick Emilien, der - sofern die Spielberechtigung rechtzeitig eintrudelt - erstmals im Kader stehen wird und am Donnerstag auf der Pressekonferenz vorgestellt wurde. Bereits seit Sonntag weilt der 26-jährige Kanadier in Tübingen. Am Mittwoch wurde seine Verpflichtung offiziell verkündet. Zuletzt war Emilien ohne Club, nachdem er vergangene Saison in Finnland aktiv war und nach der Saison noch kurz in Kanada gespielt hatte.

Das erste Mal zum Saisonstart ohne Verein gewesen

»Das ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich im August nicht bei einem Verein unterschrieben hatte«, sagte der Neuzugang. Die Tigers-Fans müssen sich um seinen Fitnesszustand allerdings keine Sorgen machen, wie er betonte: »Ich habe jeden Tag daheim in Kanada trainiert. Vier bis fünf Tage pro Woche habe ich Krafttraining mit einem Personal-Coach gemacht. Dazu standen jeden Morgen basketballspezifische Dinge auf meinem Plan.« Dennoch gab er zu, dass das 5-gegen-5-Spiel natürlich etwas komplett anderes sei.

Doch wieso war der Zwei-Meter-Mann zu Saisonbeginn eigentlich ohne Club? »Ich hatte Angebote. Zum Beispiel aus Bulgarien oder wieder aus Finnland. Ich habe allerdings bewusst gewartet, bis der richtige Verein kommt«, erklärt der 1999 in Toronto geborene Emilien seine zuletzt vereinslose Zeit. In der vergangenen Woche ist schließlich alles sehr schnell gegangen. »Letzten Dienstag habe ich zum ersten Mal mit Trainer Henrik Sonko gesprochen, am Donnerstag dann den Vertrag unterschrieben und am Sonntag bin ich bereits in Stuttgart gelandet und habe mir das Tübinger Heimspiel gegen Paderborn angeschaut.«

Inklusions-Spieltag

Beim Heimspiel gegen Bochum setzen die Tigers Tübingen den Spieltag zum Thema »Inklusion« um. Beim Spiel gegen die Westdeutschen gibt es einen Stand der Lebenshilfe Tübingen e. V. zum Thema »Inklusion durch Sport« mit Goodies sowie einer Mini-Tischtennisplatte, um über das neue Angebot des SV 03 Tübingen zu informieren. Am Spieltag begleiten Menschen mit Einschränkungen die Mitarbeitenden der Raubkatzen am Eingang, bei Social Media oder auch Hallensprecher Claus Sieghörtner. (GEA)

Was können die Fans vom Neuen erwarten? »Sehr viel Energie. Ich bin ein Energiebündel und sehr positiv gegenüber meinen Teamkollegen. Ich unterstütze sie so gut und wo immer ich kann«, erklärt der Kanadier, der sich laut eigener Aussage auf der Position des Power Forwards am wohlsten fühlt. Er könne aber auch als Small Forward oder Center auflaufen. Man sieht: Der 26-Jährige ist ein vielseitiger Spieler.

Umso mehr freute sich Tigers-Coach Sonko, dass es mit seiner Verpflichtung geklappt hat. »Normalerweise sind diese Zwei-Meter-Spieler mit einem solch vielseitigen Profil wie Patrick zu diesem Zeitpunkt einer Saison schon bei den Clubs unter Vertrag«, sagte der Schwede und erzählt eine witzige Anekdote aus den ersten Trainingstagen von Emilien: »Er hat sich beim Dunking fast den Kopf am Ring angeschlagen.« Athletisch ist der Neue also auch noch. Klingt äußerst vielversprechend. Doch Coach Sonko stellt klar: »Wir müssen etwas Geduld haben. Es sind viele neue Dinge für ihn.«

Vielleicht zeigt Patrick Emilien ja bereits am Samstagabend sein Können. Spätestens nach der Länderspielphase wird er dann aber richtig ins Geschehen eingreifen. Die Tübinger könnten nicht nur den vierten Heimsieg in Serie feiern, sondern mit einem weiteren Erfolg - dem dann sechsten aus den letzten sieben Partien - sich mit einem guten Gefühl in die zweiwöchige Pause verabschieden. (GEA)