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Tigers Tübingen: Wieder gekämpft und am Ende doch eingebrochen

Die Tigers Tübingen haben das Auswärtsspiel gegen die Hakro Merlins Crailsheim mit 75:83 (42:46) verloren. Es gibt mehrere Gründe für die sechste Niederlage der Zweitliga-Basketballer in den vergangenen sieben Spielen.

Kaya Bayram (Mitte) und die Tigers Tübingen mussten nach erneut großem Kampf die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Sp
Kaya Bayram (Mitte) und die Tigers Tübingen mussten nach erneut großem Kampf die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Spielen hinnehmen. Foto: Ardan Füssman/Eibner
Kaya Bayram (Mitte) und die Tigers Tübingen mussten nach erneut großem Kampf die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Spielen hinnehmen.
Foto: Ardan Füssman/Eibner

CRAILSHEIM. Der Negativ-Lauf der Tigers hält an. Das 75:83 (42:46) bei den Hakro Merlins Crailsheim war bereits die sechste Niederlage der Tübinger Zweitliga-Basketballer in den vergangenen sieben Spielen. »Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen. Sie haben alles gegeben«, sagte Tigers-Cheftrainer Henrik Sonko. Er hatte recht. Die Gäste lieferten dem Tabellendritten im Schwaben-Derby vor 2.450 Zuschauern in der Arena Hohenlohe einen harten Kampf.

Das große Manko waren jedoch die Rebounds. Das Duell unter den Körben mussten die Raubkatzen überaus deutlich mit 27:53 abgeben. Vor allem unter dem gegnerischen Korb bekamen die Mannen um ihren einzigen gelernten Center Lukas Milner mit einem Verhältnis von 6:25 (Halbzeit 2:11) gegen Brock Gardner, Anthony Gaines & Co. keinen Fuß auf den Boden. Dieses Defizit ist einfach zu gewaltig. »Wenn man so deutlich die Rebounds verliert, dann wird es schwer, ein Spiel zu gewinnen«, legte Sonko den Finger in die Wunde.

Erneut mussten die Tigers mit einem dezimierten Kader von nur neun Spielern ins Rennen gehen, wobei die zuletzt getätigte, zweite Nachverpflichtung Larry Thomas zwar auf der Bank saß, allerdings nicht zum Einsatz kam, nachdem er beim Warmmachen Schmerzen im Fuß verspürte. Erschwerend kam hinzu, dass Kaya Bayram, der wie Patrick Emilien einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, und Melkisedek Moreaux das Ende des Spiels wegen ihres jeweils fünften Fouls von der Bank aus verfolgen mussten.

Beide Kontrahenten zeigten eine hohe Intensität über die gesamten 40 Minuten. »Je länger die Partie ging, desto mehr sind bei meinen Spielern die Kräfte geschwunden«, berichtete Sonko. Seine Mannschaft gestaltete die Begegnung bis ins letzte Viertel absolut auf Augenhöhe. »Am Ende hat die tiefere Bank von Crailsheim den Ausschlag über Sieg und Niederlage ausgemacht.«

Die Gäste aus der Unistadt gingen gut vorbereitet ins Rennen, konnten nach acht Minuten beim 20:13 ihre höchste Führung herausspielen. Nach einem 11:2-Lauf lag Tübingen auch im komplett ausgeglichenen dritten Viertel (22:22) mit 56:52 in Front (24.). Während sie dann vier Mal vergeblich den Abschluss suchten, legten nun die Hausherren einen 10:0-Lauf zum 62:56 aufs Parkett (27.). Zu Beginn des Schlussviertels verkürzte Silas Oriane noch auf 65:68 (31.). Dch dann ging nicht mehr viel.

Es ist das dritte Spiel in Folge, in dem die Tigers alles geben mit ihrer Mini-Rotation. Frustrierend aber zu sehen, wie den Jungs um Topscorer Bernard Pelote (21 Punkte) dann fast verständlicherweise nach und nach der Saft ausgeht und wie sie am Schluss parallel zu den Niederlagen in Bremerhaven und gegen Artland fast komplett einbrechen.

So wird es auch in den kommenden Wochen nur schwerlich zu etwas Zählbarem reichen. Das Erreichen der Play-offs ist angesichts der aktuellen Ausbeute in weite Ferne gerückt. Manchem schwant, dass der ehemalige Bundesligist angesichts der schweren Aufgaben - unter anderem geht's zwei Mal gegen Spitzenreiter Hagen und der Tabellenzweite Göttingen kommt - Ende Januar mitten im Abstiegskampf der ProA steckt. Und keiner weiß, ob die Spieler dafür gerüstet sind.

Die große Verletztenmisere verstärkt letztendlich die Tatsache, dass der Kader nicht ausgewogen genug aufgestellt ist. Offensichtlich vorhandene Probleme auf der Center-Position und bei den Freiwürfen sowie die starke Abgängigkeit vom Distanzwurf, der gegen Crailsheim mit 39 Prozent deutlich über dem bisberigen Schnitt von 33 % lag, verbauen dem Team immer wieder die Chance, Spiele zu gewinnen.

Positiv stimmen kann jedoch die Entwicklung von Isaiah Sanders. Der 24-Jährige soll nach überstandener Reha wegen einer Knie-Verletzung im Laufe der Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Man kann nur hoffen, dass der US-Amerikaner bald zurück ist im Spielbetrieg und direkt wieder auf dem hohen Niveau performt, wie er es vor seiner seit Anfang November andauernden Zwangspause getan hatte. (GEA)