TÜBINGEN. Die Tübinger Zweitliga-Basketballer haben auf die massive Verletzungsmisere reagiert und mit Larry Thomas zumindest einen vermeintlichen Ersatz für Spielmacher Jacobi Wood verpflichtet. Der US-Amerikaner kommt ablösefrei vom kosovarischen Erstligisten Golden Eagle Ylli und erhält einen Vertrag bis zum Ende der Saison. Thomas wird das Trikot mit der Nummer Null tragen - allerdings noch nicht im Spiel an diesem Samstag (16.00 Uhr/sporteurope.tv) bei den Eisbären Bremerhaven.
Die Freigabe aus dem Kosovo liegt bereits vor. Die zweite Tübinger Nachverpflichtung weilte bereits vor Weihnachten zum Medizin-Check in Tübingen, kehrte dann aber wieder in den Kosovo zurück, um letzte Formalitäten mit seinem ehemaligen Arbeitgeber zu klären. Thomas wird am Sonntag wieder in Tübingen zurückerwartet und soll tags drauf ins Mannschaftstraining einsteigen. Ziel ist es, dass der neue Point Guard im Spiel bei den Hakro Merlins Crailsheim am 3. Januar erstmalig eingesetzt werden kann.
»Ich habe Larry Thomas schon in den vergangenen Jahren immer wieder auf dem Zettel gehabt«
Wood hatte sich Mitte Dezember den Mittelfußknochen des rechten kleinen Zehs gebrochen und fällt nach erfolgreicher Operation allerdings noch zwei bis drei Monate aus. Die Spielersuche während der Saison und speziell vor Weihnachten gestaltet sich selten einfach. Umso glücklicher zeigte sich der Tübinger Trainer Henrik Sonko vor dem Auswärtsspiel beim Fünftplatzierten im hohen Norden, dass die Verpflichtung von Thomas geklappt hat.
»Unsere personelle Situation ist seit Wochen extrem angespannt. Auf Dauer geht das nicht gut«, erklärte der Schwede nach zuletzt nur einem Sieg aus fünf Spielen und dem damit verbundenen Absturz auf Tabellenrang neun. Man habe gezielt nach einem Spieler gesucht, der bis zuletzt im Wettbewerb stand und Erfahrung hat. »Diese Eigenschaften bringt Thomas mit«, berichtet Sonko und verrät: »Ich habe ihn schon in den vergangenen Jahren immer wieder auf dem Zettel gehabt. Bisher hat es aber nie geklappt, ihn zu verpflichten.«
Seit 2017 Erfahrung in Europa gesammelt
Thomas ist ein guter Schütze, der seinen eigenen Wurf kreieren kann, den Ball aber auch gut passt und »mit seiner Erfahrung aus zahlreichen Stationen als Spieler eine Mannschaft auf dem Feld anführen kann«, sagt der Tigers-Coach über seinen jüngsten Zugang. Der 32-Jährige kam 2017 nach Europa und spielte seither in Island, Lettland, Belgien und dem Kosovo, wo er für seinen dritten Club in diesem Land im bisherigen Saisonverlauf in acht Partien bei rund 26 Minuten Spielzeit auf 8,0 Punkte, 4,1 Assists und 4,0 Rebounds kam.
»Während der wenigen Momente, in denen ich in Tübingen war, haben mir die Stadt und der Club neue Energie geschenkt. Genau das, was ich gebraucht habe, als ich mich entschieden hatte, hierher zu kommen«, zeigt sich Thomas froh. Er ist nun nach Kapitän Till Jönke (33) der zweitälteste Spieler im Tigers-Team.
Auch nach Bremerhaven ohne Vier
Ohne Thomas ist die Mannschaft am 2. Weihnachtstag um 8.30 Uhr mit dem Bus zum letzten Spiel des Kalenderjahrs 2025 nach Bremerhaven aufgebrochen. Wie bei der Niederlage gegen die Artland Dragons waren bei der Fahrt an die Nordseeküste neben Wood auch Isaiah Sanders (Knie-Verletzung), Jönke (Rücken) und der seit 26. Dezember 27 Jahre alte Joshua Schwaibold (Sprunggelenk) nicht dabei.
Am Tag vor Heiligabend hatten die Sonko-Schützlinge über weite Strecken des Spiels eine gute Leistung gezeigt. Sollte dies erneut gelingen, ist bei den derzeit ebenfalls nicht in Bestform befindlichen Eisbären durchaus etwas Zählbares drin. Auffallend ist, dass Bremerhaven mit nur 17,9 Fouls pro Spiel die wenigsten aller 18 Zweitliga-Teams begeht. »Um dieses Spiel gewinnen zu können, müssen wir unsere Fehlerquote minimieren und unser Maximum abrufen«, fordert Sonko. (GEA)

