REUTLINGEN. Am Samstag (19 Uhr, Oskar-Kalbfell-Halle) empfangen die Reutlinger Regionalliga-Basketballer den Aufsteiger PS Karlsruhe Lions II. Die Pro A-Reserve der Badener steht nach acht Spieltagen mit erst einem Sieg am Tabellenende. Obwohl die Gäste viele ihrer Spiele nur knapp verloren haben - die Korbdifferenz von nur minus 39 zeigt dies sehr deutlich -, stehen die Schützlinge von Cheftrainer Rodrigo Reynoso vor einer Pflichtaufgabe, wenn sie nicht drei Niederlagen aus fünf Heimspielen zu Buche stehen haben wollen. Eine weitere Pleite in der neuen Spielstätte darf sich die Mannschaft auch deshalb nicht leisten, weil dann der beeindruckende Zuschauerschnitt für die kommenden Begegnungen in Gefahr ist.
»Wir brauchen die Fans. Es ist für uns immer wichtig, dass so viele wie möglich kommen«, beschreibt Reynoso die große Bedeutung der positiven Unterstützung durch die Reutlinger Zuschauer. »Dann spielen wir quasi immer sechs gegen fünf.« Die gewaltige Resonanz der Ravens-Anhänger ist eines der Dinge, die der neue Coach in den ersten Wochen seiner Amtszeit schnell zu schätzen gelernt hat. »Der Umzug ist definitiv ein Schritt nach vorne«, betont der Sportlicher Leiter Georgios Tsouknidis und sieht nach dem Abschied von der IKG-Halle nicht nur den »größeren Zulauf« sowie die damit verbundene »größere Aufmerksamkeit«.
Mit Blick auf die voranschreitende Professionalität berichtet der Grieche auch von »besseren Möglichkeiten, uns und unsere Partner zu präsentieren«. Lob gibt's für den Auftritt der Reutlinger Basketballer auch vom neuen Trainer: »Es hat mich überrascht, wie gut alles organisiert ist.« Man dürfe nicht vergessen, dass die TSG ein Amateurverein ist und alle Verantwortlichen ehrenamtlich arbeiten. Einziges Manko sei die Tatsache, dass er fast jede Trainingseinheit im Laufe der Woche in einer anderen Halle abhalten muss und nur ein Mal - das auch noch gleich montags - in die Oskar-Kalbfell-Halle kann. »Das sind aber Kleinigkeiten, und wir arbeiten daran.«
»Es ist ein Vorteil, dass viele der Zugänge die Liga schon kennen«
Ein neues Team mit zahlreichen neuen Spielern und neue Ambitionen. "Bislang bin ich total zufrieden", erklärt Reynoso. »Es ist ein Vorteil, dass viele der Zugänge die Liga schon kennen«, blickt der Argentinier auf die ersten Wochen zurück. Weil das Team in der Vorbereitung alle Spiele gewonnen hatte - darunter waren auch zwei Siege gegen den kommenden Gegner -, seien die Defizite der Mannschaft vor dem Rundenstart nicht so recht erkennbar gewesen. Die Strafe dafür folgte mit der Auftakt-Pleite gegen Saarlouis auf den Fuß. Doch es gab etliche Herausforderungen, die aus Sicht von Tsouknidis nach knapp einem Drittel der Hauptrunde ziemlich gut gemeistert wurden.
Die Schlüsselpositionen sind mit qualitativ hochwertigen Spielern besetzt. Nemanja Nadjfeji ist als Kapitän der verlängerte Arm des Trainers auf dem Parkett und Wortführer zugleich. Zudem glänzt er durch einen Liga-Top-Ten-Wert von 3,8 Assists im Schnitt. Auch Nadjfejis letztjähriger Gießener Teamkollege Miles Mallory wird den Erwartungen voll und ganz gerecht. Der US-Amerikaner kam als effektivster Spieler der Liga und ist dies aktuell schon wieder. Der Center ist bester Blocker (1,5), zudem sowohl beim Scoring (21,2 Punkte) als auch bei den Rebounds (8,9) und der Dreier-Quote (77,8 %) in den Top 5. »Miles ist unser bester Spieler«, sagt der Sportliche Leiter und berichtet, dass man ihm durch Deutsch-Kurse und die Tätigkeit als Jugendtrainer »die Möglichkeit gegeben hat, sich persönlich zu entwickeln«.
»Es ist vertretbar, dass wir bislang zwei Mal verloren haben. Die Mannschaft ist im Soll«
Vito Barbarosa feiert ein beeindruckendes Debüt im deutschen Basketball. Mit 3,8 Steals ist der Kroate bester Balldieb der Liga. Auch sein Scoring (17,9 Punkte/Rang 6) ist ausgezeichnet. Womit er unter den zehn effektivsten Spielern der Liga geführt wird. »Vito ist auf jeden Fall eine große Bereicherung«, sagt Tsouknidis. Auch Nachverpflichtung John Saigge habe sich »schnell eingefunden« und hätte das Spiel der Ravens gleich positiv beeinflusst. »In der Offensive attackiert John gut und er hat auch einen guten Wurf«, beschreibt Reynoso die Vorzüge des Neuen.
»Es ist vertretbar, dass wir bislang zwei Mal verloren haben«, schätzt Tsouknidis die aktuelle Situation des Tabellenvierten nach den Niederlagen gegen den aktuell Erst- und Zweitplatzierten der Liga zufriedenstellend ein. »Die Mannschaft ist im Soll.« Das gilt aus Sicht von Coach Reynoso auch für die Youngster Jason Kaiser, Niko Kaps, Oskar Jetter und Rehan Ahmad. Ihnen fehle zwar noch die Erfahrung, »aber sie sind bereit, wenn es darauf ankommt«, lobt er das Quartett der Zukunft. (GEA)

