DILLINGEN. Gerade einmal vier Tage war das neue Jahr 2026 alt, da hatten die Basketballer der TSG Solcom Ravens Reutlingen schon das erste Ausrufezeichen in der 1. Regionalliga Südwest gesetzt. Im Topspiel bei den Artemis Sunkings Saarlouis landete die Mannschaft von Cheftrainer Rodrigo Reynoso einen nahezu ungefährdeten 84:66 (49:34)-Start-Ziel-Sieg. Und das, obwohl die Gäste ohne ihren besten Mann, Miles Mallory, angereist waren. Der zweitbeste Spieler der Liga musste wegen einer Lungenentzündung passen.
»Uns ist ganz oft gelungen, den Offensiv-Rebound zu holen«
»Was uns den Sieg gerettet hat, ist die Tatsache, dass wir auch ohne Miles jedes Mal versucht haben, den Offensiv-Rebound zu bekommen. Und das ist uns dann vor allem im vierten Viertel auch ganz oft gelungen«, freute sich Co-Trainer Chara Kiriakidis über stattliche 13 Punkte nach zweiten Versuchen. Mit diesem Erfolg zum Auftakt der Rückrunde wurde die Scharte aus der 78:85-Hinrunden-Niederlage ausgewetzt, bei der die Ravens lange Zeit deutlich geführt hatten.
Durch den elften Erfolg im 13. Spiel hält der Drittplatzierte den Tabellennachbarn nun dank zweier Punkte mehr auf Distanz. Mit einem Sieg im Nachholspiel am Dienstag (17 Uhr) in der Oskar-Kalbfell-Halle gegen den Vorletzten PS Karlsruhe Lions II können die Reutlinger mit dann 24 Zählern sogar punktemäßig auf das Spitzenduo aufschließen und hinter Spitzenreiter Schwenningen vor die College Wizards auf Platz zwei vorrücken.
»Wir werden gegen die kein zweites Mal verlieren«
Reynoso hatte schon unmittelbar nach dem Hinspiel prophezeit: »Wir werden gegen die kein zweites Mal verlieren.« Damit sollte der Argentinier nun auch recht behalten. Durch die herausgespielten 22 Punkte Vorsprung haben sich die Reutlinger auch den direkten Vergleich geholt. Das könnte am Ende der Hauptrunde beim Kampf um die vier Play-off-Ränge noch von entscheidender Bedeutung sein.
Nemanja Nadjfeji ist im Saarland nur ganz knapp an einer Sensation vorbeigeschrammt. Dem Reutlinger Kapitän fehlte bei elf Rebounds und zehn Punkten nur ein einziger Assist, um auch in dieser Kategorie einen zweistelligen Wert zu erreichen und damit ein Triple-Double zu holen. »Natürlich wurmt einen das. Man geht die Pässe durch, die nicht mit einem Korb abgeschlossen wurden und zieht dann die Mitspieler auf, die die Punkte vielleicht sogar leichtfertig vergeben haben«, erklärte Nadjfeji schelmisch.
Ohne Reisestrapazen gelingt ausgeruhten Gästen Blitzstart
Um nicht von Reisestrapazen ausgebremst zu werden, waren die Reutlinger schon am Tag vor dem Spiel angereist und übernachteten von Samstag auf Sonntag in Saarbrücken. Das sollte sich bezahlt machen, denn die Jungs um die Topscorer Noel Duarte und Vito Barbarosa (beide 19 Punkte) gingen am Nachmittag gut ausgeschlafen und erholt ins Spiel. Bereits in der 8. Minute lagen sie durch einen 13:0-Lauf mit 18:5 in Führung.
Assistantcoach Kiriakidis lobte die gesamte Mannschaft dafür, dass sie gegen eine überraschende Zonen-Verteidigung sofort Mittel und Wege gefunden sowie das Fehlen von Leistungsträger als Team kompensiert hatte. »Jungs wie Lino Duarte, die sonst nicht so sehr in dieser Rolle stecken, haben Verantwortung übernommen und so das Fehlen von Miles kompensiert«, lobte der Grieche das Engagement seiner Spieler. Zudem gelang es ihnen, mit vereinten Kräften den ansonsten überragenden Spielmacher von Saarlouis, Yorke Aav, im Zaum zu halten.
Über 1.000 Zuschauer beim Heimspiel am Dienstag wären »bombastisch«
Zeit zum Ausruhen bleibt nun kaum. Bereits am Dienstag wird das Heimspiel gegen Karlsruhe nachgeholt. Die Partie vom 22. November musste wegen eines kaputten Motors der Korbanlage in der Kalbfell-Halle ausfallen. »Hoffentlich können wir da wieder so schönen Basketball bieten«, blickt Nadjfeji voraus und wünscht sich wie bei der Niederlage im November gegen Schwenningen wieder eine Kulisse von über 1.000 Zuschauern: »Das wäre bombastisch.« (GEA)

