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Ravens Reutlingen: Dank 98:85-Erfolg auf Tabellenplatz zwei

Nicht nur der deutliche Reutlinger Sieg gegen Schlusslicht PS Karlsruhe Lions II sorgt beim Aufstiegsaspiranten für Zuversicht. Auch beim Dauerproblem scheint ein Licht am Ende des Tunnels zu leuchten.

Lino Duarte (rechts) und die TSG Solcom Ravens Reutlingen kletterten durch den Sieg im Nachholspiel gegen die PS Karlsruhe Lions
Lino Duarte (rechts) und die TSG Solcom Ravens Reutlingen kletterten durch den Sieg im Nachholspiel gegen die PS Karlsruhe Lions II auf den zweiten Tabellenplatz. Foto: Joachim Baur
Lino Duarte (rechts) und die TSG Solcom Ravens Reutlingen kletterten durch den Sieg im Nachholspiel gegen die PS Karlsruhe Lions II auf den zweiten Tabellenplatz.
Foto: Joachim Baur

REUTLINGEN. Es ist geschafft! Durch den 98:85 (44:37)-Erfolg im Nachholspiel gegen die PS Karlsruhe Lions II klettern die Reutlinger Regionalliga-Basketballer erstmals auf den zweiten Tabellenplatz. Weil sie vor Weihnachten das Spitzenspiel gegen die College Wizards gewonnen haben, verdrängen die TSG Solcom Ravens nun die Karlsruher auf Rang drei. Dadurch dürfte die Mannschaft in der ersten Runde der Play-offs das möglicherweise entscheidende dritte Spiel in der heimischen Oskar-Kalbfell-Halle bestreiten.

Es läuft! Nach dem Sieg am Sonntag in Saarlouis landeten die Mannen von Cheftrainer Rodrigo Reynoso keine 48 Stunden später schon den nächsten. Und dies mit so viel erzielten Punkten, wie es noch kein anderes Team vor den Ravens gegen die Badener geschafft hat. Damit setzten die Ravens im Kampf um den angestrebten Aufstieg in die Pro B das nächste Ausrufezeichen.

Fünf Reutlinger punkten vor 750 Zuschauern zweistellig

Aus Respekt vor der starken Leistung des Gegners ließ Lino Duarte (15 Punkte) acht Sekunden vor der Schlusssirene in Ballbesitz die Uhr runterlaufen, anstatt noch einen letzten Wurfversuch zu nehmen und damit die 100 voll zu machen. Durch einen erfolgreichen Dreier hätte er punktemäßig sogar noch mit seinem älteren Bruder gleichziehen können. Somit wurde Noel Duarte (18) alleiniger Topscorer der Ravens, bei denen neben den Geschwistern auch noch Miles Mallory und John Saigge (jeweils 14) sowie Vito Barbarosa (12) zweistellig punkteten.

750 Zuschauer sahen am Feiertag ein rasantes Spiel, bei dem das neue Schlusslicht seine Haut gegen den Aufstiegsaspiranten keineswegs überraschend teuer verkaufte. »Es war anstrengend für uns, weil Karlsruhe richtig gute, erfahrene Spieler hat. Nach dem Rückstand haben wir uns aufgerappelt und unser Spiel gespielt«, sagte Ravens-Coach Reynoso, der sich während der Begegnung mehrfach lautstark zu Wort meldete. »Wir haben zu oft beim Rebound geschlafen«, monierte der Argentinier, der eine möglicherweise vorhandene Müdigkeit aus dem Spiel zwei Tage zuvor im Saarland nicht gelten lassen wollte.

Das Manko mit den Rebounds

»Wir haben zu viele Rebounds zugelassen - was ja mittlerweile unser größtes Problem ist«, meinte Lino Duarte und legte damit den Finger in die gleiche Wunde. Das Ergattern der Korbabpraller ist keinesfalls die Stärke der Spieler um den einzigen echten Center Aike Bensmann (2,04 m). Nur dieser und Youngster Nico Kaps (2,02 m) haben bei der Körpergröße eine zwei vor dem Komma, was beim Rebounden definitiv von Vorteil ist. Mit einem Schnitt von 36,9 liegen die Reutlinger deutlich hinter den diesbezüglichen Spitzenreitern Saarlouis (41,6) und Schwenningen (40,7) nur auf Rang acht.

Bester Reutlinger Rebounder ist mit durchschnittlich 8,8 übrigens Mallory. Der misst jedoch »nur« 1,96 m. »Diesbezüglich waren wir lange Zeit viel zu soft, haben dann aber unsere Einstellung geändert«, berichtete der 24-jährige US-Amerikaner. Bei den Offensiv-Rebounds sind die Ravens mit mageren 10,4 sogar Vorletzter im Ligavergleich. Das könnte eventuell zum Knackpunkt werden.

Neuer Big Man im Anflug

Möglicherweise aber soll bezüglich dieses Mankos Besserung im Anflug sein. Wie zu hören ist, sind die Ravens an einem jungen Big Man dran, der sogar schon Pro A-Erfahrung hat und sich derzeit in der Pro B beim Rebounden seine Meriten verdient sowie auch ein ganz ordentliches Scoring aufweist. Eventuell soll der 20-Jährige schon am Samstag (19 Uhr) beim nächsten Heimspiel gegen die Gießen Pointers das Reutlinger Trikot tragen.

Gegen Karlsruhe sah eine für diesen besonderen Termin ganz ordentliche Kulisse einen richtig guten Start der Heimmannschaft. Noel Duarte erzielte das 18:6 (5.), sein Bruder Lino baute den Vorsprung durch einen Dreier sogar noch auf 13 Punkte aus (27:14/8.). Doch schnell stellten die Badener den Anschluss wieder her und konterten auch einen zweiten Ausreißversuch der Hausherren (42:32/19.), sodass es plötzlich 64:61 für den Underdog stand (28.).

Doch dann fassten sich die Mannen um Kapitän Nemanya Nadjfeji, der als orthodoxer Serbe am Spieltag Weihnachten feiern durfte, ein Herz und zogen durch einen 22:4-Lauf, bei dem Lino Duarte im Alleingang die letzten acht Reutlinger Punkte beisteuerte, letztendlich uneinholbar auf 86:70 (33.) davon. »In dieser Phase haben wir zueinander gefunden, den Ball laufen lassen und hart verteidigt. Das ist das Wichtigste«, berichtete der 21-Jährige. (GEA)