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Zwei Reutlinger Altstadtorte im Rampenlicht

Bei der bis Sonntag laufenden »Erlebniswoche zur Apfelblüte« des Reutlinger Stadtmarketings werden zwei Altstadtorte besonders ins Rampenlicht gestellt: das Gerberviertel und die Lindenstraße.

Eine  Idee aus der Machbarkeitsstudie: Dieser Platz in der Unteren Gerberstraße  soll künftig bespielt werden.
Eine Idee aus der Machbarkeitsstudie: Dieser Platz in der Unteren Gerberstraße soll künftig bespielt werden. Foto: Andrea Glitz
Eine Idee aus der Machbarkeitsstudie: Dieser Platz in der Unteren Gerberstraße soll künftig bespielt werden.
Foto: Andrea Glitz

REUTLINGEN. Am Samstag, 11. Mai, 10 bis 16 Uhr, startet in der Unteren Gerberstraße eine besondere Premiere: der Frühlingsmarkt. Produzierende aus dem Biosphärengebiet verkaufen dabei ihre Waren. Es gibt verschiedene Mitmachaktionen für Kinder und Erwachsene. Kunstschaffende aus Reutlingen und von der Musikschule Reutlingen gestalten ein Programm.

Doch der Markt ist mehr als eine Attraktion, die Besucher locken soll: Er dient als Auftakt zu einem Entwicklungsprogramm für das teils heruntergekommene Quartier, das unter anderem Drogen-Händler anzieht und stark an Lebens- und Aufenthaltsqualität verloren hat.

GWG will für »nachhaltige Entwicklung« des Gerberviertels sorgen

Die Reutlinger Wohnungsgesellschaft GWG, der zahlreiche Immobilien im Quartier gehören, setzt sich nach eigenem Bekunden gemeinsam mit verschiedenen Akteuren der Stadt wie der Stadtverwaltung, dem Stadtmarketing, dem Landratsamt und der Polizei für die »nachhaltige Entwicklung« des Gerberviertels ein. Wie das konkret aussehen wird, dazu hat sich die Gesellschaft im Vorfeld nicht äußern wollen.

Bekannt ist nur, dass in Kooperation mit der Werkstatt für Integration und Soziale Innovation (Werk ISI GmbH) eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wurde. Studenten haben in Gesprächen mit Anwohnern, Gewerbetreibenden und Passanten vor Ort Daten erhoben, um die aktuelle Situation im Gerberviertel zu analysieren. Die Studie soll Basis für Entwicklungsperspektiven und Umsetzungsstrategien sein, die laut Pressemitteilung helfen sollen, »bis zum Jahr 2030 ein lebenswertes und attraktives Quartier zu schaffen«. Geplant sind Maßnahmen zur Belebung des Gewerbes, Angebote für Jugendliche und die Verbesserung des Erscheinungsbildes – dafür sind auch Modernisierungsmaßnahmen der Bestandsgebäude vorgesehen, die laut GWG derzeit erarbeitet werden. Und so werden am Samstag auch erste Gestaltungsideen präsentiert.

Die Lindenstraße ist erst seit Kurzem Fußgängerzone und braucht dringend Belebung. Ab Donnerstag wird sie vier Tage zur Kunstmei
Die Lindenstraße ist erst seit Kurzem Fußgängerzone und braucht dringend Belebung. Ab Donnerstag wird sie vier Tage zur Kunstmeile. Foto: Andrea Glitz
Die Lindenstraße ist erst seit Kurzem Fußgängerzone und braucht dringend Belebung. Ab Donnerstag wird sie vier Tage zur Kunstmeile.
Foto: Andrea Glitz

Pünktlich zum Frühlingsmarkt ist auch die Eröffnungsfeier des neuen Naturschutzzentrums anberaumt, das die hiesigen Natur- und Umweltschutzverbände nebst ADFC künftig deutlicher sichtbar macht als die alte Adresse in der Weingärtnerstraße. Nebenan eröffnet zudem das Landschaftsarchitekturbüros »F-G-L freiraum garten landschaft« offiziell an diesem Tag.

Ateliertage unter dem Motto »Aktionswoche der Apfelkunst« sollen von Donnerstag, 9., bis Sonntag, 12. Mai, die frischgebackene Fußgängerzone Lindenstraße beleben. Am Donnerstag, 10 Uhr, ist die Begrüßung angesetzt mit den beteiligten Künstlerinnen Karla Kreh, Renate Quast, Sabine Rempp und Claudia Schmidt sowie als Special Guest der Kunstgruppe Schwarze Schokolade mit Roswitha Baumeister. Ab 14 Uhr wird die Straße außen (Nr. 2 bis 10) und in Häusern (Nr. 20) zum Atelier: Street-Art, Großcartoons, Installationen, Mitmachaktionen sollen Gäste locken. Auch Freitag ab 14 Uhr gibt es wieder dieses »offene Herstellungs-Atelier«.

Kunst in und auf der Lindenstraße

Am Samstag, 10 bis 13 Uhr, zeigt Claudia Schmidt dann »Installation/Intervention Gehsteigkante Sonnenbahn« vor den Häusern Nr. 24 bis 30. Um 14 Uhr ist Vernissage mit der Trommelgruppe Banda Mugame (nur bei schönem Wetter). 14.30 bis 15.30 Uhr präsentiert Sabine Rempp im Pavillon vor dem Spielplatz Sketch-Aktion. Bis 18 Uhr ist die Kunstmeile geöffnet.

Am Sonntag um 11 Uhr ist dann die Ausstellungseröffnung auf dem Gehweg vor dem Spielplatz mit allen Arbeiten (bis 15 Uhr), die Gäste erwarten Bewirtung mit Apfelpink und um 12 Uhr eine Performance auf dem Gehweg vor dem Spielplatz.

Derweil läuft bis Sonntag die »Erlebniswoche zur Apfelblüte« weiter. Am heutigen Dienstag gibt es dazu von 15 bis 18 Uhr im Mädchenhaus in der Kanzleistraße ein Angebot für Mädchen, ihre Mütter und Omas: Unter dem Motto »Äpfel stärken« werden Apfeltaschen gestaltet zum Essen und als bedruckte Tasche, dazu gibt es lustige Spiele.

Am Mittwoch: Kindernachmittag auf dem Marktplatz

Als Highlight für den Nachwuchs wird am Mittwoch der Kindernachmittag rund ums Thema Apfel (14 bis 17 Uhr) auf dem Marktplatz gepriesen. Das Biosphärenmobil und die fahrbare Druckerei sind da. Kinderschminken, Bastel-Workshops und Angebote der Stadtbibliothek lassen keine Langeweile aufkommen.

15.30 bis 17 Uhr geht es in der Bäckerei Veit um »Geheimnisse der Apfelblüte« mit Quiz für Große und Kleine mit dem Pflanzenzüchter Jan Sneyd.

Am Donnerstag, 15 Uhr, berichtet Diplom-Biologe Thomas Klingseis über »Paradiese vor der Haustür – Streuobstwiesen und ihre Bewohner« im Naturkundemuseum am Weibermarkt (Eintritt und Führung frei).

Eduard-Lukas-Haus geöffnet zur Garden Life

Am Samstag um 11 Uhr heißt es »Der Blüte in den Kelch geschaut«: Das Programm für Sieben- bis Neunjährige leitet Diplom-Biologin Dr. Katja Bader (Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 07121 303 20 22 oder direkt an der Pforte des Naturkundemuseums, Unkostenbeitrag ein Euro). Um 14 Uhr nimmt Katja Bader Besucher im Naturkundemuseum gratis mit auf eine Führung zum Thema »Blütenzauber – Von seltsamen Formeln, betörenden Düften und wundersamen Verwandlungen«.

Die Gartenmesse Garden Life, Donnerstag bis Sonntag in der Pomologie, bereichern Kulturprogramm und Ausstellung des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine Reutlingen im ehemaligen Wohnhaus von Eduard Lukas. (GEA)