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Wieso Burger King in Reutlingen so schnell servieren kann

Amerikanische Burger sind anders. Hier wird mit System gebraten und serviert.

Burger King: Gearbeitet wird in drei Schichten von ganz früh bis sehr spät.
Burger King: Gearbeitet wird in drei Schichten von ganz früh bis sehr spät. Foto: Stephan Zenke
Burger King: Gearbeitet wird in drei Schichten von ganz früh bis sehr spät.
Foto: Stephan Zenke

REUTLINGEN. »Da weiß man, was man hat« ist zwar ein durch und durch deutscher Werbespruch, aber nichts beschreibt besser als diese Worte ein Motto von Burger King. Es ist der globalisierte Geschmack, den die amerikanische Schnellrestaurantkette perfektioniert hat. Ein Whopper schmeckt in Hongkong so wie in der Filiale an der Reutlinger Föhrstraße 4. Dahinter steckt mit Franchising ein System, dessen Namen sich eher nach einer lockeren Salatkreation anhört, obschon es ein knallhartes Geschäftsmodell ist. Das ist in Sichtweite der Achalm deutlich zu sehen.

Franchising bedeutet auch in der 2005 eröffnete Filiale an einer der verkehrsreichsten Straßen Reutlingens: Burger King hat in ganz vielen Punkten das Sagen. Ganz klar sieht der Tempel amerikanischer Burger-Kultur so aus wie zigtausende auf der Welt. Denn zwar führt das Restaurant als Franchisenehmer Joachim Thiele in Gestalt seiner SGT GmbH mit Sitz in Reutlingen, aber der Chef ist vom Angebot auf der Speisekarte bis zur Ausstattung der Filiale mit Möbeln nicht sein eigener Herr. Stefan Rybkowski erklärt als Pressesprecher von Burger King gerne die Spielregeln.

Vorgeschrieben ist, welche Speisen und Getränke in der Föhrstraße an 75 Plätzen innen sowie 100 auf der Terrasse serviert werden dürfen. Festgelegt sind auch die Lieferanten sowie die Konditionen, zu denen alles von den gefrorenen Fleischscheiben bis zum Zwiebelring oder Salatblatt vorbeigebracht wird. Die Möbel erfüllen die Designvorgaben des Konzerns ebenso wie die Bekleidung der 40 Angestellten. »Der Franchise-Nehmer darf das Markenlogo von Burger King nutzen, und alle Produkte von Burger King verkaufen. Dafür zahlt er eine Jahresgebühr an die Burger King Europe mit Sitz in der Schweiz«, fasst Stefan Rybkowski ein Geschäftsmodell zusammen, das direkt im Gaumen des Gastes ankommt.

Die Frauen und Männer bereiten unter der Leitung von Restaurantmanager Damir Mujdzic in der Küche jeden Burger genau nach den Vorschriften von Burger King zu. Dabei kommen viele Maschinen am »Burger Board« zum Einsatz. Zunächst wird ein bereits geteiltes weiches Brötchen, das Bun, getrennt in seine Hälften in den Toaster gesteckt. Unten fallen die Backwaren hübsch heiß raus, kommen mit einem geübten Handgriff aufs Verpackungspapier. Die weiteren Zutaten stehen in Kunststoffschalen in Reih und Glied bereit. Die Oberseite wird in die Hand genommen, mit Mayonaise bestrichen sowie mit Eisbergsalat bestreut. Zwei Tomatenscheiben runden seine Bearbeitung ab. Jetzt geht's mit der Unterseite des Buns weiter.

»Das Patty mir den Grillstreifen nach oben aus dem Duke nehmen«, erklärt Damir Mujdzic unter Verwendung von zwei Fachbegriffen. Patties sind die Scheiben aus Rindfleisch, die es beim Burger King in zwei Größen gibt. Diese zentrale Zutat jedes Burgers kommt tiefgefroren in Reutlingen an, und wird in der Küche maschinell gegrillt. Das Gerät mit Edelstahlverkleidung besitzt ein Förderband, auf dem das zunächst eiskalte Rinderhack in Windeseile auf offener Flamme gegrillt wird - und dann wandert es in die »Duke« genannten Warmhalteschubladen. Wer sich die Zubereitung der Whopper und ihrer kleineren Verwandten genauer anschaut begreift zügig, wieso der Burger King so schnell servieren kann.

Fertig zubereitet wird ein Burger erst nach der Bestellung, aber alle seine Bestandteile inklusive des gebratenen Fleisches sind davor schon da. »Wir müssen eine gewisse Anzahl von Patties gegrillt in der Vorbereitung haben und warm halten, sonst könnten wir den Ansturm nicht bewältigen«, sagt Damir Mujdzic. Genaue Gästezahlen bleiben ein Geheimnis, aber der Restaurantmanager verrät immerhin, »dass hier pro Tag nicht über 1000 Menschen essen«. Es könnten also täglich bis zu 999 Kunden sein, die in der Föhrstraße speisen. Wer sind die Gäste des selbsternannten Burger King?

Hamburger & Co. sind volkstümlich geworden, sprechen viele Schichten an. Nach kurzer Überlegung erscheint es Damir Mujdzic erwähnenswert auch einige ältere Stammkunden zu haben. Die meisten Kunden fahren mit dem Auto in der Föhrstraße vorbei, nutzen aber nicht den Drive-In. Große Einigkeit herrscht im Bezug auf den Appetit der Gäste: Meistbestelltes Menü ist die »King-Box«, populärster Burger der Whopper. Da ist er wieder, dieser Gedanke an den urdeutschen Werbespruch: »da weiß man, was man hat«. (GEA)