REUTLINGEN. Die Silvesternacht birgt neben den Feierlichkeiten auch einige Gefahren. Das Zünden von Raketen und Böllern kann Verletzungen oder Brände zur Folge haben, und Tiere werden durch den Lärm gestresst. In diesem Jahr gilt in der Reutlinger Innenstadt wieder ein Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern. Auch über ein generelles Böllerverbot wird immer wieder heiß diskutiert. Was denken die Reutlinger darüber? Der GEA hat sich in der Wilhelmstraße umgehört.
Miro Morava macht selbst kein Feuerwerk an Silvester. »Es ist ganz nett, wenn die Stadt es macht. Wenn es kontrolliert ist.« Denn der 54-Jährige hat schon schlechte Erfahrungen zum Jahresende gemacht: »In Tübingen hatte mal jemand aus Versehen Tränengas in seinem Feuerwerkskörper. Da hatten wir natürlich alle viel Freude daran.« Seitdem ist Morava nicht mehr sonderlich gut auf Raketen, Böller und Co. zu sprechen: »Ich finde das einfach Blödsinn und eine Zeitverschwendung.«
Gloria Gund hätte gegen ein generelles Böllerverbot nichts einzuwenden. Sie macht sich vor allem Sorgen um die Natur: »Feuerwerk sorgt für eine große Umweltverschmutzung. Die Tiere leiden auch darunter, meine Kaninchen feiern das beispielsweise überhaupt nicht.« Ein von der Stadt organisiertes Feuerwerk wäre für sie ein Kompromiss.
Das wäre für Harald Herrmann, den ehemaligen Kommandanten der Reutlinger Feuerwehr, ebenso in Ordnung. Ansonsten kann er kein Feuerwerk gebrauchen: »Ich finde das einfach nicht mehr zeitgemäß«, sagt der 66-Jährige.
Heike Rampp und ihre beiden Söhne Luka und Jonas kommen aus Finnland. Dort ist es üblich, dass die Feuerwerke von Städten organisiert werden. »Das finde ich besser und ist auch sicherer«, sagt die 56-Jährige. Dem stimmen ihre Söhne zu, auch wenn die beiden das Ganze etwas lockerer sehen: »Es ist einfach ein Teil von Silvester und auch schön anzuschauen«, meint der 17-jährige Luka.
Für Yusuf Arslan ist das Zünden der Pyrotechnik »an sich okay, aber nur außerhalb von Städten. Für die Anwohner könnte es unangenehm sein.« Außerdem stört den 19-Jährigen, dass es einige Feierlaunige gleich über mehrere Tage hinweg knallen lassen.
»So ganz ohne Feuerwerk ist Silvester einfach nix«, sagt Pierrick Flaig. Problematisch wird es allerdings, wenn es außer Kontrolle gerate, meint der 23-Jährige. Sein Freund Linus Kretschmann spricht sich gegen eine Untersagung aus: »Es gibt ja auch einige Feuerwerkskörper, die nicht so gefährlich sind. Ein allgemeines Verbot würde ich deshalb nicht so cool finden«, sagt der 19-Jährige und fügt an: »Allerdings kommen wir vom Dorf, da passiert nicht so viel wie in der Stadt.«
Lukas Lang hat selbst Spaß am Feuerwerk, zeigt aber Verständnis dafür, dass es in Städten teilweise verboten wird. »Außerhalb sollte es aber erlaubt sein«, sagt der 18-Jährige. Seine Begleiterin Mona Schlegel verzichtet in diesem Jahr auf Knallfrösche jeglicher Art. »Ich habe jetzt einen Welpen, dem gefällt das nicht. Mit ihm muss ich dann wahrscheinlich in den Keller gehen.« Ein gemeinsam organisiertes Feuerwerk im Dorf wäre für die 19-Jährige eine gute Alternative. (GEA)







