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Wie der Reutlinger Weihnachtsmarkt ankam

Zu groß, zu lang, die Stände zu weit auseinander? Der Reutlinger Weihnachtsmarkt wird für manches kritisiert. Doch viele Passanten sind auch zufrieden, wie eine GEA-Umfrage in der Wilhelmstraße zeigt.

Am 6. Januar endet offiziell der Reutlinger Weihnachtsmarkt. Die Menschen in Reutlingen ziehen unterschiedliche Fazite.
Am 6. Januar endet offiziell der Reutlinger Weihnachtsmarkt. Die Menschen in Reutlingen ziehen unterschiedliche Fazite. Foto: Jürgen Meyer
Am 6. Januar endet offiziell der Reutlinger Weihnachtsmarkt. Die Menschen in Reutlingen ziehen unterschiedliche Fazite.
Foto: Jürgen Meyer

REUTLINGEN. Rund vier Wochen lang lockte der Reutlinger Weihnachtsmarkt die Menschen auf die Straßen, es gab Glühwein, Punsch und gebrannte Mandeln, allerlei Handgemachtes und noch viel mehr zu kaufen. Im Bürgerpark verkaufen die Marktbeschicker sogar bis zum 6. Januar ihre Waren an den geschmückten Ständen. Zum Ende der Festzeit wollte der GEA von den Menschen in der Innenstadt wissen, was ihnen am Reutlinger Weihnachtsmarkt gut gefallen hat und welche Änderungen sie sich für die Zukunft wünschen.

»Ich finde den Weihnachtsmarkt hier schon immer gut«, sagt Ilse Bader mit einem breiten Grinsen. Als große Liebhaberin von Riesenrädern freue sie sich jedes Jahr auf den Markt. Sie besuche auch nach der Weihnachtszeit weiter gerne den Bürgerpark, um die Aussicht von ihrer Lieblingsattraktion aus zu genießen. Die Wege zwischen den in der ganzen Innenstadt verteilten Marktabschnitten machen ihr nichts aus: »Wir brauchen keinen Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz. Der Wochenmarkt ist eine geniale Institution, die dort bleiben muss«, meint Bader. Zwar besuche sie dann nicht alle Stände an einem Tag. Aber sie komme gerne mehrfach auf den Markt, um alles zu besichtigen.

»Ich finde den Weihnachtsmarkt hier schon immer gut«

Auch Janina Rüdenauer-Schumacher und ihr Ehemann Markus Schumacher wünschen sich, dass der Adventsmarkt über die Stadt verteilt bleibt. Die beiden Reutlinger sind erst kürzlich Eltern geworden und genießen es, beim Marktbesuch etwas mehr Platz mit ihrem Kinderwagen zu haben: »Wären alle Stände auf einem Platz, wird das schwer, weil dann alle auf der Stelle stehen«, erklärt Janina Rüdenauer-Schumacher. Sie würde sich aber über mehr Stände freuen, die handgemachte Produkte verkaufen. »Davon gab es früher mehr als heute«, stimmt ihr Mann Markus zu.

Daniela Sterr ist vom Angebot auf dem Reutlinger Weihnachtsmarkt enttäuscht.
Daniela Sterr ist vom Angebot auf dem Reutlinger Weihnachtsmarkt enttäuscht. Foto: Emanuel Chatzis
Daniela Sterr ist vom Angebot auf dem Reutlinger Weihnachtsmarkt enttäuscht.
Foto: Emanuel Chatzis

Daniela Sterr fehlen ebenfalls selbstgemachte Waren, wie Weihnachtssterne oder Getöpfertes auf dem Reutlinger Weihnachtsmarkt, den die Pfullingerin als »Katastrophe« bezeichnet. »Das lohnt sich hier nur, wenn man zum Essen da ist«, bedauert sie und ergänzt, dass »die Angebote kaum unterschiedlich sind. Ich laufe hier einmal durch und dann reicht das auch«. Ein einziger Lichtblick sind für sie die lokalen Schulen und Vereine, »die das seit Jahren toll machen«. Auf dem restlichen Markt komme laut Sterr aber zu wenig Weihnachtsstimmung auf.

»Ich bekomme hier alles, was ich brauche«, sagt Hans Peter Bitter über den Weihnachtsmarkt.
»Ich bekomme hier alles, was ich brauche«, sagt Hans Peter Bitter über den Weihnachtsmarkt. Foto: Emanuel Chatzis
»Ich bekomme hier alles, was ich brauche«, sagt Hans Peter Bitter über den Weihnachtsmarkt.
Foto: Emanuel Chatzis

Die fehlende Stimmung lag für Hans Peter Bitter in diesem Jahr an der nicht vorhandenen musikalischen Untermalung. Er hätte gerne mehr Sänger oder Instrumente gehört: »In den letzten Jahren war das noch anders«, erinnerte sich Bitter. Dabei schlendert er grundsätzlich gerne über den Reutlinger Weihnachtsmarkt und will sich über das Angebot nicht beklagen: »Das Sortiment finde ich ausgezeichnet. Ich bekomme hier alles, was ich brauche.«

Johann Marx vermisste auf dem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr die »passende Atmosphäre.«
Johann Marx vermisste auf dem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr die »passende Atmosphäre.« Foto: Emanuel Chatzis
Johann Marx vermisste auf dem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr die »passende Atmosphäre.«
Foto: Emanuel Chatzis

Bezüglich des Angebots auf dem Markt ist Johann Marx anderer Meinung: »Auf den Weihnachtsmarkt komme ich für klassische Dinge, wie Magenbrot, aber davon gab es auf der Wilhelmstraße gar nicht so viel.« Außerdem empfand Marx die Preise als »herausfordernd« und bemängelt ebenfalls die fehlende Musik in der Innenstadt. »Da fehlt dann die passende Atmosphäre«, so der Reutlinger. Zufrieden war er mit dem Nikolausdorf am Albtorplatz, »das könnte nur noch etwas mehr beworben werden«. Vom längeren Weihnachtpark am Bürgerpark hatte er selbst nichts mitbekommen - und er hätte den Ständen ohnehin keinen Besuch mehr abgestattet, »weil die Weihnachtsstimmung inzwischen sowieso vorbei ist«.

Einen Weihnachtsmarkt bis Anfang Januar empfindet auch Ute Maucher als »viel zu lang.« Sie wünscht sich eine kürzere Marktzeit, wie in Tübingen, wo die Stände nur an einem Wochenende geöffnet sind. »Hier gibt es auch einfach nichts für mich zu kaufen«, beklagt Maucher, die während der Weihnachtszeit lieber den Wochenmarkt besucht hat und nur auf dem Heimweg über den Weihnachtsmarkt lief. Was es bräuchte damit die Reutlingerin auch auf dem Weihnachtsmarkt einkauft? »Mehr Handgemachtes.« (GEA)