REUTLINGEN. Gute Vorsätze, angefangen von mehr Sport bis zum gesünderen Essen, gibt es meistens reichlich, doch sie auch in den nächsten 365 Tagen zu befolgen ist schwer. Das räumen meist schmunzelnd zahlreiche Reutlingerinnen und Reutlinger ein, die der GEA in der Innenstadt gefragt hat, welche Ziele sie sich für 2026 setzen. Etwa die Hälfte der Befragten winkt deshalb bei den klassischen guten Vorsätzen ab und nimmt sich erst gar nicht so viel vor. Und dennoch: Die meisten der von uns Befragten haben klare Vorstellungen davon, was im gerade begonnenen neuen Jahr wichtig sein soll und worauf der Einzelne den Fokus legen soll.
Was den meisten Reutlingern wichtig ist: Familie, Beziehungen, ein gutes Miteinander sowohl im Verwandten- und Bekanntenkreis als auch in der Gesellschaft allgemein. Viele wünschen sich zudem, dass die Menschen wieder freundlicher miteinander umgehen. Damit bestätigen auch die Reutlinger den Trend, den eine aktuelle Forsa-Umfrage in ganz Deutschland gezeigt hat.
Frieder Leube möchte 2026 die Zeit mit Freunden und Enkelkindern intensivieren, wie er betont. Aber auch darüber hinaus intensivere Beziehungen pflegen. »Ich bin im interreligiösen Dialog aktiv und möchte noch stärker als bisher Menschen von der jüdischen Gemeinde und von Moscheevereinen persönlich kennenlernen.« Er sei davon überzeugt, dass in unserer Zeit gerade Beziehungen, Freundschaften und der gemeinsame Dialog positive Auswirkungen auf unsere Stadtgesellschaft haben können. »Und das trägt dann auch zur Stabilisierung unserer Gesellschaft bei.«
Kirsten Levene kann mit den klassischen guten Vorsätzen fürs neue Jahr nicht dienen. Aber: »Ich schreibe sehr gerne und ich möchte mir dafür im neuen Jahr mehr Zeit nehmen.« Levene schreibt Kurzgeschichten, hat sich aber auch an einen Roman gewagt. »Mehr zu schreiben, das ist mein bester Vorsatz für 2026«, sagt sie lachend. Die Themen, denen sie sich widmet, sind ganz unterschiedlich, von Alltagsgeschichten bis in Richtung Krimi.
Bianca Leibfritz geht auch ohne große Vorsätze ins neue Jahr. Das, was wichtig sei, mache sie ohnehin, nämlich sich Zeit zu nehmen für ihre Lieben. Und sie wünsche sich natürlich, dass alle in der Familie und in ihrem Umfeld gesund bleiben.
Dieter Hummel wünscht sich und seiner Familie, gesund zu bleiben. »Ansonsten nehme ich mir gar nichts vor«, sagt er ganz offen. Allerdings hat er noch einen Wunsch, der über sein Umfeld hinausgeht: »Dass es in der Welt ein bisschen ruhiger wird, und dass die Menschen wieder ein bisschen netter zueinander sind.«
Heidrun Frisch hat für 2026 einen klaren Vorsatz: »Ich will mit dem Rauchen aufhören.« Das nehme sie sich zwar jedes Jahr vor und scheitere dann wieder, aber sie wolle dennoch dranbleiben. Auf jeden Fall rauche sie schon viel weniger, auch weil Zigaretten inzwischen enorm teuer geworden seien. »Früher habe ich viel geraucht, jetzt etwa zwei kleine Schachteln in der Woche. Aber ich nehme mir vor, 2026 damit ganz aufzuhören.«
Sarah Mayer blickt bereits mit großer Freude auf 2026. »Ich heirate.« Und da wünsche sie sich natürlich eine schöne gemeinsame Zeit. Ansonsten hat sie einen klaren Vorsatz für das gerade begonnene Jahr: »Ich nehme mir vor, regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.« Das sei durchaus machbar, schließlich brauche sie mit dem Auto 15 Minuten, mit dem Rad 20 Minuten, also nur wenig mehr. Die Strecke sei zudem fahrradfreundlich. »Alles Übrige lasse ich auf mich zukommen. Vieles kann man ohnehin gar nicht selbst entscheiden oder beeinflussen.« Für die gesamte Gesellschaft wünscht sie sich, dass es nicht so viele Konflikte gibt und die Politik die Bedürfnisse der Menschen mehr beachtet.
Jennifer Krasniq und Mahmoud Choukair wollen auf jeden Fall mehr Zeit mit der Familie verbringen. »Das nehme ich mir fest vor«, sagt Jennifer Krasniq. Und die beiden wünschen sich natürlich Gesundheit für die ganze Familie und auch Erfolg mit dem Geschäft auf dem Reutlinger Wochenmarkt. Mahmoud Choukair hat dann noch ein ganz besonderes Anliegen: »Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder mehr lachen und nicht mehr so gestresst sind, dass sie miteinander leben und nicht gegeneinander.« Was er auf jeden Fall auch 2026 beibehalten will: Menschen immer wieder etwas zu schenken und ihnen damit eine Freude machen. Davon lasse er sich auch 2026 nicht abbringen.






