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Aktuell Fazit

Was hat das Förderprogramm ZIZ Reutlingen gebracht?

Das Förderprogramm »Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren« (ZIZ) endet zum 30. November. Jetzt wurde ein Abschlussbericht vorgestellt. Wie viel Geld die Stadt Reutlingen bekommen hat und wofür es ausgegeben wurde.

Das Wasserspiel auf dem Marktplatz im Sommer 2024 war nur durch ZIZ möglich - und wird deshalb wohl auch nicht zurückkehren.
Das Wasserspiel auf dem Marktplatz im Sommer 2024 war nur durch ZIZ möglich - und wird deshalb wohl auch nicht zurückkehren. Foto: Steffen Schanz
Das Wasserspiel auf dem Marktplatz im Sommer 2024 war nur durch ZIZ möglich - und wird deshalb wohl auch nicht zurückkehren.
Foto: Steffen Schanz

REUTLINGEN. Von einem Wasserspiel über eine Eventbühne bis hin zu Pop-up-Stores. Die Stadt Reutlingen hat seit Oktober 2022 zahlreiche Projekte und Maßnahmen mithilfe eines Förderprogramms des Bundes umgesetzt. Nun läuft das Programm »Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren« (ZIZ) zum 30. November aus. Projektmanagerin Jordana Mavridou und Wirtschaftsförderer Markus Flammer stellten dem Finanz- und Wirtschaftsausschuss einen Abschlussbericht vor. Der GEA beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist der Zweck von ZIZ?

Ziel des Förderprogramms ist es, Städte und Gemeinden bei der Entwicklung von lebendigen Innenstädten zu unterstützen. Herausforderungen wie dem Rückgang des Einzelhandels oder Leerständen in zentralen Lagen soll entgegengewirkt werden. ZIZ fördert innovative Konzepte und soll die Aufenthaltsqualität in Städten verbessern.

Welche Maßnahmen wurden mit den Fördergeldern umgesetzt?

Die Stadt Reutlingen konnte zahlreiche Maßnahmen umsetzen, die ohne die Fördergelder nicht möglich gewesen wären. So wurden Einzelhandels- und Mobilitätskonzepte entwickelt sowie Marketingkampagnen gestartet. Leerstehende Räumlichkeiten wurden für Pop-up-Stores angemietet. Um die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu steigern, wurden beispielsweise Sitzgelegenheiten und Tischtennisplatten angeschafft und Begrünungen angelegt. Auch die Echazterrasse samt mobiler Eventbühne und ein Wasserspiel auf dem Marktplatz wurden im Rahmen von ZIZ finanziert. Andere Projekte, wie die Biosphären-Manufaktur, konnten im Förderzeitraum nicht umgesetzt werden. Eine Standortsuche für das Leuchtturmprojekt läuft weiter.

Welche Maßnahmen werden noch umgesetzt?

Die Marketingkampagne »Reutlingen - Biosphärenstadt in Bewegung« soll in den nächsten Tagen und Wochen in der Stadt zu sehen sein. Reutlingen ist eine von nur fünf europäischen Großstädten in einem Unesco-Biosphärengebiet. Das Alleinstellungsmerkmal Biosphärengebiet Schwäbische Alb soll vermarktet und im Stadtbild sichtbar gemacht werden.

Wie viel Geld hat die Stadt erhalten und ausgegeben?

Ursprünglich belief sich die Fördersumme für Reutlingen auf rund 2,3 Millionen Euro. Nach der Schließung der Galeria Kaufhof, wurde die Summe auf knappe drei Millionen Euro erhöht. Davon wurden rund 2,4 Millionen Euro ausgegeben. Da nicht alle geplanten Projekte im Förderzeitraum umgesetzt werden konnten, kann die komplette Summe nicht abgerufen werden. Was für Summen in welche spezifischen Projekte flossen, ist dem Abschlussbericht allerdings nicht zu entnehmen.

Wie fällt das Fazit der Verantwortlichen aus?

Mit den Fördermitteln konnten Projekte realisiert werden, die ohne diese nicht möglich gewesen wären. Die Gelder sorgten außerdem für einen Innovationsschub, da die Hemmschwelle, um Neues zu probieren, sank. Ebenso nennen die Verantwortlichen eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in Reutlingen und die Aufwertung des Stadtimages.

Allerdings können einige Projekte, wie die kulturellen Open-Air-Veranstaltungen auf der Echazterasse, nach Ablauf der Förderung aufgrund der Haushaltslage nicht mehr finanziert werden. Auch das Wasserspiel am Marktplatz wird es wohl nicht mehr geben. Ein Folge-Förderprogramm ist nicht in Aussicht. Trotzdem habe man laut Flammer deutlich mehr auf der Haben-Seite als auf der Außer-Spesen-nichts-gewesen-Seite. Ein positives Beispiel sei der »Wechselnde Wilhelm«, ein Café, welches auch nach Ende der Förderung weiter besteht. Außerdem könne man erworbene Dinge wie die mobile Bühne weiterhin nutzen. Bedauert wird, dass das Leuchtturmprojekt Biosphären-Manufaktur nicht im Förderzeitraum realisiert werden konnte.

Was sagen die Gemeinderäte?

Finanzbürgermeister Roland Wintzen lobte die Vielzahl der Maßnahmen, die die Innenstadt belebt haben und bedauert, dass es keine Fortführung des Förderprogramms gibt: »Die Innenstadt braucht weiter Unterstützung.« Dem Lob schloss sich Katharina Ernst von den Grünen an. Sie hoffe aber weiterhin auf die Umsetzung der Biosphären-Manufaktur. Mert Akkeceli von der SPD hob die Belebung am ZOB hervor. Allerdings bedauere er, dass viele Projekte wieder eingestellt werden mussten. So geht es auch Georg Leitenberger von der FWV, der »das Wasserspiel am Marktplatz schon vermisst.« Für Thomas Bader von der CDU ist die Innenstadtbelebung schon lange ein großes Anliegen. Allerdings findet auch er es schade, dass einige Projekte nur einen »Einmal-Effekt« hatten. (GEA)