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Schon über 1000 Anmeldungen für den Reutlinger Altstadtlauf

Countdown bei der IGL Reutlingen: Schon über 1 000 Voranmeldungen für den 6. Juli

Der Reutlinger Altstadtlauf ist etwas ganz Besonderes, die Zusammensetzung der Teilnehmer auch: Seit Jahren machen fast die Hälf
Der Reutlinger Altstadtlauf ist etwas ganz Besonderes, die Zusammensetzung der Teilnehmer auch: Seit Jahren machen fast die Hälfte Schüler aus. FOTO: NIETHAMMER
Der Reutlinger Altstadtlauf ist etwas ganz Besonderes, die Zusammensetzung der Teilnehmer auch: Seit Jahren machen fast die Hälfte Schüler aus. FOTO: NIETHAMMER

REUTLINGEN. Winfried Hörmann ist einer von zehn Vorstandsmitgliedern der Interessengemeinschaft Laufen (IGL) Reutlingen. Jeder hat eine Aufgabe, seine ist das Marketing. Und beim Durchforsten der Statistiken des traditionsreichen Altstadtlaufs ist ihm Bemerkenswertes aufgefallen: In den vergangenen Jahren machten Schüler jedes Mal fast die Hälfte aller Teilnehmer aus – ein erfreulicher und für Volksläufe fast einzigartiger Trend. Der spiegelt sich auch in den Anmeldungen zur 27. Auflage des Altstadtlaufs am Samstag, 6. Juli, wider. »Um den Nachwuchs müssen wir uns keine Sorgen machen«, sagt Vorstandsmitglied Peter Rall.

Bei der IGL Reutlingen läuft’s also bestens. Bis Sonntagabend hatten sich schon 1 071 große und kleine Sportler für den Solcom-Altstadtlauf am 6. Juli angemeldet. Und dabei ist noch etwas Luft nach oben, denn das Online-Portal ist bis Mittwoch, 3. Juli, 24 Uhr, geöffnet, Kurzentschlossene können sogar bis eine Stunde vor Start am Samstag im Rathausfoyer nachmelden. Für den Hauptlauf über zehn und fünf Kilometer liegt die Teilnehmerzahl bisher bei 493, bei den Schülerläufen inklusive Bambinis bei 578.

Die IGL ist zuversichtlich, dass sie den Rekord mit 1 217 Finishern vom vergangenen Jahr knacken kann. Aber darum geht’s dem Verein gar nicht. »Immer höher, immer weiter – das ist nicht unser Ziel«, sagt Peter Rall, der im Vorstand für Sonderaufgaben und damit den Altstadtlauf zuständig ist. Sollte die Teilnehmerzahl allerdings unter 700 sinken, »müssten wir uns Gedanken machen«.

Doch so weit ist es noch lange nicht. Die Laufbegeisterung in Reutlingen ist ungebrochen – auch in den Schulen. Ganz vorne dran die Freie Evangelische Schule, die als »Pionierin«, so Rall, seit vielen Jahren mit den meisten Schülern beim Altstadtlauf vertreten ist. Doch jetzt bekommt sie Konkurrenz. Jos-Weiß-Schule heißt die Rivalin. Ausgelöst wurde der Boom durch Lehrerinnen, die als IGL-Mitglieder die Schüler mit ihrem Lauffieber angesteckt haben. »Die haben Vorbildfunktion«, freut sich Peter Rall.

Doch nicht nur Reutlinger Schulen, sondern auch Firmen stellen immer mehr Teilnehmer beim Altstadtlauf. »Das ist eine Win-win-Situation«, erklärt Winfried Hörmann die Zunahme. Meistens laufen die Firmenmannschaften mit eigenen T-Shirts, was schon mal gut fürs Image ist. Damit nicht genug. »Für einen Chef werden alle Aspekte bedient: Teambildung, Werbung, Gesundheit der Belegschaft, soziale Verantwortung«, sagt Hörmann. Aber auch die Mitarbeiter profitieren. »Während es vielen schwerfällt, sich alleine zum Sport zu motivieren, hilft ein gemeinsamer Termin mit Kollegen oder ein Ziel, das man sich vornimmt, um die Sporteinheiten konsequent umzusetzen. Gemeinsam Laufen macht einfach mehr Spaß«, meint Rall. Besonders beliebt bei den Firmenteams ist die Fünf-Kilometer-Distanz.

Laufen liegt generell im Trend, sagen die beiden Vorstandsmitglieder. »Es gibt nichts Effizienteres für die Ausdauer«, nennt Peter Rall den Grund. Der zeitliche Aufwand ist gering, viel Ausrüstung braucht es auch nicht und Bewegung an der frischen Luft ist perfekter Ausgleich zum Alltag.

»Es gibt nichts Effizienteres für die Ausdauer«

Die zunehmende Beliebtheit macht sich nicht nur beim Altstadtlauf, sondern auch im Verein bemerkbar, der mittlerweile 208 Mitglieder hat. Denen wird einiges geboten. Zusätzliche Lauftreffs für Jogger und Nordic Walker zum Beispiel, Bahntraining für die Ambitionierten und dazu, so Peter Rall, »Sachen, die einfach Spaß machen«. Wie zum Beispiel das große Helferfest nach dem Altstadtlauf auf der Spiegelwiese, bei dem das letzte Mal 84 IGL-Mitglieder dabei waren.

Die haben sich eine Belohnung auch verdient, denn die Organisation des Altstadtlaufs ist eine aufwendige Angelegenheit. Beim Event selbst sind neben dem 18-köpfigen Orga-Team rund 100 Helfer im Einsatz. Aber vor allem die letzten beiden Wochen vor dem Lauf haben es in sich. Wenn dann noch Überraschungen wie die gesperrte Weingärtnerstraße dazu kommen, wird es richtig schweißtreibend für die Veranstalter. Das Sträßchen ist Teil der Laufstrecke, doch wegen Verzögerungen auf einer Baustelle ist dort kein Durchkommen.

Das entdeckten die IGL-Mitglieder kurz vor knapp. »Wir mussten beim Probelauf am 23. Juni ein neues Konzept erfinden«, sagt Peter Rall. Als Ersatz für die kleine Schleife wird jetzt im Gerberviertel eine drangehängt, sodass die zehn Kilometer für den in vier Runden zu absolvierenden Hauptlauf wieder zusammenkommen.

Bis auf die baustellenbedingte kleine Änderung bleibt die Strecke wie gehabt. Start und Ziel ist der Marktplatz, Musikbands sorgen für Stimmung und ab 19.15 Uhr werden die Sieger auf dem Marktplatz geehrt. Als Erste starten um 17.45 Uhr die Bambinis, danach legen die Teilnehmer der drei Schülerläufe los und um 19 Uhr wird’s dann beim Hauptlauf über fünf oder zehn Kilometer spannend.

Zoff mit dem Reutlinger Einzelhandel blieb diesmal aus. Eigentlich, so Peter Rall, hätte der Lauf eine Woche früher über die Bühne gehen sollen. Das wollten aber die Einzelhändler wegen der langen Einkaufsnacht nicht. Deshalb wurde auf 6. Juli verschoben. Schade eigentlich, findet Peter Rall: »Das hätte man wunderbar verzahnen können, beide Seiten hätten profitiert. Aber es gab keinen Streit, nur eine Diskussion.« (GEA)

 

www.igl-reutlingen.de