Logo
Aktuell Corona

Schnelltests: Die meisten Anbieter in Reutlingen wollen 15 Euro verlangen

Ab Montag sind Tests für die meisten Ungeimpften kostenpflichtig. Die Anbieter können den Preis dann selbst bestimmen. Ob alle mittelfristig weitermachen, wird auch von der Nachfrage abhängen.

Noch wird im GSA-Testzentrum im Alexandre gratis getestet. Ab Montag müssen Ungeimpfte 15 Euro zahlen. FOTO: MEYER
Noch wird im GSA-Testzentrum im Alexandre gratis getestet. Ab Montag müssen Ungeimpfte 15 Euro zahlen. Foto: Jürgen Meyer
Noch wird im GSA-Testzentrum im Alexandre gratis getestet. Ab Montag müssen Ungeimpfte 15 Euro zahlen.
Foto: Jürgen Meyer

REUTLINGEN. Gratis-Coronatests sind in Reutlingen ab kommenden Montag Vergangenheit. Mit Ausnahme bestimmter Personengruppen müssen Ungeimpfte künftig zahlen, wenn sie den Nachweis wollen. Den Preis bestimmen die Anbieter selbst. In Reutlingen schwanken die Preise, die meisten verlangen 15 Euro. Ob das zu halten ist und ob alle Zentren das Geschäft mit dem Testen weiterbetreiben, wird sich in den nächsten Wochen zeigen: Alles hängt davon ab, wie sich die Nachfrage entwickelt.

In den vier Reutlinger GSA Care-Bürgertest-Zentren kosten die Schnelltests ab Montag 15 Euro. »Wir haben uns besprochen und den Preis so festgelegt. Ob er angenommen wird? Keine Ahnung«, sagt Angelo Bauso, zuständig für Kommunikation und Marketing bei der Gesundheitssportakademie GSA und der Fitnessstudio-Kette Easy Sports. Bisher haben die Anbieter die Kosten für die Gratis-Tests vom Bund und der Kassenärztlichen Vereinigung erstattet bekommen: Für die Durchführung konnten 8 Euro, für den Test pauschal 3,50 Euro abgerechnet werden.

Damit ist jetzt Schluss. »Ab Montag«, so Bauso, »herrscht freie Marktwirtschaft, jeder ist für sich verantwortlich.« Anschaffung, Personal, Räumlichkeiten – all das müssten die Inhaber der Testzentren bei ihrer Kalkulation bewerten. Und sich dann überlegen, ob sich das Angebot noch lohnt. »Wenn nur zehn Leute am Tag kommen, müsste man es erheblich teurer machen.« Den Bedarf könne man erst ab nächster Woche ermitteln. »Deshalb schwanken die Preise, niemand kann sich festlegen.«

Was die Nachfrage angeht, ist Bauso eher skeptisch. »Zahlt jemand 15 Euro, um in ein Restaurant zu gehen, oder bleibt er zu Hause?«, so seine eher rhetorische Frage. Wie die GSA, die insgesamt 16 Testzentren betreut, werden die meisten anderen Reutlinger Teststationen – nicht alle konnte der GEA erreichen – ihren Service weiter anbieten. Wie etwa die Römerschanz-Apotheke, die 20 Euro pro Schnelltest verlangen will und ihre festgelegten Testzeiten je nach Bedarf variieren wird.

Aktuell sei die Nachfrage gut, jetzt sei er gespannt, wie’s ab Montag läuft, sagt Alparslan Bas, Franchise-Nehmer der Firma Medicare, die in der Burkhardt+Weber-Straße Schnell- und PCR-Tests anbietet. »Ich denke, dass es dennoch angenommen wird – auch, wenn bezahlt werden muss.« Schließlich infizierten sich inzwischen ja auch Menschen, die schon geimpft sind.

Die Schnelltests kosten bei ihm künftig 14,90 Euro. Wer einen PCR-Test will, muss 95 Euro zahlen. »Wir arbeiten mit Labors zusammen, und die sind nicht günstig«, erklärt er den hohen Preis für die PCR-Tests. Und weist darauf hin, dass es die auch gratis gibt – beispielsweise zur Verifizierung nach einem positiven Schnelltest.

»Wir ziehen es weiter durch«, sagt Ralf Steinhoff, Geschäftsführer des gleichnamigen Friseur-Salons. Auch deshalb, weil keiner wisse, wie sich die vierte Corona-Welle entwickelt. »Wir haben kalkuliert und uns dann entschlossen, 15 Euro für die Tests zu verlangen – anders geht’s nicht«, sagt Steinhoff. Für die Kundschaft gibt es einen Extraservice, sie zahlt nur fünf Euro. Die 11,50 Euro, die die Anbieter bisher erstattet bekommen haben, hätten die Vollkosten – wie etwa für Strom, Lohn oder Bereitstellung – nicht gedeckt, so Steinhoff. »Das ist sehr, sehr aufwendig. Allein, um die volle Testmontur anzuziehen, braucht es fünf Minuten.« Er hätte, sagt Ralf Steinhoff, den Service gerne weiter kostenlos angeboten. »Ich finde es ganz wichtig, dass wir noch Teststationen haben.« Und, so Steinhoff: »Wir wollen helfen.« (GEA)