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Reutlinger Hundehalter müssen ab 2026 mehr zahlen

Reutlingen erhöht die Hundesteuer ab 2026 deutlich. Wie viel Halter dann bezahlen müssen, welche Hunde von erhöhten Steuern betroffen sind und welche spezielle Änderung eine Grünen-Gemeinderätin vorgeschlagen hat.

Hundehalter müssen in Reutlingen ab dem 1. Januar 2026 tiefer in die Tasche greifen.
Hundehalter müssen in Reutlingen ab dem 1. Januar 2026 tiefer in die Tasche greifen. Foto: dpa/Klose
Hundehalter müssen in Reutlingen ab dem 1. Januar 2026 tiefer in die Tasche greifen.
Foto: dpa/Klose

REUTLINGEN. Wer in Reutlingen lebt und einen Hund hält, muss bald tiefer in die Tasche greifen. Und wer einen sogenannten Listenhund hält, der als gefährlich eingestuft ist, muss in Zukunft noch deutlich mehr blechen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung mit 37 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und zwei Nein-Stimmen eine Erhöhung der Hundesteuer ab dem 1. Januar 2026 beschlossen. Die letzte Erhöhung liegt fünf Jahre zurück.

Wer einen Hund hält, muss ab 2026 dann 156 Euro pro Jahr zahlen (bislang: 132 Euro), für jeden weiteren Hund werden 312 Euro pro Jahr fällig (bislang: 264 Euro). Wer einen sogenannten »gefährlichen Hund« - also einen Kampfhund - hält, muss ab 2026 noch deutlich mehr Steuer abtreten: 936 Euro pro Jahr (bislang: 660 Euro). Für jeden weiteren »gefährlichen Hund« werden dann 1.872 Euro (bislang: 660 Euro) pro Jahr und Tier fällig. Die Hundesteuer - und vor allem die hohe Steuer auf Listenhunde - soll eine Art Lenkungsfunktion erfüllen. Die Zahl der Haltungen soll durch die erhöhten Abgaben in einem verträglichen Rahmen gehalten werden.

Kampfhundeverordnung regelt, welche Hunde betroffen sind

Zu den »gefährlichen Hunden« zählen in Reutlingen laut Hundesteuersatzung der Stadt zwölf Rassen: American Staffordshire Terrier, Bordeaux Dogge, Bullmastiff, Bullterrier, Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastín Españo, Mastino Napoletano, Pit Bull Terrier, Staffordshire Bullterrier und Tosa Inu. Sie alle werden höher besteuert.

Zudem kann die Ortspolizeibehörde Hunde anderer Rassen ebenfalls als »gefährlich« einstufen, wenn sie eine gesteigerte Aggressivität feststellt, wenn die Hunde bissig sind oder zum Reißen von anderen Tieren neigen.

Grünen-Stadträtin Eleanor Weber war mit der geplanten Erhöhung nicht ganz zufrieden. Sie brachte einen Änderungsantrag ein. Und zwar soll die deutlich höhere Kampfhunde-Steuer nicht gelten, wenn es sich um Listenhunde aus dem Tierheim handle, so Weber. Diese Einrichtung tue sich besonders schwer, neue Halter für »gefährliche Hunde« zu finden, so Weber - und dem wolle man mit einer Steuersenkung entgegenwirken. AfD-Stadtrat Hansjörg Schrade war dagegen, »das lädt zum Missbrauch ein«. Auch FWV-Rat Erich Fritz wollte nicht zustimmen: »Das sollte man eher für Kampfhunde machen, die einen Hundeführerschein haben und nachgewiesen ungefährlich sind.« CDU-Rat Frank Glaunsinger sah zudem einen bürokratischen Aufwand für die Stadt, »den wir uns nicht ans Bein binden sollten«. Und so wurde Webers Änderungsantrag mehrheitlich abgelehnt.

Immer mehr Kampfhunde

In Reutlingen gibt es aktuell insgesamt 4.525 gemeldete Hunde (Stand: 20. Oktober 2025). Die Zahl hat in den vergangenen sechs Jahren deutlich zugenommen: 2019 waren bei der Steuerabteilung der Stadt noch 3.857 Hunde im Stadtgebiet verzeichnet. Auch die Zahl der Kampfhunde hat zugenommen: Von 13 im Jahr 2019 auf 59 zum Stichtag im Oktober 2025. Einzig rückläufige Zahl: Seit dem Jahr 2023 scheinen sich immer mehr Reutlinger wieder auf einen Hund zu beschränken. Die Zahl der gemeldeten Zweithunde hat von 340 (2023) auf 247 (2025) abgenommen. (GEA)