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Reutlinger Band »The Spacelords« heimst britischen Award ein

Die Reutlinger Band »The Spacelords« hat im November den Prog-Award des britischen Radiosenders HRH in der Kategorie »Best Spacerockband« gewonnen. Am 20. Dezember landet das preisgekrönte Trio außerdem sein »Spacerock-Raumschiff« im franz. K..

Die Gewinner des HRH-Awards, die Reutlinger Band Spacelords:  Matthias "Hazi" Wettstein, Marcus "Mudge" Schnitzler und Eki "Akee
Die Gewinner des HRH-Awards, die Reutlinger Band Spacelords: Matthias »Hazi« Wettstein, Marcus »Mudge« Schnitzler und Eki »Akee« Kazmaier. Foto: Foto: Stephan Zenke
Die Gewinner des HRH-Awards, die Reutlinger Band Spacelords: Matthias »Hazi« Wettstein, Marcus »Mudge« Schnitzler und Eki »Akee« Kazmaier.
Foto: Foto: Stephan Zenke

REUTLINGEN. »Spacerock«: Das ist schon eine ganz eigene Musikrichtung, abgedreht, meist ohne Gesang, dafür mit ordentlich Effekten und Synthesizern. Die Musiker spielen sich in Ekstase, das Publikum folgt ihnen, Raum und Zeit funktionieren nach eigenen Gesetzen. So sind Songs mit einer Länge von weit über zehn oder gar 20 Minuten keine Seltenheit. »Es ist eine Reise, auf die wir unsere Zuhörer mitnehmen«, versucht Matthias Wettstein alias »Hazi« es zu erklären. »Da passiert etwas und erst weiß keiner, wo es hingeht«.

»Hazi« ist Gitarrist der Reutlinger Spracerockband »The Spacelords«, die seit 2008 die internationale Stoner,- Space- und Kraut-Rock-Gemeinde begeistert. Seit 2014 spielen sie in der so genannten »klassischen Besetzung« mit Marcus »Mudge« Schnitzler am Schlagzeug und Eki »Akee« Kazmaier am Bass, der damals den früheren Bassisten ablöste. In der Szene sind sie angesagt, vielen ein Begriff - und das weit über die Landesgrenzen hinaus. Immer wieder sind sie auf Tour, auch im Ausland: etwa in Italien, Norwegen, Holland oder in Großbritannien. Dort haben sie im Jahr 2022 einige Gigs gespielt. Höhepunkt und Anlass der Tour war ein Auftritt beim großen Indoor-Festival in Sheffield vor 3.000 Zuschauern. Damit sich der Aufwand lohnt, mit dem Tourbus mehr als 2.500 Kilometer zurückzulegen, haben sie nach weiteren Auftrittsmöglichkeiten geschaut. Und es scheint, als hätten sie »einen bleibenden Eindruck hinterlassen« im Vereinigten Königreich, wie die drei Musiker beim GEA-Redaktionsbesuch erzählen.

Die Award-Abstimmung: Spannend bis zum Schluss

Im Oktober haben sie nämlich per Mail eine Einladung zur Preisverleihung des »HRH-Prog Awards« bekommen, ausgelobt wurde dieser vom Radiosender HRH (Hardrock Hell Radio). Zuerst sagten sie eine persönliche Teilnahme ab - die Anreise ist immerhin weit, zudem war nicht klar, ob sie überhaupt zu den Gewinnern zählen. Doch dann signalisierten die Veranstalter nachdrücklich, dass die Chancen auf einen Award gut stünden. Marcus »Mudge« Schnitzler machte sich daraufhin gemeinsam mit einer Bekannten auf gen England. »Das war eigentlich eine ganz coole Sache«, blickt er zurück, »und spannend bis zum Schluss«. Die Radio-Hörer waren aufgefordert, für ihre Favoriten abzustimmen, da hätte auch Unvorhergesehenes passieren können. Doch mit ihrer Mischung aus Prog- und Spacerock seien sie herausgestochen, und konnten die Zuhörerjury von sich überzeugen. »Mudge« durfte den Award für die Kategorie »Best Spacerockband« mit nach Reutlingen nehmen.

Stolz zeigen sie den Preis, aber sich jetzt auf diesen Lorbeeren auszuruhen, das ist nicht. Ganz im Gegenteil: Die Band hat aktuell einiges zu tun. Momentan laufen Aufnahmen für ein neues Album, es ist bereits die siebte Studioplatte, außerdem gibt es eine Live- und eine Splittplatte. Im Herbst kommenden Jahres soll das Album fertig sein und auf den Markt kommen. Das Besondere: Das Album wird als Vinyl-Platte gepresst, Front- und Backcover wurden von »Hazi« gestaltet. Zusätzlich wird es natürlich über Streaming-Dienste zum Kauf angeboten.

Eine Reise auf dem Spacerock-Raumschiff

Auch im neuen Album bleiben die drei Musiker ihrem Musikstil treu, sie geben der Musik viel Raum, damit sie sich ausbreiten kann. Das sei der Vorteil, wenn man keinen Sänger in der Band habe, sind sie sich einig:»Das gibt uns Instrumentalisten viel mehr Freiheiten, da entfaltet sich die Kreativität dann erst richtig.« Das Zusammenspiel des Trios sei »tief ineinander verwoben«, erklären sie, man kenne sich in- und auswendig, aus Bandkollegen wurden im Lauf der Jahre echte Freunde. »Das hat von Anfang an auch menschlich gepasst, wir sind sehr eng«, sagen sie. Im musikalischen Bereich sind sie sich ebenfalls einig, alle drei »gehen gerne so richtig ab«, das Rauschmittel ist die Musik und die Zuhörer dürfen sie begleiten »auf eine Reise in das Universum der 70er-Spacerock-Raumschiffe«.

Wer jetzt neugierig geworden ist: Am Samstag, 20. Dezember, geben die Spacerocker ab 20 Uhr ihr traditionelles jährliches Heimspiel im franz.K.. Viele eingefleischte Prog-Rocker nehmen dafür eine weite Anreise auf sich, erzählen die Spacelords, sie haben einen Namen in der Szene. Aber auch wer bisher noch keinen Kontakt zu »galaktisch groovenden Spacerocker im Stoner Raum-Zeit-Kontinuum« ( so die Ankündigung des franz.K) hatte, ist willkommen. (GEA)