Logo
Aktuell Event

Reitz mal wieder: Jedermann-Skat-Turnier auf dem Reutlinger Weindorf

Die »Achalmbuben « laden zum Skat-Turnier aufs Weindorf. Im Vordergrund stehen Spaß und Geselligkeit.

Manfred Iwanek und Christa Klein sind seit ihrer Jugend passionierte Skatspieler.
Manfred Iwanek und Christa Klein sind seit ihrer Jugend passionierte Skatspieler. Foto: Steffen Schanz
Manfred Iwanek und Christa Klein sind seit ihrer Jugend passionierte Skatspieler.
Foto: Steffen Schanz

REUTLINGEN. Skat ist ein Spiel für echte Kerle, die in launiger Runde ihr Herrengedeck und eine frauenfreie Gesellschaft genießen möchten. Das Klischee steht.

»Skat ist gesellig, schult Gemeinschaftssinn und Toleranz, ist bestes Training für die Gehirnzellen – und seit 2016 Weltkulturerbe«: Christa Klein und Manfred Iwanek vom Skatclub Achalm-Buben Reutlingen fallen ganz andere Reize fürs Kartendreschen ein.

Nun will der Verein Werbung im größeren Stil für Skat-Passion machen: Er lädt am Samstag, 13. September, in die Weinlaube des Forellenhofs »Rössle« aufs Weindorf zum Jedermann-Turnier. Ambitionierte Spielerinnen und Spieler sind ebenso willkommen, wie solche, die nur gelegentlich zu den Karten greifen.

Im vergangenen Jahr haben beide vereinsintern in einer Weindorflaube gespielt und laut Christa Klein (69) festgestellt: »Das macht Spaß und passt zum Flair des Weindorfs.« Das Turnier war Manfred Iwaneks Idee. Gewinnen wird nicht im Vordergrund stehen: »Es soll familiär und gemütlich werden«, sagt der 68-Jährige, der wie Klein seit seiner Jugend passionierter Spieler ist.

»Skat schult Gemeinschaftssinn und Toleranz und ist bestes Training für die Gehirnzellen «

Um zum eingangs beschriebenen Klischee zurückzukehren: Teil eins stimmt laut Christa Klein nicht – zumindest nicht im Verein: »Als ich das erste Mal bei den Achalm-Buben war, habe ich noch nie so viele Sprudelflaschen auf einem Tisch gesehen.«

Teil zwei trifft eher zu: Skat war und ist eine Männerdomäne. Der Verein hat 42 Mitglieder aktuell – nur gut 10 Prozent sind weiblich. »Und das ist schon viel«, sagt Christa Klein. Immerhin: Mit ihr ist seit 2016 eine Frau Vorsitzende. Die Achalm-Buben sind einer der größeren Vereine im Verband Baden-Württemberg. Entsprechend gut besucht ist der wöchentliche Treff einmal die Woche im Pfullinger Jahnhaus (Spielstart mittwochs jeweils 17.30 und 20 Uhr, Gäste willkommen). Um die 30 Spieler sind in der Regel vor Ort. »Das mischt sich dann gut durch«, berichtet die Vorsitzende. Mit guten Platzierungen bis hin in die Deutsche Meisterschaft: Teils sitzen hochklassige Spielerinnen und Spieler mittwochs im Jahnhaus mit am Tisch.

Der Jüngste ist 26 Jahre alt. Der Altersschnitt pendelt sich nach Angaben der beiden Vereinsvertreter jedoch eher bei 60 ein. Das Kartenspiel ist etwas aus der Mode gekommen, räumen beide ein, gerade bei jungen Leuten. Sie sind daher eine wichtige Zielgruppe der Nachwuchsakquise: etwa in der Skat-AG am Isolde-Kurz-Gymnasium oder im Kurs, den der Verein im Winter an der Reutlinger Hochschule anbieten will.

Auch sonst engagieren sich Vorstand und Mitglieder, um das Kulturerbe zu pflegen und zu fördern. Im vergangenen Jahr veranstalteten sie ein Jedermann-Street-Skat in der Fußgängerzone. Regelmäßig werden Skat-Seminare angeboten, in denen auch Nichtvereinsmitglieder den Wiedereinstieg finden oder sich verbessern können (die nächsten sind am 10. und am 17. September jeweils 15.30 bis 17 Uhr im Jahnhaus). Natürlich kann man Skat – ganz modern – auch im Internet spielen. »Die Dunkelziffer derjenigen, die auf Smartphone oder Tablet online spielen, ist sicher hoch«, mutmaßt Manfred Iwanek. Doch beide sind sich einig: »Live macht es mehr Spaß.« (GEA)