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Aktuell Reutlingen

Pfirsiche, Igelchen und Zebras

REUTLINGEN. Na so was? Dass sich Kipferl auf den bunten Tellern kringeln, Ausstecherle vor allem Kinderherzen deutlich höher schlagen lassen und Lebkuchen zum ultimativen Weihnachtsgenuss dazugehören - logisch. Aber Zebras? Pfirsiche? Und Igelchen? Das klingt ungewöhnlich und schmeckt lecker. Vor allem aber bereichern solche Gutsle das klassische Repertoire der deutschen Adventsbäckerei um neue Geschmacksnoten.

Kleine Köstlichkeiten aus den regionalen Küchen schmecken nicht nur, sondern schmücken auch jede Kaffeetafel.
FOTO: ZENKE
Kleine Köstlichkeiten aus den regionalen Küchen schmecken nicht nur, sondern schmücken auch jede Kaffeetafel. FOTO: ZENKE
Kleine Köstlichkeiten aus den regionalen Küchen schmecken nicht nur, sondern schmücken auch jede Kaffeetafel. FOTO: ZENKE
Kekse, Kekse, Kekse. Das gute alte Krümelmonster hätte dieser Adventstage seine helle Freude an der Lokalredaktion. Die Kollegen aus anderen Ressorts haben sie natürlich auch. Denn selbstverständlich bekommen die armen Darbenden aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur das eine oder andere Krümelchen vom gigantischen Gutslesberg ab, der sich neuerdings im »Lokalen« auftürmt. Weit über 70 Hobbybäckerinnen und ein Quoten-Bäcker haben sich bis zum Einsendeschluss an der GEA-Plätzchen-Aktion beteiligt und mit ihren Beiträgen zahlreiche Leserinnen und Leser begeistert. Denn dass die Back-Empfehlungen aus regionalen Küchen auf fruchtbaren Boden fielen, ist längst klar. Gruß- und Dankeskarten mit dem Hinweis, dass dieses oder jenes Rezept nachgebacken und für »super-lecker« befunden wurde, sprechen diesbezüglich eine klare Sprache.

Von Josephine Baumgartner
»Pfirsiche« mit Pfiff aus Slowenien

Die gebürtige Slowenin Josefine Baumgartner hat schon immer viel und gerne gebacken - während ihrer Jugend schaute sie sich bei Muttern manchen Kniff ab, den sie jetzt an Tochter und Enkelin weitergibt. Bis zu 30 Sorten backt die Walddorfhäslacherin in der Vorweihnachtszeit. Darunter ein Rezept aus der Heimat. »Pfirsiche« nennen sich die hierzulande eher unbekannten Gutsle, die in Slowenien auf keiner Festtagstafel fehlen dürfen.

Teig:

3 Eier (Größe M)

210 g Puderzucker

1 Päckle Vanillin-Zucker

12 Esslöffel Sonnenblumenöl

1 Esslöffel Rum

500 g Weizenmehl (Typ 405)

1/2 Päckle Backpulver

Füllung:

3 Esslöffel Aprikosenmarmelade

2 Esslöffel Rum

Brösel von ausgehöhlten, gebackenen

Pfirsichen (siehe Anleitung)

50 g gemahlene Walnüsse

4 Tropfen Bittermandelaroma

50 g geriebene Schokolade

Verzierung:

Himbeersirup

Kristallzucker

etwas Wasser

Eier, Zucker und Vanillin-Zucker schaumig aufschlagen und langsam Öl sowie Rum zugießen. Unter ständigem Rühren Mehl und Backpulver zugeben bis ein zäher Teig entsteht, der eine Stunde gekühlt werden muss. Dann mit fettigen Händen etwa 120 kirschgroße Kugeln formen und diese bei 180 Grad 20 Minuten lang backen (dabei gehen sie auf und werden zu Halbkugeln). Die Halbkugeln auf der flachen Seite aushöhlen. Dann für die Füllung sämtliche Zutaten sowie die beim Aushöhlen angefallenen Brösel vermischen und mit dieser Masse (Pfirsichkern) die Halbkugeln füllen. Jeweils zwei Halb- zu einer Kugel zusammensetzen. Nun Himbeersirup mit etwas Wasser vermengen, die Pfirsiche bepinseln und in noch feuchtem Zustand in Kristallzucker rollen.

Von Brigitte Raisch
Lebkuchen mit Saft und Kraft

Die Pfullingerin Brigitte Raisch ist eine leidenschaftliche Hobby-Bäckerin, die immer auf der Suche nach neuen Rezepten ist. Neulich fand sie »Apfel-Lebkuchen« im Internet. Und weil diese Gutsle sicherlich nicht nur der Familie bestens munden, empfiehlt sie ihre »Entdeckung« heute zum Nachbacken.

Teig:

150 g Butter

200 g Zucker

3 Eier

300 g Mehl

1 Esslöffel Kakaopulver

1/2 Teelöffel Salz

1,5 Teelöffel Natron

1,5 Teelöffel Zimt

3/4 Teelöffel gemahlene Nelken

3/4 Teelöffel Kardamom

1,5 Tassen Apfelmus

Glasur/Dekors:

Schokoguss

Liebesperlen oder Schokostreusel

Zucker und Butter schaumig rühren und die Eier nach und nach unterrühren. Das Mehl mit dem Kakaopulver und den Gewürzen mischen und unterrühren. Zum Schluss das Apfelmus hinzugeben und ebenfalls unterrühren. Die Masse auf ein gefettetes Blech streichen und bei 175 Grad 20 bis 30 Minuten lang backen. Dann mit Schokoguss, Liebesperlen oder Streuseln garnieren und in Quadrate schneiden.

Tipp: Wer's mag, kann vor dem Backen 125 g Rosinen oder 50 g gehackte Walnüsse unterheben.

Von Rosmarie Urban
Einfach himmlisch: Gefüllte Zimtsterne

In der Rubrik »Großmutters Weihnachtsplätzchen« einer Zeitschrift hat Rosmarie Urban das Rezept für »Gefüllte Zimtsterne« gefunden. Und weil's der Reutlingerin vortrefflich mundet, will sie diesen Backtipp anderen begeisterten Gutsles-Bäckern und -Essern zum Nachbacken empfehlen.

Teig:

100 g Haselnusskerne

300 g Mehl

1 Teelöffel Backpulver

75 g Puderzucker

1 Teelöffel gemahlener Zimt

1 Ei

200 g Butter

etwas Mehl zum Ausrollen

Füllung:

3-4 Esslöffel Himbeergelee

1 Esslöffel Himbeergeist

50 g Butter, flüssig

50 g Zucker

1 Teelöffel gemahlener Zimt

Die Nüsse in einer trockenen Pfanne rösten, dann die braunen Häute abreiben. Die Nüsse auskühlen lassen, mahlen und mit den übrigen Teigzutaten verkneten. Den Teig eine Stunde lang kühlen, ihn anschließend auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 Millimeter dünn ausrollen und Sterne ausstechen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und bei 200 Grad auf der oberen Schiene etwa 10 Minuten backen. Derweil das Gelee mit dem Himbeergeist verrühren und den Zucker mit Zimt mischen. Die eine Hälfte der Sterne mit flüssiger Butter bepinseln und mit Zimt-Zucker bestreuen. Die andere Hälfte mit Gelee bestreichen. Beide Hälften zusammensetzen.

Von Heidrun Ruoff
Leicht zu backen, schnell verputzt

Wenn Heidrun Ruoff mit ihren vier Kindern der Weihnachtsbäckerei frönt, dann gehören "Brownies" zum festen Backprogramm. Und weil die Naschereien der ganzen Familie munden, bereitet die ausgebildete Konditoren gleich die doppelte Teigmenge zu - damit zum Fest wenigstens noch ein paar Krümelchen übrig sind. "Das "Rezept", findet die Talheimerin, "ist leicht nachzubacken" und schmeckt.

Teig:

100 g Zartbitterschokolade

100 g Walnusskerne

100 g weiche Butter

125 g Zucker

1 Päckle Vanillin-Zucker

6 Eigelbe

2 Esslöffel Kakao

100 g Mehl

6 Eiweiß

Glasur:

200 g Vollmilchkuvertüre

Nach Belieben drei Esslöffel

Schokostreusel oder gehackte Walnüsse

Schokolade in Stückchen brechen und im Wasserbad schmelzen. Die Walnüsse grob hacken. Den Ofen auf 180 Grad (Gas: Stufe 3) vorheizen und das Backblech mit einem Alustreifen auf etwas 20 x 30 Zentimeter Größe verkleinern und mit Backpapier auslegen. Dann Butter mit dem Rührgerät schaumig schlagen, Zucker, Vanillin-Zucker und Eigelbe zufügen und alles zu einer cremigen Masse schlagen. Geschmolzene Schokolade und Nüsse unterrühren. Nun Kakao und Mehl mischen und auf die Creme geben. Eiweiße steif schlagen und darauf häufen. Alles mit einem Rührlöffel sorgfältig unterheben. Den Teig aufs Blech streichen und auf mittlerer Schiene etwa 45 Minuten backen. Danach die Teigplatte auf ein Kuchengitter stürzen und abkühlen lassen. Derweil die Kuvertüre in kleine Stücke schneiden und im Wasserbad schmelzen. Die flüssige Kuvertüre gleichmäßig auf die Teigplatte streichen, eventuell mit Nüssen oder Streuseln verzieren und in etwa 4 Zentimeter große Würfel schneiden.

Tipp: Die Brownies gut in Folie verpackt aufbewahren, damit sie nicht austrocknen.

Von Ingeborg Mehlhorn
Angestachelte Vorfreude

Mit ihren »Gewürzigelchen« beteiligt sich die Wannweilerin Ingeborg Mehlhorn am Advents-Wettbewerb »Keks und Co.«, und sie stachelt - zumindest im übertragenen Sinne - die Vorfreude auf Weihnachten an. Denn Gaumenkitzel versprechen die Stacheltierchen allemal. Ob sie, in Anlehnung an die Fabel vom Hase und dem Igel, allerdings auch das Rennen beim Contest machen, sei noch nicht verraten - da ist das Siegel der Verschwiegenheit vor.

Teig:

100 g weiche Margarine

75 g Zucker

1 Päckle Vanillin-Zucker

1 Prise Salz

1 Esslöffel Bienenhonig

1 Ei, getrennt in Dotter und Eiklar

2 Teelöffel Lebkuchengewürz

50 g fein gewürfeltes Orangeat

1/2 Teelöffel Backpulver

150 g Mehl

Dekoration:

100 g Mandelstifte

Margarine, Zucker, Vanillin-Zucker, Salz, Honig, Eigelb und Lebkuchengewürz schaumig schlagen. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen, einen Teil davon nebst Orangeat unter die Schaummasse rühren und mit dem restlichen Mehl verkneten. Den Teig zugedeckt im Kühlschrank ruhen lassen. Später daraus nussgroße Kugeln (2 Zentimeter Durchmesser) formen, sie in verschlagenes Eiweiß tunken und in die Mandelstifte drücken. Auf ein gefettetes mit Backpapier belegtes Blech setzen und im vorgeheizten Ofen (175 bis 200 Grad) 10 bis 12 Minuten backen.

Tipp: »Optimal« werden die Gutsle, wenn sie bei Ober-/Unterhitze 12 Minuten lang gebacken werden.

Von Eva Armb
Ist ja zum Wiehern: Zebras aus Holland?

Eigens für ihren Schwiegersohn, schreibt Eva Armb, backt sie seit fünf Jahren ihre »Holländischen Zebras«. Der Name dieser Gutsle ist wahrlich zum Wiehern, ihr Geschmack hingegen verdient das Prädikat »köstlich«.

Teig:

250 g Butter

200 g Zucker

1/2 Teelöffel Salz

4 Eigelbe

250 g Mehl

100 g Speisestärke

1/2 Päckle Backpulver

3 Esslöffel Rum

5 Esslöffel Kakaopulver

Verzierung:

Eigelb

3 Esslöffel Hagelzucker

Butter, Zucker und Salz schaumig rühren. Nacheinander die vier Eigelbe zugeben und alles glattrühren. Das Mehl mit der Stärke und dem Backpulver sieben, zur Buttermasse geben und einen festen Teig daraus kneten. Diesen halbieren und in die eine Portion Rum und Kakaopulver einarbeiten. Beide Teigportionen zugedeckt etwa 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Den hellen und dunklen Teig getrennt auf einer bemehlten Arbeitsfläche je 0,5 Zentimeter dick ausrollen und jede Teigplatte halbieren. Helle und dunkle Platten im Wechsel aufeinander setzen und gut zusammendrücken. Aus der Vierfach-Platte 2 x 3 Zentimeter große Scheiben schneiden, mit Eigelb bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. Die Zebras auf mittlerer Schiene bei 180 Grad 10 bis 15 Minuten backen. (GEA)