REUTLINGEN. Einen Korb zu bekommen, wird ja bekanntlich eher mit Misserfolg und Enttäuschung assoziiert. Beim Discgolf ist es genau umgekehrt. Wer mit seiner runden Scheibe mit der geringsten Anzahl von Würfen den Korb trifft, kann sich über eine gute Punktwertung freuen. Auch in Reutlingen gibt es nun die Möglichkeit, die neue Trendsportart um die Sportanlagen beim Dietweg kostenlos auszuprobieren.
Das ließen sich die Schülerinnen und Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums und der Minna-Specht-Gemeinschaftsschule und auch die geladenen Gäste bei der Eröffnungsfeier am Dienstag trotz der windigen Bedingungen nicht entgehen. Es braucht nicht viel, um Discgolf zu spielen: ein bisschen Konzentration, Ausdauer und einen passenden Wurfgegenstand. Viel wichtiger sei aber die Lust an Bewegung und die Freude an der frischen Luft, betonte Oberbürgermeister Thomas Keck in seiner Rede. Vom Startpunkt aus ging es los, und dann hieß es: Das Runde muss in den Korb. Und das mit möglichst wenig Würfen. Ähnlich wie beim klassischen Golf wird von der Position weitergespielt, wo die Scheibe auf dem Boden aufprallt. Dann wird wieder von der neuen Position geworfen. Das Spiel wiederholt sich, bis die Scheibe im Korb landet. Gar nicht so einfach, vor allem, wenn der Wind auch noch mitmischen will. Doch mit der richtigen Wurftechnik und ein paar Tipps von den Profis vom Discgolfclub Achalm klappte es dann doch, sodass die ein oder andere Scheibe einen Volltreffer landete.
Standortsuche schwieriger als gedacht
Die Idee für eine Discgolfanlage in Reutlingen entstand schon 2017. Auf der Eninger Weide gibt es bereits seit 2013 eine Discgolfanlage, doch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Sportgelände nur schwer zu erreichen. Deshalb sollte eine neue Anlage in Stadtnähe her. Die größte Herausforderung bestand dann aber darin, einen passenden Standort zu finden. Nach einer langen Suche fiel die Wahl auf freie Rasenflächen um die Sportanlagen beim Dietweg, die von der Stadt zur Verfügung gestellt wurden. »Der Dietweg ist der perfekte Standort, da er gut mit dem ÖPNV zu erreichen ist und gleichzeitig nah am Wohngebiet und den Schulen liegt«, sagte Leiter der städtischen Abteilung Sport, Moritz Randecker. Das Ziel sei auch gewesen, dass sich die Schülerinnen und Schüler in ihrer Mittagspause auf dem Gelände austoben können.
Auch die Finanzierung der neuen Sportstätte musste erstmal geklärt werden. Dank einer Kooperation mit dem Schwäbischen Albverein Betzingen und der Unterstützung von Sponsoren und Eigenmitteln des Discgolfclub Achalm konnte der Bau des Sportgeländes ermöglicht werden. Bei der konkreten Umsetzung und dem Aufbau waren dann viele fleißige und tatkräftige Hände der Vereine gefragt. Seit Ende März ist die Anlage nun fertig und kann jetzt von allen Altersgruppen genutzt werden.
Kostenlos und ganztägig offen
Auf elf Bahnen können sich Sportbegeisterte auf der neuen Discgolfanlage austoben. Wer keine passende Wurfscheibe hat, kann sich bald eine für wenige Euro im Sportheim ausleihen. »Mit dem Frisbee kann es etwas schwierig werden, da es zu leicht ist«, erklärte der Abteilungsleiter des Discgolfclub Achalm, Pepe Traub. Die speziellen Wurfscheiben sind etwas schwerer und flacher und seien speziell für die Sportart Discgolf ausgelegt. Doch zur Not gingen auch die anderen. »Uns ist es wichtig, dass wir Discgolf voranbringen und weiter bekannt machen«, sagte Pepe Traub weiter. Der Spaß stehe im Vordergrund. Gemeinsam mit dem Schwäbischen Albverein Betzingen wollen die erfahrenen Discgolfspieler aus Eningen auch Kurse aufbauen, die Techniken und Tricks erklären. Das Gelände kann immer kostenlos genutzt werden. Auch die Anlage in Eningen bleibt weiter in Betrieb. (GEA)

