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Naturtheater Reutlingen dreht ersten Kinofilm

Das Naturtheater Reutlingen hat mit geringem Aufwand und großem Engagement seinen ersten Kinofilm gedreht. Schon bald feiert »Die Wasenwaldbande und die sieben Raben« Premiere im Kamino. Wie der Film entstanden ist.

Starke Laiendarsteller wie Tara Drljaca, hier im Rabennest zu sehen, prägen den ersten Kinofilm des Naturtheaters Reutlingen. Ge
Starke Laiendarsteller wie Tara Drljaca, hier im Rabennest zu sehen, prägen den ersten Kinofilm des Naturtheaters Reutlingen. Gedreht wurde das Werk rekordverdächtig in nur fünf Tagen. FOTOS: NATURTHEATER REUTLINGEN
Starke Laiendarsteller wie Tara Drljaca, hier im Rabennest zu sehen, prägen den ersten Kinofilm des Naturtheaters Reutlingen. Gedreht wurde das Werk rekordverdächtig in nur fünf Tagen. FOTOS: NATURTHEATER REUTLINGEN

REUTLINGEN. Der erste Kinofilm des Naturtheaters Reutlingen ist ein spannender Krimi. Atemberaubend ist auch die Produktionsgeschichte von »Die Wasenwaldbande und die sieben Raben«. Laiendarsteller und Amateurkameraleute haben an Drehorten in der Region mit viel Engagement einen 116 Minuten langen, professionell wirkenden Film geschaffen. Wer nachfragt, was das alles gekostet hat, bekommt eine unglaubliche Antwort.

»Der Film ist keine Low-Budget-Produktion, sondern eine No-Budget-Produktion«, sagt ein grinsender Michael Bachner. Der Mann muss es wissen, denn er ist Produzent, Regisseur, Kameramann und Darsteller in einer Person – neben seinem Job als Öffentlichkeitsarbeiter des Naturtheaters und seinem Beruf bei der IHK Reutlingen sowie einem Privatleben als Vater von drei Kindern. Wann Bachner mal schläft, ist ungeklärt. Genau zusammengezählt hat er: Bei den Dreharbeiten von »Die Wasenwaldbande und die sieben Raben« wurden unter dem Strich gerade mal 200 Euro ausgegeben – für etwas Pizza sowie den Druck der T-Shirts der Rabenbande, die eine tragende Rolle auf der Leinwand spielt.

Der Film erzählt von einer mysteriösen Gruppe, eben diesen »sieben Raben«. Die organisieren einen Raubüberfall auf das Naturtheater Reutlingen. Unter Anleitung eines Bankkaufmanns dringen sie in das Vereinsheim ein und nehmen dort Geiseln. Ihr Ziel ist der verloren geglaubte Schatz der Senora Della Rocco. »Die Versuche der lyrisch ambitionierten Polizeibeamten, die Situation in den Griff zu bekommen, bleiben ohne Erfolg«, erzählt Bachner das Drehbuch weiter. Auch die knallharte Agentin House hat alle Hände voll zu tun. Doch etwas ist faul im Wasenwald. Es scheint so, als hätte ein geheimer Strippenzieher seine magischen Finger mit im Spiel. »Hier kann nur noch die Wasenwaldbande helfen, doch die junge Detektivgruppe um Emma, Torben, Kira und Ben gelangt erst einmal selbst ins Fadenkreuz der Ermittlungen«, verrät Bachner. Womit Fans des Naturtheaters sofort wissen, welche Bande da mit im Spiel ist.

Skeptischer Blick von Ann-Catrin Nothdurft im Rabennest.
Skeptischer Blick von Ann-Catrin Nothdurft im Rabennest. Foto: Pr Public Relations
Skeptischer Blick von Ann-Catrin Nothdurft im Rabennest.
Foto: Pr Public Relations

Die »Wasenwaldbande« entsteht 2019 als Videoprojekt. Mit Drehbüchern geschrieben von Michael Bachner, um in der probenfreien Zeit im Herbst etwas Attraktives für die Jugend des Naturtheaters zu haben. Die Videos landen im Youtube-Kanal des Naturtheaters, wo sie bis heute zu sehen sind. Im Folgejahr geht’s gemeinsam mit dem Pfullinger Fasnetverein Uschlaberghexa weiter. In Zeiten der Pandemie ist die zweite Staffel das einzige Jugendprojekt – so was motiviert für die Zukunft.

Die Polizeidarsteller im Film sind sehr originell (von links): Angelica Kuhr, Heiko Raiser, Annica Bubek und Regina Reichert.
Die Polizeidarsteller im Film sind sehr originell (von links): Angelica Kuhr, Heiko Raiser, Annica Bubek und Regina Reichert. Foto: Pr Public Relations
Die Polizeidarsteller im Film sind sehr originell (von links): Angelica Kuhr, Heiko Raiser, Annica Bubek und Regina Reichert.
Foto: Pr Public Relations

Als im vergangenen Jahr Fördergelder für die Wasenwaldbande vom Bund deutscher Amateurtheater möglich scheinen, »da ging’s dann los. Schon beim Drehen wurde das Projekt immer größer«, beschreibt Michael Bachner und ergänzt, ein »think big« sei auch aus dem Vorstand zu hören gewesen. Selbst wenn aus den Fördergeldern nichts wird, wird im Kleinen ganz Großes geleistet. »Der gesamte Film wurde an nur fünf Tagen gedreht«, sagt der Produzent.

Voll maskiert ist Pascal Muckenfuß alias »der Bankkaufmann«.
Voll maskiert ist Pascal Muckenfuß alias »der Bankkaufmann«. Foto: Pr Public Relations
Voll maskiert ist Pascal Muckenfuß alias »der Bankkaufmann«.
Foto: Pr Public Relations

Das Team arbeitet an Locations, so nennen Profis ihre Drehorte, in der Reutlinger Innenstadt, an der Albmühle, beim Karateteam Reutlingen, bei der Halfpipe an der Eishalle Reutlingen, in der Stuttgarter Wilhelma und natürlich beim Naturtheater selbst. Neun verschiedene Kamerafrauen und Kameramänner erfassen aus verschiedenen Perspektiven das, was über 50 Darsteller zeigen. Für die Musik sorgen Oliver Krämer, Denis Hübner, Beatnik und Kava Conspiraca. Bei den Kostümen helfen Ute Raiser, Alexandra Hilbertz und Lea Schönwälder – um nur einige wenige der vielen am Gesamtkunstwerk beteiligten Menschen vor und hinter den Kulissen zu nennen. Alle hatten viel Arbeit, aber reichlich Vergnügen.

Das Filmplakat von »Die Wasenwaldbande und die sieben Raben«.
Das Filmplakat von »Die Wasenwaldbande und die sieben Raben«. Foto: Pr Public Relations
Das Filmplakat von »Die Wasenwaldbande und die sieben Raben«.
Foto: Pr Public Relations

»Mir hat’s großen Spaß gemacht«, sagt Emma Raab, die im Film Kira von der Wasenwaldbande spielt. Sie könne sich auch ein wenig mit ihrer Filmfigur identifizieren. Die durch die Videoserie und das Filmprojekt gewachsene Sichtbarkeit ihrer Person im Internet »ist schon komisch, aber ich bin stolz darauf«. »Sehr gemütliche Ermittlungen«, erinnert sich Regina Reichert als Darstellerin einer Polizistin vergnügt. Sie hat auch schon beim Fernsehen als Komparsin vor der Kamera gestanden, da seien die Dreharbeiten eher jede Menge Wartezeiten für wenige Minuten Einsatz. Beim ersten Kinofilm des Naturtheaters gab’s dagegen für alle immer viel zu tun. (GEA)

TICKETS

Der erste 116 Minuten lange Kinofilm des Naturtheaters Reutlingen »Die Wasenwaldbande und die sieben Raben« feiert Ende März im Programmkino Kamino vor geladenen Gästen Premiere. Öffentliche Vorstellungen sind am Samstag, 26. März, um 14 Uhr sowie am Samstag, 2. April, um 14 Uhr geplant. Tickets dafür gibt’s direkt beim Kamino. Je nach Nachfrage sind weitere Vorstellungen denkbar. (zen) www.kamino-reutlingen.de

www.naturtheater-reutlingen.de