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Aktuell Netzversorgung

Mobilfunk in Reutlingen und der Region deutlich besser - noch Lücken auf der Alb

Die Netze für den Mobilfunk in der Region sind in den vergangenen zwei Jahren technisch verbessert worden. Das zeigt das entsprechende Monitoring der Bundesnetzagentur. Wie die Netzabdeckung mit 2G, 4G und 5G in Reutlingen und der Region Neckar-Alb ist und wo die verschiedenen Netzanbieter Stärken und Schwächen haben.

Mobilfunk Sendemasten
Mobilfunk-Sendemasten auf einem Gebäude. Foto: dpa
Mobilfunk-Sendemasten auf einem Gebäude.
Foto: dpa

REUTLINGEN/TÜBINGEN. Die Online-Karte der Bundesnetzagentur, die vor zwei Jahren im Internet veröffentlich wurde, zeigt eine deutliche Verbesserung durch schnelle Mobilfunknetze in der Region. In den Städten und Ballungsräumen der Region wird demnach fast lückenlos 5G oder zumindest 4G angeboten. Auffällig im Vergleich zu der Situation vor noch zwei Jahren ist, dass 3G weggefallen ist. 3G wurde auch mit UMTS oder HSDPA bezeichnet 

Dieser Versorgungstandard war bereits 2020 ein Auslaufmodell. In diesen Mobilfunkstandard wurde seither nicht mehr investiert und er ist von der interaktiven Karte komplett verschwunden. Dafür ist jetzt in einigen Gebieten das sogenannte 5G DSS im Angebot. Kurz zusammengefasst, ist das ein Mobilfunkstandard, bei dem sowohl 4G (auch bekannt unter LTE) als auch das um ein Vielfaches schnellere 5G verbreitet wird.

Die rot eingefärbten Gebiete zeigen die Netzabdeckung mit dem schnellen 5G. Orange bedeutet hier kann 5G oder 4G (LTE) angeboten
Die rot eingefärbten Gebiete zeigen die Netzabdeckung mit dem schnellen 5G. Orange bedeutet hier kann 5G oder 4G (LTE) angeboten werden. Lila zeigt die Netzabdeckung mit 4G und blau bedeutet 2G oder Edge, also die langsamste Technik. Einige kleinere Funklöcher (weiß) sind noch zu erkennen im Schönbuch und in Waldgebieten bei Hohenstein oder Sonnenbühl. Foto: Bundesnetzagentur
Die rot eingefärbten Gebiete zeigen die Netzabdeckung mit dem schnellen 5G. Orange bedeutet hier kann 5G oder 4G (LTE) angeboten werden. Lila zeigt die Netzabdeckung mit 4G und blau bedeutet 2G oder Edge, also die langsamste Technik. Einige kleinere Funklöcher (weiß) sind noch zu erkennen im Schönbuch und in Waldgebieten bei Hohenstein oder Sonnenbühl.
Foto: Bundesnetzagentur

Wie sieht es also nach zwei Jahren Mobilfunkausbau in unserer Region aus? Hier die Details: 

2G (Edge)

Die langsamste Technik, die von allen namhaften Anbietern und ihren Mobilfunkablegern angeboten wird, ist 2G und, bis auf ganz wenige Ausnahmen, flächendeckend in der Region Neckar-Alb nutzbar. Die immer kleiner werdenden Gebiete, in denen tatsächlich kein Netz zu empfangen ist, liegen in den Wäldern des Naturparks Schönbuch, bei Sonnenbühl und bei Hohenstein. Auch zwischen Münsingen und Dapfen gibt es noch kleinere Flächen mit Funklöchern. Mit größeren Lücken hat zu kämpfen, wer Kunde beim Anbieter Telefonica ist. Da werden die netzfreien Zonen vor allem zwischen Hohenstein, Trochtelfingen und Hayingen größer. 2G eignet sich ohnehin nicht sonderlich, um im Internet unterwegs zu sein. Die übermittelte Datenmenge ist schlicht zu gering für entspanntes Netzsurfen, Mailen oder um beispielsweise Foto-, Audio- oder Videodateien zu verschicken.

4G (LTE)

Hier sieht es mit Technik und der Geschwindigkeit schon wesentlich ordentlicher aus. 4G oder LTE, wie es die meisten Mobilfunk und Smartphone-Anbieter bezeichnen, kann eine Übertragungs-Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit pro Sekunde erreichen. Damit ist ein entspanntes Surfen und angenehme Datenübertragung möglich. Technisch völlig gleichzusetzen ist 4G und LTE allerdings nicht. 4G ist die Abkürzung für die 4. Generation Mobilfunknetz-Standard. LTE reicht nicht ganz an diesen Standard heran, ist eher so etwas wie 3,9G. In der Statusleiste der Smartphones wird aber häufig LTE angezeigt.

Bei der Netzabdeckung in der Region zeigt die interaktive Karte der Bundesnetzagentur bei 4G größere Lücken und damit Funklöcher. Diese liegen erneut im Schönbuch, zwischen Metzingen, Eningen und St. Johann und erneut besonders zwischen Hohenstein, Trochtelfingen und Hayingen. Auch zwischen Pfullingen und Sonnenbühl sind größere Versorgungslücken zu erkennen. Kunden von Telefonica haben dabei die größeren Lücken, vor allem im Bereich Engstingen. In den größeren Kommunen ist die Abdeckung laut Karte allerdings gewährleistet. Bei Telekom und Vodafone sieht es bei 4G etwas besser aus.

5G (DSS)

Die Abkürzung DSS steht für »Dynamic Spectrum Sharing« und bedeutet, dass die Mobilfunktechnik zwischen 5G und 4G auswählt. Je nachdem, wie die Netzabdeckung ist und wie viele Menschen die jeweilige Technik nutzen. Kurz zusammengefasst: Wenn keine ausreichende Abdeckung mit 5G gewährleistet ist, dann wird auf 4G umgeschaltet. 

Bei 5G DSS sind die Lücken größer als bei 4G. So sind beispielsweise die Reutlinger Ortsteile Bronnweiler oder Gönningen weiße Flecken auf der Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur. Auch Immenhausen und Mährigen sind weiß eingezeichnet. Gleiches gilt für Walddorfhäslach, Gniebel, Rübgarten oder Tübingen-Pfrondorf. Die Unterschiede der Mobilfunkanbieter sind dabei groß. Telefonica-Kunden sind bei 5G DSS außen vor. Besser sieht es bei Telekom und Vodafone aus. 4G ist aber bei allen gewährleistet (siehe oben).

5G

5G ist der Nachfolger von 4G (LTE) und bezeichnet die 5. Generation des Mobilfunks. Sie ermöglicht eine bis zu zehnmal schnellere Datenübertragung als 4G und damit bisweilen Kommunikation in Echtzeit. In den letzten beiden Jahren hat sich viel getan bei der Netzabdeckung mit dieser schnellen Technik. Laut den Verbraucherzentralen sind in Deutschland Ende 2021 bereits 53 Prozent aller Städte mit 5G angebunden. Das gilt auch für Reutlingen, Tübingen, Münsingen oder Rottenburg. Auch Hayingen, Zwiefalten oder Gammertingen sind laut Bundesnetzagentur gut mit 5G versorgt. 

Ausbau soll schneller gehen

Der Ausbau von 5G soll in Baden-Württemberg weitergehen und mit Milliardenförderung von Bund und Land vorangetrieben werden. Wie schnell und in welchen Gebieten genau aufgerüstet werden soll, dazu gibt es von der Landesregierung die Absicht flächendeckend schnelle Netze aufzubauen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) fasst es so zusammen: »Baden-Württemberg hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 Gigabitnetze ins ganze Land zu bringen. Diese Jahrhundertaufgabe schaffen wir freilich nur, wenn wir gemeinsam – Kommunen, Land, Bund und Telekommunikationsunternehmen – anpacken und in alle Technologien investieren.« 

Tatsache ist aber gegenwärtig auch: Bei 5G gibt es im Land weit größere weiße Flecken auf der Karte der Bundesnetzagentur als in Nordrhein-Westfalen oder Bayern. (GEA)