Allmählich geht es um die Wurst - auch wenn dieses Sprachbild in Zusammenhang mit der traditionellen Weihnachtsbäckerei etwas schräg anmutet. Denn natürlich sind es ausschließlich Plätzchen, Kekse, Gutsle und Bredla, die dieser Adventstage von den vier Juroren der GEA-Weihnachtsaktion verkostet und prämiert werden: von den beiden Bäckermeistern Hubert Berger und Hans Wucherer sowie von den beiden Konditoren Andreas Sommer und Hans Wenzler. Rund 40 Gebäck-Sorten haben die Experten bereits probiert und mit Schulnoten bewertet. Doch ein Ende ist bislang nicht absehbar, zumal die Redaktion stündlich neue Keks-Kreationen erreichen.
Von Susanne Kunz
Da steppt der Elch vorm Weihnachtsbaum
Diese Elche suhlen sich vor dem Verzehr am allerliebsten in Schokostückchen, und sie munden nicht zuletzt deshalb ganz hervorragend. Das jedenfalls findet Susanne Kunz aus Eningen, die den GEA-Lesern ihre Plätzchen-Kreation wärmstens empfiehlt. Erster Eindruck: lecker, diese mürben Geweihträger.
Teig:
250 g Butter
190 g Zucker
2 Eier
375 g Mehl
1/2 Messerspitze Backpulver
Füllung: weiße Schokolade
Garnierung:
dunkle Kuvertüre
dunkle Schokolade
Alle Teigzutaten gut verkneten und etwa 2 Stunden lang kalt stellen. Den Teig danach auf einer Arbeitsplatte zirka 3 Millimeter dünn ausrollen und mit entsprechenden Formen linke und rechte Elche ausstechen. Diese auf ein Blech legen und bei 175 Grad 12 Minuten lang backen. Derweil weiße Schokolade im Wasserbad schmelzen und damit je zwei Elche zusammenkleben. Anschließend die Kuvertüre verflüssigen und mit ihr das Geweih bestreichen. Mit Kuvertüre außerdem Auge und Maul aufmalen sowie das Hinterteil der Elche bestreichen. Von dunkler Schokolade mit dem Kartoffelschäler Stückle abraspeln und diese auf die Kuvertüre-Elchpopos streuen.
Von Veronika Deile
Putzige Törtchen
Ein Spontanentschluss war's, der die Walddorferin Veronika Deile dazu bewogen hat, den adventlichen Keks-Contest um einen schmackhaften Beitrag zu bereichern. Mit ihren »Florentiner Törtchen« stellt sie sich heute der backfreudigen Konkurrenz, zumal sie für ihr Lieblingsrezept schon jede Menge Lob einheimsen konnte. Die Gutsle »kommen bei Jung und Alt gut an«, beschreibt Veronika Deile ihre durchweg positiven Erfahrungen mit diesem Naschwerk.
Teig:
150 g Weizenmehl
1,5 g Backpulver (1/2 Teelöffel)
50 g Zucker
1 Päckle Vanillin-Zucker
2 Esslöffel Wasser
65 g kalte Butter
Belag:
50 g Butter
100 g Zucker
1 Päckle Vanillin-Zucker
2 Esslöffel Honig
125 ml Sahne
100 g abgezogene gehobelte Mandeln
100 g Haselnusskerne (in Scheiben)
25 g Belegkirchen (in Stücke geschn.)
5 Tropfen Rum-Aroma
Guss:
75 g dunkle Kuvertüre
Mehl und Backpulver auf eine Platte sieben, eine Kuhle eindrücken und in diese Zucker und Wasser hineingeben und mit einem Teil des Mehls zu einem dicken Brei verarbeiten. Dann Butter in Stücke schneiden, diese hinzufügen und alle Zutaten schnell zu einem glatten Teig verkneten. Sollte er kleben, ihn eine Zeit lang kalt stellen. Den Teig etwa drei Millimeter dünn ausrollen und runde Plätzchen (Durchmesser 8 Zentimeter) ausstechen, auf ein gefettetes Blech legen und bei 200 bis 225 Grad 5 bis 7 Minuten lang hellgelb vorbacken.
Anschließend für den Belag Butter, Zucker und Honig erhitzen, bis sich die Masse leicht bräunt. Dann Sahne hinzufügen und rühren, bis der Zucker gelöst ist. Nun Nüsse und Kirschen unterrühren bis sich die Masse gebunden hat. Rum-Aroma zugeben, die Masse mit zwei Teelöffeln auf den vorgebackenen Plätzchen verteilen und diese erneut in den Ofen schieben - bei 200 bis 225 Grad 10 bis 12 Minuten fertigbacken. Die erkalteten Törtchen mit der zuvor im Wasserbad geschmolzenen Kuvertüre auf der Unterseite dünn bestreichen.
Von Ingrid Gerlach
Springerle - fast zu schade zum Verzehr
Wenn Ingrid Gerlach ihre allseits beliebten »Springerle« bäckt, dann bevorzugt mit Hilfe von Modeln, die ihr Mann im Bastelkeller hergestellt hat. Heuer sind es Gutsle mit dem GEA-Schriftzug, dem der Ohmenhäuser Bürgerinitiative »Bio« und dem Logo des örtlichen Narrenvereins: der »Grispel«. Was sie alle eint? Der köstliche Geschmack. Aber, ach! So dekorativ, wie die Kekse ausschauen, sind sie fast zu schön, um einfach aufgegessen zu werden.
4 ganze Eier
500 g Staubzucker
1 Päckle Vanillin-Zucker
500 g Mehl
2 Messerspitzen Backpulver
Die Eier mit dem Elektromixer hellgelb zum Schaum aufschlagen, Staubzucker hinzufügen und weiter mixen bis eine weißliche, fast feste Masse entstanden ist. Dann schnell mit dem Knethaken das mit Backpulver gemischte Mehl unterkneten. Den Teig in einer abgedeckten Schüssel - weil noch zu weich - über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Nach der Kühlphase wenig Teig auf einer schwach bemehlten Arbeitsfläche etwa 0,5 Zentimeter dick ausrollen, leicht mit Mehl bestäuben und Holzmodel gleichmäßig in den Teig drücken. Das Model sofort wieder abnehmen und die Konturen, also die Ränder des Springerles mittels Kuchenrädle oder Messer ausschneiden und im Abstand von reichlich zwei Zentimetern auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Die Rohlinge über Nacht trocknen lassen (Achtung: nicht abdecken!) Am nächsten Tag die Springerle bei 150 Grad Umluft hell ausbacken - dabei bilden sich Füßle und die Oberfläche geht auf. Nach dem Backen die anhaftendes Mehl von den Oberflächen mit einem Pinsel »wegbürsten«.
Hinweis: Die Springerle sind nach dem Backen steinhart. Sie werden aber butterweich, wenn sie in einer Gebäckdose mit einem halbierten Apfel gelagert werden. Dieser Trick funktioniert auch bei anderen Keksen, die zu hart anmuten. (GEA)
Von Martha Kern
Genuss mit Nuss und Guss
Bis zu einundzwanzig verschiedene Kekssorten kommen alle Jahre wieder auf Martha Kerns Gutsles-Tellern zu liegen. Eine davon hat die Mittelstädterin sogar selbst kreiert und auf den Namen »Walnussbrötchen« getauft. Inspirieren ließ sie sich hierzu von zwei anderen Rezepten. Beide, schreibt Martha Kern, sind denn auch in die nussige Keks-Köstlichkeit made in Mittelstadt einflossen - Walnussschiffchen und Kissinger Brötchen.
Teig:
150 g Süßrahmbutter
100 g Zucker
1 Ei
100 g geriebene Walnüsse
300 g Mehl
1/2 Päckle Backpulver
Füllung:
1/2 Glas Rote-Träuble-Marmelade
Garnierung:
etwa 150 g Vollmilchkuvertüre
etwa 125 g geriebene Walnüsse
etwa 40 Walnusshälften
Butter und Zucker schaumig rühren und mit den restlichen Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig 1 bis 2 Stunden kühlen und danach etwa 0,5 Zentimeter dick ausrollen. Runde Plätzchen (Durchmesser 4 Zentimeter) ausstechen und auf ein gefettetes Blech legen. Im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad Umluft etwa 15 Minuten lichtgelb backen und auskühlen lassen. Die Marmelade glatt rühren und auf der Hälfte der Plätzchen verteilen, diese mit der anderen Hälfte »deckeln«. Die Kuvertüre im Wasserbad verflüssigen und die Ränder der Brötchen damit bestreichen. Solange die Kuvertüre noch bäbbt, die Doppeldecker seitlich in den geriebenen Walnüssen rollen und je eine Walnusshälfte mit Kuvertüre auf die Gutsle kleben.
Von Ulla Bronner
Himmlisches Vergnügen: Sterne aus Marzipan
Auf einem Mürbteig von Eckhart Witzigmann basieren die Marzipansterne, die die Reutlingerin Ulla Bronner heute den GEA-Lesern empfiehlt. Mit Walnusshälften verziert, schmecken sie nicht nur gut, sondern schmücken auch jede Kaffeetafel.
Mürbteig:
300 g Mehl
100 g Puderzucker
200 g kalte Butter
1 Eigelb
Mark einer Vanilleschote
Marzipanmasse:
200 g Rohmarzipan
60 g Puderzucker
Dekors:
Eiweiß oder weiße Schokolade
Walnusshälften
Aus sämtlichen Teigzutaten einen glatten Mürbteig herstellen, diesen ruhen lassen und nach etwa 30 Minuten dünn mit dem Nudelholz auswellen. Im Anschluss daran mit einer bemehlten Sternform Plätzchen ausstechen und diese bei 180 Grad ungefähr 10 Minuten lang backen - bis sie goldgelb geworden sind. Danach aus Marzipan und Puderzucker eine Masse kneten, diese ebenfalls ausrollen und mit einer kleineren Form Ausstecherle herstellen. Diese Marzipan-Aufleger mit etwas Eiklar oder mit flüssiger weißer Schokolade auf die gebackenen Sterne kleben und mit jeweils einer halben Walnusshälfte - ebenfalls mit Eiklar oder Schokolade befestigt - garnieren.
Von Gusti Gneiting
Bärentatzen für Naschkatzen
Ob beim Genuss von Gusti Gneitings »Bärentatzen« Meister Petz persönlich um den Christbaum tanzt, ist unwahrscheinlich. Wahrscheinlich ist hingegen, dass das Rezept der Sondelfingerin zu den Besseren der Besten zählen wird. Denn - entgegen seines Namens - kommt es geschmacklich auf samtenen Pfötchen daher. Übernommen hat Gusti Gneiting den Backtipp von ihrer Schwiegermutter.
4 Eiweiß von großen Eiern (L)
400 g gemahlene Mandeln
200 g geriebene Bitterschokolade
375 g Zucker
1 Teelöffel gemahlener Zimt
1 Päckle Zitro-Back
2 Esslöffel Kakao
Zucker für die Arbeitsfläche und
für die Bärentatzen-Form
Eiweiß mit dem Schneebesen des Handrührgeräts steif schlagen. Die übrigen Backzutaten mit einem Kochlöffel unterheben. Aus dem Teig auf der gezuckerten Arbeitsfläche walnussgroße Kugeln rollen. Die Form gut einzuckern, je eine Teigkugel in eine Bärentatzenform (Holz oder Metall) drücken und vorsichtig wieder herauslösen. Die Bärentatzen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, über Nacht trocknen lassen und am nächsten Tag im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad 15 bis 20 Minuten backen. Auskühlen lassen und dann gut verschlossen in Blechdosen aufbewahren.
Übrigens: Alle bisher publizierten Plätzchen-Rezepte können bei GEA-Online, der »internetten« Ausgabe des Reutlinger General-Anzeigers nachgelesen werden. (GEA)

Mürbe Elche und samtige Bärentatzen

Der Schreibtisch von GEA-Redakteurin Heike Krüger macht momentan jeder Konditoren-Theke Konkurrenz: So schön kann die Adventszeit sein.
GEA-FOTO: PACHER