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Jugend debattiert: Diskussionskultur mit Respekt

REUTLINGEN. Gut argumentiert, der Gegenseite aufmerksam zugehört und gezielt gekontert wurde beim Finale des Regionalverbundwettbewerbs Neckar-Alb von »Jugend debattiert« in der Mensa des Johannes-Kepler-Gymnasiums.

Die Finalisten, die auf Landesebene weiter debattieren dürfen (von links): Jannis Pfeffer (Sekundarstufe I, 1. Platz) Gymnasium
Die Finalisten, die auf Landesebene weiter debattieren dürfen (von links): Jannis Pfeffer (Sekundarstufe I, 1. Platz) Gymnasium Haigerloch, Darius Hirschfeld (Sekundarstufe I, 2. Platz) Quenstedt- Gymnasium Mössingen, Gabriela Packeiser (Sekundarstufe II, 1. Platz) Friedrich-Schiller-Gymnasium Pfullingen und Felix Wagner (Sekundarstufe II, 2. Platz) Johannes-Kepler-Gymnasium Reutlingen. FOTO: NOWARRA
Die Finalisten, die auf Landesebene weiter debattieren dürfen (von links): Jannis Pfeffer (Sekundarstufe I, 1. Platz) Gymnasium Haigerloch, Darius Hirschfeld (Sekundarstufe I, 2. Platz) Quenstedt- Gymnasium Mössingen, Gabriela Packeiser (Sekundarstufe II, 1. Platz) Friedrich-Schiller-Gymnasium Pfullingen und Felix Wagner (Sekundarstufe II, 2. Platz) Johannes-Kepler-Gymnasium Reutlingen. FOTO: NOWARRA
Zunächst waren die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I an der Reihe. Sie diskutierten das Thema: »Soll eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch aus Massentierhaltung eingeführt werden?« Ein gemeinsamer Konsens war bei den Debattanten eindeutig: Massentierhaltung sollte vermieden werden. Wie man Leute davon abhält, Fleisch aus dieser Haltung zu kaufen, diskutierten die vier Jugendlichen auf eine konstruktive Art und Weise. Soll man verbieten, warnen und wenn ja wie? Bringen Siegel etwas oder werden sie sowieso umgangen?

Ja oder nein zur Jugendquote?

Die Sekundarstufe II beschäftigte sich mit dem Thema: »Sollen in Stadt- und Gemeinderäten Jugendquoten eingeführt werden?« Der Pro-Seite war es wichtig, dass junge Menschen durch mehr Möglichkeiten, sich zu engagieren, Politikverdrossenheit ablegen könnten. Außerdem könnten Jung und Alt voneinander profitieren. Die Contra-Seite hielt dagegen, dass durch Quotenregelungen anderen der Platz im Rat weggenommen werde, auch wenn sie mehr Stimmen erhalten hätten.

Die 24-minütigen Debatten bei »Jugend debattiert« sind genau geregelt. In Zweierteams treten Pro- und Contraseite gegeneinander an. Jeder der vier Diskussionsteilnehmer bekommt zwei Minuten Zeit für einen Eröffnungsvortrag. Dann geht es zwölf Minuten in die freie Aussprache. Im Anschluss darf jeder noch eine Minute lang seine Position auf den Punkt bringen. Bei der Debatte kommt es auf vier Kriterien an: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

Die Jugendlichen hatten sich fundiert vorbereitet und auch Statistiken und Forschungsergebnisse parat, mit denen sie ihre Argumente untermauerten. Aber nicht nur schlagkräftige Argumente zählen, auch die Art, wie man diese präsentiert. Um zu überzeugen, müssen die Debattanten auch aufeinander eingehen können – und zwar respektvoll. Es wurde bei den Diskussionen deutlich, dass es nicht unbedingt immer ein Richtig oder Falsch, sondern verschiedene berechtigte Sichtweisen geben kann.

Das Publikum durfte jeweils vor und nach den Debatten seine Meinung in einer Abstimmung kundtun. Das Meinungsbild hatte sich in beiden Fällen verschoben. Die eindeutige Pro-Seite tendierte nach den Diskussionen nun Richtung Contra. Eine Jury aus Schülern und Lehrern zog sich zurück, um eine Entscheidung zu treffen.

Nachdem sich alle am Buffet gestärkt hatten und Sebastian Fuß eine Sonate von Mozart gespielt hatte, ging es an die Siegerehrung. Jannis Pfeffer vom Gymnasium Haigerloch und Darius Hirschfeld vom Mössinger Quenstedt-Gymnasium ziehen in das Landesfinale der Sekundarstufe I am 24. März in Stuttgart ein. Gabriela Packeiser (Friedrich-Schiller-Gymnasium Pfullingen) und Felix Wagner vom Reutlinger Johannes-Kepler-Gymnasium werden die Sekundarstufe II vertreten. Davor können die Jugendlichen in einem Workshop ihre Debattierfähigkeiten trainieren. (GEA)