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ICE als mobiler Botschafter für das »Biosphärengebiet Schwäbische Alb«

Eines der Flaggschiffe der Deutschen Bahn, ein ICE 4, trägt jetzt den Namen »Biosphärengebiet Schwäbische Alb«. Am Donnerstag wurde am Hauptbahnhof Reutlingen der Zug mit Wasser aus der Großen Lauter getauft. Der ICE 4 wird künftig deutschlandweit und auch in Österreich unterwegs sein.

Alb-Botschafter: ICE 4 trägt jetzt den Namen »Biosphärengebiet Schwäbische Alb«
Alb-Botschafter: ICE 4 trägt jetzt den Namen »Biosphärengebiet Schwäbische Alb« Foto: Dieter Reisner
Alb-Botschafter: ICE 4 trägt jetzt den Namen »Biosphärengebiet Schwäbische Alb«
Foto: Dieter Reisner

REUTLINGEN. Großer Bahnhof für einen hochmodernen Zug: Ein ICE 4 wurde am Donnerstag im Hauptbahnhof Reutlingen vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG Richard Lutz, Umweltministerin Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen), dem CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Donth und dem Präsidenten des NABU Andreas Krüger auf den Namen »Biosphärengebiet Schwäbische Alb« getauft. Das Wasser war extra von Kindern aus der Großen Lauter geschöpft und nach Reutlingen gebracht worden. Neben Oberbürgermeister Thomas Keck, dem parlamentarischen Staatssekretär Nils Schmid (SPD), dem Bundestagsabgeordneten Matthias Gastl (Bündnis 90/Die Grünen), Münsingens Bürgermeister Mike Münzing und zahlreichen weiteren Ehrengästen waren auch der katholische Domkapitular Thomas Weißhaar und der evangelische Prälat Markus Schoch gekommen, um die Taufzeremonie zu begleiten.

»Die Bahn liegt im Trend. Und wir arbeiten daran, besser zu werden«

Der ICE 4 ist derzeit das Flaggschiff der Deutschen Bahn. Im vergangenen Jahr war der letzte der insgesamt 137 Züge ausgeliefert worden. Einer der Züge trägt nun den Namen »Biosphärengebiet Schwäbische Alb« und ist damit der erste überhaupt, der nach einem UNESCO-Biosphärenreservats benannt wurde. Bahnvorstand Richard Lutz betonte, Baden-Württemberg sei und bleibe Bahnland. Nicht nur wegen Stuttgart 21 und wegen des Ausbaus der Rheintalstrecke, sondern auch, weil in die Fläche investiert werde. Die Idee, das Biosphärengebiet zu bewerben und nach vorne zu bringen, habe man schon vor etlichen Jahren gehabt und dies finde nun einen schönen Abschluss, so Lutz. »Von der Anbindung in der Region profitieren nicht nur die Menschen, sondern auch der Tourismus.« Träger dieser Kooperation Fahrtziel Natur sind neben der Deutschen Bahn die drei großen Umweltverbände BUND, NABU und VCD.

Lutz sagte, mit der Taufe bringe man zusammen, was zusammengehöre. »Den ICE 4 als Rückgrat unserer Verkehrsflotte und ein Fahrziel Naturgebiet, das für eine klimafreundliche Mobilität steht.« Lutz betonte, die Bahn liege nach wie vor im Trend. »Und wir arbeiten daran, besser zu werden.« Man setze das Infrastrukturprogramm konsequent um, investiere so viel wie nie zuvor und sei bemüht, den Zugverkehr wieder verlässlicher zu machen. Man arbeite mit Hochdruck an der Sanierung der Infrastruktur, an Betrieb und Wirtschaftlichkeit. »Wir machen das nicht für uns. Sondern wir machen das für eine gute Zukunft unseres Landes, für die Menschen, die Wirtschaft, ein starkes Europa und für den Klimaschutz.«

Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, der ICE, der jetzt den Namen der Biosphäre trage, werde in Zukunft ein Botschafter sein in ganz Deutschland für dieses ganz besondere Gebiet. »Da verbinden sich Mobilität, Naturschutz, Tourismus, nachhaltige Wirtschaft.« Dieses Gebiet könne sich weltweit mit der Konkurrenz messen. »Wir haben hier unglaubliche Naturschätze. Da muss man nicht in irgendwelche exotischen Gebiete fahren.« Die Alb könne sich voller Stolz präsentieren, ist Walker überzeugt. Das Biosphärengebiet sei ein absolutes Erfolgsmodell. Der Kern seien die Menschen, die in den vergangenen Jahren so viele verschiedene Ideen entwickelt haben. Deswegen gehe es auch immer weiter und weitere Projekte werden gestartet. Es sei zudem gut zu hören, dass nun auch viel in die Bahn investiert werde, sagte Walker in Richtung des Bahnvorstands.

»Wir setzen ein starkes Zeichen für nachhaltigen Tourismus«

CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Donth, einer der Mitbegründer des Biosphärengebiets im Jahr 2008, erinnerte daran, dass man damals nicht aus ökologischen Gründen heraus das Biosphärengebiet anstrebte. »Die erste Überlegung war damals eine wirtschaftliche Überlegung. Wir fragten uns, was wir angesichts des Wegfalls der Bundeswehr und damit der Wirtschaftskraft damals in Münsingen tun können. Und dann hatte man auch dieses besondere Kleinod Truppenübungsplatz.« Schnell sei klar gewesen, dass hier auch die Ökologie und natürlich der Tourismus eine große Rolle spielen solle. »Mit der Taufe des modernen ICE 4 setzen wir ein starkes Zeichen für nachhaltigen Tourismus und klimafreundliche Mobilität.« Als Verkehrs- und Tourismuspolitiker treibe ihn dieses Thema um und es sei ein großes Anliegen, die Bedeutung dieses besonderen Gebietes auch im Bundestag nach vorne zu bringen. Einer der modernsten Züge, der ICE 4, werde jetzt in Deutschland unterwegs sein, um für das Biosphärengebiet zu werben. Das Biosphärengebiet zeige eindrucksvoll, wie Naturschutz, Regionalentwicklung und Bahnverkehr erfolgreich zusammenspielen, sagte Donth. Der CDU-Politiker sprach auch die geplante Regionalstadtbahn an, ein großes Projekt, mit dem man den Nahverkehr und die Mobilität für die Menschen in der Region verbessere. Das werde die ganze Sache abrunden, ist Donth überzeugt.

Bahnchef Richard Lutz und Politiker von Stadt, Land und Bund taufen den ICE mit Lauterwasser.
Bahnchef Richard Lutz und Politiker von Stadt, Land und Bund taufen den ICE mit Lauterwasser. Foto: Dieter Reisner
Bahnchef Richard Lutz und Politiker von Stadt, Land und Bund taufen den ICE mit Lauterwasser.
Foto: Dieter Reisner

Jörg-Andreas Krüger, Präsident des NABU, zeigte sich beeindruckt, was alles möglich sei, wenn eine Region zusammenhalte. Die Biosphäre auf der Alb liege dem NABU besonders am Herzen. Er verwies auf das »Fahrtziel Natur« in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn. In den kommenden Jahren sollen weitere ICE auf den Namen eines ganzen Gebietes in Deutschland getauft werden, sagte er.

Nach so vielen anerkennenden Worten ging es dann von einem Bahnsteig zum nächsten, wo auf Gleis 2 der in München gestartete ICE »Biosphärengebiet Schwäbische Alb« bereits wartete. Nicht mit Sekt oder Champagner, sondern mit echtem Lauterwasser wurde der Zug besprengt und offiziell mit vielen segnenden Worten der beiden Seelsorger auf die Strecke geschickt. Im Reutlinger Hauptbahnhof wird er allerdings nicht mehr zu sehen sein. Aber vielleicht reist ja der eine oder andere Schwabe aus der Region in Zukunft mit dem ICE »Biosphärengebiet Schwäbische Alb«. (GEA)