REUTLINGEN. Heiner Engelhardt, Weindorfwirt der ersten Stunde, wird sein Engagement beim Reutlinger Herbst nicht verlängern. Der Betreiber des Wanderheims auf der Eninger Weide nennt gesundheitliche und altersbedingte Gründe für seine Entscheidung. Wer sein »Lauba-Mäxle« übernimmt, steht noch nicht fest.
Im Gespräch sind allerdings Sebastian Keinath und Richard Lottholz. Die beiden Gastronomen betreiben das »Kupferäffle« am Weibermarkt, die »Kaiserhalle« in der Kaiserstraße und seit Juli 2021 das Wanderheim auf dem Gönninger Roßberg. »Wir wurden von Heiner Engelhardt gefragt, ob wir das Lauba-Mäxle übernehmen wollen. Wir haben prinzipiell Interesse«, bestätigt Sebastian Keinath gegenüber dem Reutlinger General-Anzeiger. »Durch unser Engagement vor allem auf dem Roßberg wären wir in der Lage, die Laube sowohl personell als auch strukturell zu bewirtschaften.«
Schwierige Suche
Die Reutlinger Weindorfwirte hatten erst vor zwei Wochen angekündigt, nach coronabedingten Ausfällen 2020 und 2021 in diesem Jahr neu durchstarten zu wollen. Dass Heiner Engelhardt bei der 35. Auflage des Weindorfes von Donnerstag, 25. August, bis Samstag, 10. September, nicht mehr an Bord ist, war ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Informiert wurden sie von Heiner Engelhardt ein paar Tage später.
Er sei bereits im vergangenen Jahr auf der Suche nach Nachfolgern gewesen, »die das Abenteuer Reutlinger Weindorf personell, ideell und gastronomisch schultern könnten«, so Engelhardt – eine Suche, die sich in Zeiten von Corona schwierig gestaltete. Wichtig sei ihm gewesen, dass die neuen Lauba-Mäxle-Wirte »zum Portfolio der Betreibergemeinschaft passen«, so Heiner Engelhardt, der das Wanderheim auf der Eninger Weide zusammen mit seiner Frau Romy und seiner Tochter Lisa weiterführen will. Dann habe er nach langen Gesprächen mit Richard Lottholz und Sebastian Keinath den Eindruck und die Überzeugung gewonnen, »dass die beiden die Richtigen sind, um das Lauba-Mäxle in unserem Sinne weiter zu betreiben«. Die Entscheidung, nicht mehr anzutreten, sei für ihn jedenfalls schwer gewesen. »Sie ist in Absprache mit dem Familienrat gefallen«, so Heiner Engelhardt, der die Laube lange Jahre zusammen mit seinem Bruder Fritz, Pfullinger Hotelier und Landesvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), betrieben hat.
Wirte entscheiden
Die Familie Engelhardt gehöre zu den Gründungsmitgliedern des Weindorfs, sagt Weindorf-Sprecherin Regine Vohrer, die Heiner Engelhardts Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis nahm. Ob aber Richard Lottholz und Sebastian Keinath das Lauba-Mäxle übernehmen können, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gebe eine Selbstverpflichtung der Wirte, bei einem Wechsel jemanden zu suchen, der dem gastronomischen Anspruch des Weindorfs gerecht wird, so Regine Vohrer. »Die qualitative Ausrichtung und das Erscheinungsbild des Weindorfs haben die Weindorfwirte verinnerlicht.«
Die Weindorfwirte werden deshalb zur Beratung zusammenkommen. Die neuen Betreiber der Laube – ob es nun Richard Lottholz und Sebastian Keinath sind oder andere – brauchen innerhalb der Wirtegemeinschaft eine Dreiviertelmehrheit. Die Entscheidung liegt bei Regine Vohrer, Andreas Sommer, Gerhard Gumpper, Uwe Grauer, Dieter Wetzel und Josef Klose. (GEA)

