Zwar wird der Schaden durch die Versicherung mehr oder minder ersetzt. Müllerschön braucht aber gerade für die Bullenmast dringend Mais. Und der ist derzeit sehr knapp. »Es hat gehagelt von Tübingen bis zur Alb«, sagt der Landwirt, »viele brauchen jetzt Mais.« Und nicht glücklich ist Müllerschön auch, dass die Biogas-Anlagen die Preise verderben, sprich hochhalten.
Dank der schnellen Hilfe der Feuerwehrmänner aus Pforzheim, die am Montagmorgen bereits eintrafen, sind die durchlöcherten Dächer von Bullen- und Schweinestall provisorisch abgedichtet – die Ferkel haben es wieder trocken. Müllerschön hofft nun darauf, dass es kein schlimmeres Gewitter mehr gibt. Zwar werden die Folien mit Dachlatten befestigt, die an die Tragekonstruktion angeschraubt oder angenagelt werden. Auch liegen Sandsäcke auf den Flächen, um ein Aufblähen der Folie zu vermeiden – einem richtigen Sturm hält das aber nicht stand.
Schlimm sieht es auch in der Scheune aus, die Müllerschön auf der anderen Seite der Riedericher Straße von der Stadt gepachtet hat. Am Mühlehof ist das Dach fast vollständig kaputt, die zig Tonnen Stroh- und Heu durchnässt. Laufend wird mit der Heusonde die Temperatur gemessen, um eine Selbstentzündung zu vermeiden.
Auf der Fahrt zur schwer getroffenen Gärtnerei Baum in Degerschlacht machte die OB auch in Oferdingen Station, sprach mit Bürgern und Feuerwehrleuten. Auch dort gibt es heftige Schäden. So haben die Wehrmänner weiter zu tun. Gestern Abend waren noch 100 bis 120 Einsatzstellen – meist Sicherung von Dächern – offen. Die werden sich die insgesamt 280 Feuerwehrleute, 150 davon von auswärts, heute vornehmen. Mittlerweile sind 23 Drehleitern aus dem ganzen Land im Einsatz. (GEA)

