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Aktuell Hagelsturm

Hagelsturm: Totalverlust beim Mais

REUTLINGEN. Nicht nur Privathäuser, Gärtnereien, Autohäuser und Produktionsbetriebe sind vom Hagelsturm am vergangenen Sonntag getroffen worden, auch die Landwirschaft hat gelitten. Das machte der Besuch von Oberbürgermeisterin Barbara Bosch gestern auf dem Aussiedlerhof der Familie Müllerschön bei Mittelstadt deutlich.

»So groß waren die Hagelkörner«: Oberbürgermeisterin Barbara Bosch im durchlöcherten Bullenstall der Müllerschöns.
»So groß waren die Hagelkörner«: Oberbürgermeisterin Barbara Bosch im durchlöcherten Bullenstall der Müllerschöns. Foto: Markus Niethammer
»So groß waren die Hagelkörner«: Oberbürgermeisterin Barbara Bosch im durchlöcherten Bullenstall der Müllerschöns.
Foto: Markus Niethammer
Eberhard Müllerschön und seine Frau Stefanie betreiben einige hundert Meter vom Ortsrand entfernt Bullen- und Schweinemast. Für die Aufzucht bauen sie zusätzlich Mais und Getreide an. Die Wintergerste ist zwar schon im Silo, der Weizen steht aber noch – zumindest teilweise. Auf 30 bis 40 Prozent schätzt Müllerschön den Ernteausfall. Den Mais hat es schwerer erwischt. Er ist praktisch ein Totalverlust.

Zwar wird der Schaden durch die Versicherung mehr oder minder ersetzt. Müllerschön braucht aber gerade für die Bullenmast dringend Mais. Und der ist derzeit sehr knapp. »Es hat gehagelt von Tübingen bis zur Alb«, sagt der Landwirt, »viele brauchen jetzt Mais.« Und nicht glücklich ist Müllerschön auch, dass die Biogas-Anlagen die Preise verderben, sprich hochhalten.

Dank der schnellen Hilfe der Feuerwehrmänner aus Pforzheim, die am Montagmorgen bereits eintrafen, sind die durchlöcherten Dächer von Bullen- und Schweinestall provisorisch abgedichtet – die Ferkel haben es wieder trocken. Müllerschön hofft nun darauf, dass es kein schlimmeres Gewitter mehr gibt. Zwar werden die Folien mit Dachlatten befestigt, die an die Tragekonstruktion angeschraubt oder angenagelt werden. Auch liegen Sandsäcke auf den Flächen, um ein Aufblähen der Folie zu vermeiden – einem richtigen Sturm hält das aber nicht stand.

Schlimm sieht es auch in der Scheune aus, die Müllerschön auf der anderen Seite der Riedericher Straße von der Stadt gepachtet hat. Am Mühlehof ist das Dach fast vollständig kaputt, die zig Tonnen Stroh- und Heu durchnässt. Laufend wird mit der Heusonde die Temperatur gemessen, um eine Selbstentzündung zu vermeiden.

Auf der Fahrt zur schwer getroffenen Gärtnerei Baum in Degerschlacht machte die OB auch in Oferdingen Station, sprach mit Bürgern und Feuerwehrleuten. Auch dort gibt es heftige Schäden. So haben die Wehrmänner weiter zu tun. Gestern Abend waren noch 100 bis 120 Einsatzstellen – meist Sicherung von Dächern – offen. Die werden sich die insgesamt 280 Feuerwehrleute, 150 davon von auswärts, heute vornehmen. Mittlerweile sind 23 Drehleitern aus dem ganzen Land im Einsatz. (GEA)