Geschafft! Die Platte ist geputzt! Die letzten Krümel wurden gestern beim großen Kehraus von den Schreibtischen gefegt, die letzte Gutsles-Seite zusammengestellt. Und heute trifft sich die Jury im GEA-Presse-Center am Burgplatz, um abschließend über die Sieger des Keks-Contests zu entscheiden. Dass es vor allem Siegerinnen sein werden, ist übrigens ein offenes Geheimnis. Denn außer einem Reutlinger Hobbybäcker, beteiligte sich die backende »Herrlichkeit« nicht am Wettbewerb. Eine Handvoll Jungs der Altersgruppe U 15 unterstützte zwar ihre Mütter bei der Weihnachtsbäckerei - letztlich waren es aber eben doch Frauen, die bei der Aktion mitmischten und dafür sorgten, dass sich der Lokalteil in den vergangenen Wochen von seiner süßesten Seite präsentieren konnte.
Von Martina Heyd
Geschmacklich runde Halbmöndchen
Vor vielen, vielen Jahren hat die Pfullingerin Martina Heyd das Rezept für »gefüllte Halbmöndchen« erhalten und rasch festgestellt, dass diese Plätzchen - trotz des Namens - geschmacklich eine runde Sache sind. Seither backt sie die Sicheln jedes Jahr in der Adventszeit - »weil das Rezept so lecker ist«.
Teig:
250 g Butter
2 Eier
1 Prise Salz
5 Tropfen Zitronenaroma
1 Teelöffel Zimt
125 g Puderzucker
1 Päckle Vanillin-Zucker
375 g Mehl
50 g Kakao
Füllung:
1 Glas Aprikosen- oder Quittengelee
Verzierung:
200-300 g Halbbitterkuvertüre
2 Teelöffel Pflanzenfett
Nüsse etc.
Alle Teigzutaten mischen und zu einem Knetteig verarbeiten. Diesen 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Ihn danach 5 Millimeter dick auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, kleine Halbmonde ausstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Bei 180 Grad 8 bis 10 Minuten backen und auf einem Gitter auskühlen lassen. Gelee erwärmen und auf die Hälfte der Halbmonde verteilen, mit der anderen Hälfte der Plätzchen »deckeln«. Dann im Warmwasserbad die Schokoladenkuvertüre mit Pflanzenfett schmelzen und die Monde hineintauchen, so dass jedes Plätzchen mit Schokoglasur ummantelt ist. Nach Belieben, Nüsse draufsetzen.
Von Ilona Schenk
Hier können auch Allergiker zugreifen
Alle Jahre wieder der gleiche Kummer: Als die beiden Allergie geplagten Söhne von Ilona Schenk noch klein waren, gab's während der Adventszeit Tränen. Während andere Kinder in Gutsles-Träumen schwelgten, mussten die heute 16- und 19-Jährigen darben. Doch dann fand Muttern verträgliche Rezepte. Und sie wurde notgedrungen immer experimentierfreudiger. Eines der Rezepte, das ihren Söhnen bis heute prächtig schmeckt, empfiehlt die Gomaringerin den GEA-Lesern: »Haferflocken-Brödle«.
150 g dünne Haferflocken
30 g Margarine
125 g Dinkelvollkornmehl
5 Esslöffel flüssiger Honig
80 g Rohrzucker
120 g abgekühlte, noch flüssige
Margarine
1 Esslöffel Zitronensaft
Verzierung:
Schokoladenglasur
Haferflocken in 30 g Margarine unter ständigem Rühren leicht rösten bis sie gut duften ohne »schwarz« zu sein und von der Herdplatte nehmen. Alle Zutaten in eine Rührschüssel geben und mit dem Handrührgerät verkneten. Sollte der Teig sehr bröselig sein, einige Tropfen Sahne, Milch oder Wasser (je nach Verträglichkeit) zugeben. Von der Masse kleine, runde Häufchen auf ein gefettetes Blech setzen und bei 190 Grad 8 bis 10 Minuten backen. Mit Schokoglasur verzieren.
Von Tobias Mang
Tobis neue Lieblinge
Getestet, für hitverdächtig befunden, ins Backrepertoire aufgenommen: Die »Walnussmakronen« von Tobias Mang haben Herzen und Mägen der Lichtensteiner Familie im Sturm erobert. Schon einige Male wurden sie in diesem Advent gebacken - und waren im Nu verschwunden. Ob da ein Weihnachtsmäusle sein Schnäuzchen im Spiel hat?
3 Eiweiß
150 g Puderzucker
2 Vanillin-Zucker
300 g grob gehackte Walnüsse
Eiweiß steif schlagen und danach Puderzucker und Vanillin-Zucker langsam einrieseln lassen. So lange rühren bis die Masse dick und glänzend ausschaut. Anschließend die Walnüsse unterheben und mit Hilfe zweier Teelöffel Häufchen aufs Blech setzen. Diese bei 150 Grad 20 bis 25 Minuten lang backen.
Tipp: Frisch schmecken sie am besten!
Von Gilda Klemm
Knusper, knusper Knäuschen
»Überall«, dichtet Gilda Klemm, »wurd' g'rührt ond g'woge; nei'glangt bis zom Elleboge. Überall wird knatscht ond bache, schmeckt's nach tausend guate Sache: Schnitzbrot, Zemmtstean, Bäretätzle É« oder aber »Knusperle« aus dem Ofen von Gilda Klemm. Die Reutlingerin backt gerne - vor allem im Advent.
Teig:
300 g Mehl
100 g Zucker
2 Vanillin-Zucker
4 Esslöffel Wasser
1/2 Zitronenschale (unbehandelt)
130 g Margarine
Belag:
100 g frische Butter
200 g Zucker
4 Esslöffel Imkerhonig
1/4 Liter frische Schlagsahne
50 g gemahlene, ungeschwefelte
Walnüsse
200 g gemahlene Haselnüsse
200 g Mandelblättchen
1 kleine Messerspitze Zimt
1 Teelöffel Rum
Teigzutaten verkneten und kühl stellen. Den Teig 3 Millimeter dünn ausrollen und runde Kekse (4 bis 5 Zentimeter Durchmesser) ausstechen. Bei 175 Grad 10 Minuten lang backen. Dann Butter, Zucker und Honig unter Rühren in einer Pfanne erhitzen bis die Masse leicht gebräunt ist. Nüsse und Mandeln hinzugeben und schwach köcheln lassen bis sich die Masse gebunden hat. Mit Zimt und Rum einen »Pfiff« Würze geben. Dann den Belag mit zwei Teelöffeln auf den Brödle verteilen (kleine Häufchen) und etwa 10 Minuten bei 175 bis 200 Grad (je nach Herd etwas länger) backen.
Von Margarethe Werz
Süße Bethmännchen aus Mainhatten
So viel steht heute schon fest: In der Familie Werz sind die so genannten »Bethmännchen« der große Renner. Ob das Naschwerk aber auch von der vierköpfigen Jury des Keks-Contests als solcher empfunden wird, bleibt noch abzuwarten. Wie auch immer. Die »Männchen« - von einem ehemaligen Bürgermeister aus Frankfurt benamst und erfunden - schmecken prima. Großes Plus: »Ihre Zubereitung ist schnell und einfach.«
Teig:
250 g Marzipanrohmasse
60 g gesiebter Puderzucker
1 Eiweiß
10 g Mehl
Dekoration:
abgezogene halbe Mandeln
Glasur:
3 Esslöffel Zucker
3 Esslöffel Rosenwasser
Aus Marzipan, Zucker, Eiweiß und Mehl eine glatte Masse kneten und aus dieser mit feuchten Händen kleine Kügelchen formen, in die je drei Mandelhälften gedrückt werden. Die Bethmännchen auf ein mit Butter bestrichenes Blech setzen und bei etwa 180 Grad goldgelb backen. Noch heiß mit der Zucker-Rosenwasser-Glasur bestreichen.
Tipp: Statt mit Rosenwasser-Glasur können die Plätzchen auch vor dem Backen mit Eidotter bestrichen werden.
Von Viola Weiß
Alles andere als trocken: Strohhütchen
Weihnachtsgebäck gibt's erst in der Weihnachtszeit, sagt die Mama. Kein Wunder, dass die elfjährige Viola Weiß dem Advent entgegenfiebert. Freudig hilft sie dann beim Ausstechen. Und Puderzuckerglasur ist ihr Element - die streicht sie nachgerade »perfekt« auf die Gutsle. Zum Beispiel auf »Strohhütchen«, die glücklicherweise nur der Form nach an sommerliche Kopfbedeckungen gemahnen. Geschmacklich sind die Gutsle nämlich top.
Teig:
375 g Mehl
250 g Butter
125 g Zucker
125 g gemahlene Haselnüsse
1 Päckle Vanillin-Zucker
Eiweißglasur:
1 Eiweiß
125 g Puderzucker
2 Tropfen Zitronensaft
zirka 80 Haselnüsse als Dekoration
Teigzutaten zum Mürbteig verarbeiten, 1 Zentimeter dicke Rundlinge ausstechen (2 cm Durchmesser), mit Eiweiß-Puderzucker-Glasur bestreichen und mit je einer Nuss garnieren; ab in den Ofen und bei 200 bis 210 Grad 10 bis 12 Minuten backen.
Von Ursula Schlotterbeck
Safran-Rondos mit kostbarer Komponente
Kostbar im doppelten Wortsinne sind die Weihnachtsgutsle der Reutlingerin Ursula Schlotterbeck. Denn erstens will man sie nach dem Kosten - bar jeder Vernunft (Kalorien, seufz!) - nicht mehr missen und zweitens gehört Safran bis heute, weil in mühevoller Handarbeit gewonnen, zu den teureren Gewürzen.
Teig:
2 Esslöffel Orangensaft
1 Döschen Safranpulver
200 g Mehl
1 Teelöffel Backpulver
100 g Zucker
1 Eigelb (Größe M)
100 g Butter
Dekoration:
125 g Nougat
125 g Puderzucker
1 Eiweiß
1 Döschen Safranpulver
3 Esslöffel gehackte Pistazien
Mehl mit Backpulver mischen und auf die Arbeitsfläche sieben, eine Mulde eindrücken und Butterstückchen auf den Mehlrand setzen. Die restlichen Teigzutaten in die Mulde geben und verkneten, in Alufolie gewickelt 2 Stunden im Kühlschrank lagert. Teig 1/2 Zentimeter dünn ausrollen und große Kreise ausstechen. Aus der Hälfte der Kreise kleine Kreise ausstechen. Teiglinge bei 180 Grad Umluft 10 Minuten backen. Puderzucker, Safran und Eiweiß verrühren, auf die Loch-Plätzchen streichen und mit Pistazien garnieren. Nougat im Wasserbad schmelzen und die ungelochten Plätzchen dünn damit bestreichen. Die Gelochten drauflegen und ankleben. Dann die Löcher mit Nougat ausfüllen und diesen erstarren lassen. (GEA)

Großer Kehraus in der Lokalredaktion

Wochenrückblick: Diese Fotos schrieben im GEA-Lokalteil während der Adventszeit Backgeschichte und führten die Vielfalt regionaler Rezepte vor Augen.
FOTOS: PACHER/ZENKE/DPA