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Größte Investition seit Bau der Reutlinger Marienkirche

In der Tübinger Vorstadt entsteht im Zusammenspiel von Kirche und Diakonie ein neuer Mittelpunkt des Viertels. Auf was sich alle Reutlinger freuen können.

Die Baustelle des Diakonischen Zentrums Christuskirche Reutlingen zeigt, wie heftig gearbeitet wird. Der Termin für die Wiederei
Die Baustelle des Diakonischen Zentrums Christuskirche Reutlingen zeigt, wie heftig gearbeitet wird. Der Termin für die Wiedereinweihung steht schon, es ist der 1. Advent 2026. Foto: Stephan Zenke
Die Baustelle des Diakonischen Zentrums Christuskirche Reutlingen zeigt, wie heftig gearbeitet wird. Der Termin für die Wiedereinweihung steht schon, es ist der 1. Advent 2026.
Foto: Stephan Zenke

REUTLINGEN. Glückliche Gesichter auf einer Baustelle sind jetzt dort zu sehen, wo mit dem Diakonischen Zentrum Christuskirche ein neuer Mittelpunkt der Tübinger Vorstadt wächst. »Gemeinsam - Helfen - Leben« lautet das Motto dessen, was dort gerade entsteht. Der Termin für die Wiedereinweihung steht schon, es ist der 1. Advent 2026. Gesucht werden mit einer Kampagne Förderer des Projektes, die für einen wirklich guten Zweck spenden möchten.

Die Ziele des Diakonischen Zentrums Christuskirche

Die Christuskirche bleibt als öffentlicher Ort der Begegnung, in kirchlicher Trägerschaft, erhalten. Sie bietet weiterhin Raum für Gottesdienste, Konzerte und Veranstaltungen.
Der Diakonieverband bekommt für sein vielfältiges Beratungsangebot neue und vor allem barrierefreie Räumlichkeiten.
Die Vesperkirche findet einen guten und geeigneten Raum mit mehr Platz für ihr zahlreichen Gäste.
Es entsteht neuer und bezahlbarer Wohnraum insbesondere für Menschen, die auf dem freien Wohnungsmarkt nur geringe Chancen haben.
Das neue Zentrum ist auch in städtebaulicher Hinsicht zukunftsweisend, soll mit wenig Energie auskommen, Lärm und Abgase so gering wie möglich halten und für mehr Grün sorgen.
Auf ihrer Website hat die Evangelische Kirche in Reutlingen den Ablauf des Projektes inklusive zahlreiche Pläne und Fotos umfangreich dokumentiert. (pr)
https://www.reutlingen-evangelisch.de

Für die Region, für Reutlingen und alle Menschen, die Unterstützung suchen und sich hier treffen sollen, wird aus der einzelnen Kirche der Vergangenheit ein vielfältiges Zentrum mit Zukunft. Worauf sich alle freuen können, zeigte ein Rundgang mit Projektleiter Frank Ziegler und jeder Menge Lokalprominenz durch Räume, in denen heftig gearbeitet wird. Von außen sind die Gerüste an Turm und Fassade zu sehen, teils die neuen Fensterausschnitte zu erahnen.

»Größte Investition für die Kirche seit dem Bau der Marienkirche«

Von der »wahrscheinlich größten Investition für die Kirche seit dem Bau der Marienkirche«, spricht ein sichtlich bewegter Dekan Marcus Keinath. 22 Millionen Euro beträgt der Umfang des Gesamtprojektes. Keinath ist einer von denen, die den Wandel gegen so manche Zweifel auf den Weg gebracht haben: So wie die Gemeinde der Christuskirche zu klein geworden war, wären die jährlichen Ausgaben für den Unterhalt des Gotteshauses nicht mehr zu rechtfertigen gewesen. Aber statt den Laden dicht zu machen, wurde umgebaut. Für alle Beteiligten laut Dekan auch finanziell »ein Wagnis«, wobei man »eine solide Finanzierung« habe.

Die Christuskirche bleibt mit anderen Inhalten erhalten.
Die Christuskirche bleibt mit anderen Inhalten erhalten. Foto: Stephan Zenke
Die Christuskirche bleibt mit anderen Inhalten erhalten.
Foto: Stephan Zenke
»Lebendiges Kulturdenkmal und Wahrzeichen«

Das Wagnis Diakonisches Zentrum stimmt die Verantwortlichen deswegen optimistisch, weil aus ihrer Sicht die Inhalte passen. Oberbürgermeister Thomas Keck freut sich darauf, dass einerseits ein »Lebendiges Kulturdenkmal und Wahrzeichen« erhalten bleibe - andererseits mit einem Beratungs- und Begegnungszentrum sowie drei neuen Gebäude bezahlbarer Wohnraum für Menschen entsteht, die auf dem sogenannten freien Markt keine Chance haben. Dazu geselle sich ein vorbildliches Mobilitätskonzept.

Der ausgeräumte und teils schon umgebaute Innenraum der Christuskirche.
Der ausgeräumte und teils schon umgebaute Innenraum der Christuskirche. Foto: Stephan Zenke
Der ausgeräumte und teils schon umgebaute Innenraum der Christuskirche.
Foto: Stephan Zenke

Geboten wird allen Reutlingern beispielsweise ein Café mit Terrasse und Mittagstisch aus der nagelneuen Küche. Die Vesperkirche soll in großzügigen Räumen residieren. Geplant sind Begegnungsmöglichkeiten wie ein »Do Club« oder verschiedene andere Gruppen. An heißen Sommertagen möchten die Betreiber kühle Orte anbieten, was durch das hochmoderne Energiekonzept möglich wird. Geothermie und Photovoltaik lassen niedrige Betriebskosten erwarten.

Auf der Baustelle Diakonisches Zentrum Christuskirche: (von links) Dr. Joachim Rückle als Geschäftsführer des Diakonieverbandes
Auf der Baustelle Diakonisches Zentrum Christuskirche: (von links) Dr. Joachim Rückle als Geschäftsführer des Diakonieverbandes Reutlingen, Daniel Fehrle als Leiter der evangelischen Reionalverwaltung in Reutlingen sowie Projektleiter Frank Ziegler. Foto: Stephan Zenke
Auf der Baustelle Diakonisches Zentrum Christuskirche: (von links) Dr. Joachim Rückle als Geschäftsführer des Diakonieverbandes Reutlingen, Daniel Fehrle als Leiter der evangelischen Reionalverwaltung in Reutlingen sowie Projektleiter Frank Ziegler.
Foto: Stephan Zenke

Darauf kommt Daniel Fehrle als Leiter der evangelischen Regionalverwaltung in Reutlingen zu sprechen. Er erinnert an die jährlichen Ausgaben von 85.000 Euro für die alte Christuskirche. Deren Umbau und Sanierung inklusive des Erhaltes und der Restaurierung ihrer Kunstwerke, sei mit insgesamt 8,6 Millionen Euro veranschlagt. Den Batzen teilen sich die Reutlinger Kirche und evangelische Landeskirche. Über Darlehen, kleinere Förderungen und private Spenden müssten etwa vier Millionen Euro aufgebracht werden. Deshalb startet jetzt eine Kampagne mit dem Aufruf, Förderer des Projektes zu werden. Mehr Informationen dazu wird die demnächst freigeschaltete Website (https://dzc-reutlingen.de) enthalten.

Bauherren, Projektleitern und Lokalprominenz auf der Baustelle.
Bauherren, Projektleitern und Lokalprominenz auf der Baustelle. Foto: Stephan Zenke
Bauherren, Projektleitern und Lokalprominenz auf der Baustelle.
Foto: Stephan Zenke

Die »Symbiose von Diakonie und Kirche« lobt Dr. Joachim Rückle, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Reutlingen. Er erinnert, warum das Projekt Sinn mache: »Die Not der Menschen, insbesondere auch in einer alternden Gesellschaft, wird ja nicht kleiner. Zu der oft materiellen Not, zu den gesundheitlichen Problemen kommt immer mehr auch die soziale Isolation und das Gefühl der Einsamkeit. Dieser Not können wir nur gemeinsam begegnen.« (GEA)