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Fronleichnam in Großengstingen mit Prozession und Blumenteppich gefeiert

In Großengstingen wird das Hochfest wie seit 400 Jahren mit Blumenteppichen und Prozession gefeiert

Feierliche, von Fahnenabordnungen der Vereine und Ministranten angeführte Fronleichnams-Prozession.
Feierliche, von Fahnenabordnungen der Vereine und Ministranten angeführte Fronleichnams-Prozession. Foto: Gabriele Leippert
Feierliche, von Fahnenabordnungen der Vereine und Ministranten angeführte Fronleichnams-Prozession.
Foto: Gabriele Leippert

ENGSTINGEN. Erstmals 1246 im Bistum Lüttich gefeiert und von Papst Urban IV. im Jahr 1264 zum Fest der Gesamtkirche erhoben, ist der zweite Donnerstag nach Pfingsten traditionell der römisch-katholische Feiertag Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, das in vielen Gemeinden auf der Alb noch traditionell gefeiert wird. Wie auch in der Großengstinger Gemeinde St. Martin, wo es seit mehr als 400 Jahren seinen festen Platz im Kirchenjahr hat.

Besonderen Charakter erhält hier das Fest zum einen durch die feierliche Prozession durch den Ort, bei der das Allerheiligste, die heilige Kommunion, in der Monstranz durch die Straßen getragen wird und Gläubige mit auf die kleine Wallfahrt gehen. Zum anderen wird zugleich zum Gemeindefest eingeladen.

Aufwendige Vorbereitungen

So auch dieses Jahr, wo etliche Gläubige bei den immensen Festvorbereitungen zum Herstellen geschmückter Altäre und wunderschöner Blumenteppiche mithalfen. Denn entgegen des Slogans »Sammeln, Blüten abzupfen, legen« waren die bunten, christlichen, schnell vergänglichen und höchst filigranen Kunstwerke nicht so schnell gefertigt, es brauchte viele Stunden mühevoller Kleinarbeit. Bereits am Montag sammelten Kinder und ihre Eltern die notwendigen Blumen. »Nach den schwierigen Wettertagen die letzten Wochen dachte ich schon, es wird schwer, überhaupt welche zu finden«, verriet Kirchenpflegerin Kerstin Schweitzer, als sie über die große Anzahl gesammelter Pflanzen staunte.

Eine Gruppe von Seniorinnen trennt in bewährter Weise die Blüten von den Stengeln und in weitere Einzelteile.
Eine Gruppe von Seniorinnen trennt in bewährter Weise die Blüten von den Stengeln und in weitere Einzelteile. Foto: Gabriele Leippert
Eine Gruppe von Seniorinnen trennt in bewährter Weise die Blüten von den Stengeln und in weitere Einzelteile.
Foto: Gabriele Leippert

»Mir dent se zopfla«, sagte dann am Dienstag eine Gruppe von Seniorinnen, die teilweise schon seit Jahrzehnten regelmäßig in bewährter Weise die Blüten von den Stengeln und in weitere Einzelteile trennen. »Wir sind ein eingeschworener Haufen«, betonten die fleißigen Helferinnen. So wie Elsa Rupp, die seit vielen Jahren beim Blüten abzupfen hilft. Seitdem ihre Schwester 1975 den Dienst der Mesnerin übernommen hat, habe sich sie sich verstärkt bei kirchlichen Aufgaben engagiert. Aber auch schon als Kind sei sie dabei gewesen. »Denn das hier gehört einfach dazu«, bekräftigte Rupp.

Sie mache das bestimmt auch schon seit etwa 60 Jahren, seitdem sie im Ort ist, erinnerte sich auch Gertrud Betzmann. »Ond selbst wenn mr ogschlaga isch, kommt mr do her, weil’s wichtig isch«, scherzte Lore Brugger.

Am Mittwochabend begannen Mitglieder der Katholische Junge Gemeinde, die vor Kurzem ihr 50-jähriges Bestehen feierten, mit dem Vorbereiten eines großen Blumenteppichs, der schon seit langer Zeit immer unterhalb des Hauptaltares im Schlosshof bewundert werden kann. Gestern vervollständigte diese Gruppe ihr Kunstwerk.

Der große Blumenteppich der Katholischen Jungen Gemeinde Engstingen unterhalb des Hauptaltares im Schlosshof von Großengstingen
Der große Blumenteppich der Katholischen Jungen Gemeinde Engstingen unterhalb des Hauptaltares im Schlosshof von Großengstingen wurde gestern früh fertiggestellt. FOTOS: LEIPPERT
Der große Blumenteppich der Katholischen Jungen Gemeinde Engstingen unterhalb des Hauptaltares im Schlosshof von Großengstingen wurde gestern früh fertiggestellt. FOTOS: LEIPPERT

»Wir haben am Mittwochabend einen Teil auf Holzplatten gelegt, jetzt wird er zusammengesetzt und fertig gemacht«, erklärte Kerstin Schweitzer. »Um 6 Uhr heute Morgen haben wir begonnen«, berichtete Elisabeth Thum, die gemeinsam mit Helfern letzte farbige Akzente beim Blütenteppich setzte, während Mesner Hubert Hipp den großen Altar im Schlosshof aufbaute.

Nach dem feierlichen Gottesdienst machten sich die Christen in einer feierlichen, von Fahnenabordnungen der Vereine und Ministranten angeführten Prozession auf den Weg zur Freibühlschule, wo ein anderer Altar aufgebaut war, und wieder zurück zum Schlosshof. Der Kirchenchor St. Martin und die Schwäbischen Alb Musikanten begleiteten den Zug musikalisch, Kinder streuten bunte Blumen auf dem Weg. Im Anschluss an den Bittgang feierten die Katholiken ihr Gemeindefest mit Essen, Kaffee und Kuchen und Musik. (GEA)