Wiewohl ihn von Vize-Siegerin Christel Gielow und der Drittplatzierten Gabriele Kriegs lediglich ein »Muckensäckele« trennt. Mit einem Notendurchschnitt von 1,5 setzte er sich knapp gegen die beiden ebenfalls preisgekrönten Hobbybäckerinnen durch, deren Plätzchen mit einer bemerkenswerten 1,56 respektive 1,62 bewertet wurden.
Große Liebe zum Detail
Kurz: Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das erst durch Berechnung der zweiten Stelle hinterm Komma entschieden werden konnte. Zumal sich sehr rasch zeigte, dass nahezu alle der eingesandten Rezepte und Versucherle das Prädikat »absolut empfehlenswert« verdienen. Hitverdächtig in Aussehen und Geschmack, mit großer Liebe zum Detail gebacken, tummeln sich denn auch Unmengen von Backempfehlungen im Notenspektrum zwischen 1,7 und 2,0. Jedoch: »Gut« war beim GEA-Gutsle-Kontest erstaunlicherweise nicht gut genug. Und nur wer formschöne, geschmacklich überzeugende, von ihrer Teigkonsistenz tadellose und auf den »Punkt« gebackene Kostpröbchen einschickte, hatte eine reelle Chance auf einen der zehn Preise.
»Sehr gut, saftig, formschön«
Heinz Bronners »Elisenlebkuchen« - nach einem Rezept von Fernsehkoch Johann Lafer gebacken - erfüllten all diese Kriterien. Und die beiden Reutlinger Bäckermeister Hubert Berger und Hans Wucherer sowie die beiden Konditorenmeister Andreas Sommer und Hans Wenzler sparten denn auch nicht mit Lob. »Geschmacklich sehr gut, saftig, formschön, so wie sie sein sollen«, steht da in der Urteilsbegründung zu lesen. Viel besser, darin war sich das örtliche Handwerk einig, kann man's kaum machen. Da läuft selbst den Profis das Wasser im Munde zusammen.
Und das gilt natürlich auch für Christel Gielows »Schneeflocken«, die »im Aussehen hübsch«, durch die eingearbeiteten Walnüsse »geschmacklich sehr lecker« und »von der Idee her überzeugend«, den Juroren Traumnoten entlockten. Und die »Hausfreunde« von Gabriele Kriegs? Die, finden die Experten, sind »rundum ansprechend, zart, saftig und formschön« - Gratulation für diese Gutsles mit Genussgarantie!
Doch auch viele, viele andere Beiträge verdienen eine lobende Erwähnung und sollten im nächsten Jahr mal nachgebacken werden. Etwa Claudia Holders »Engelsküsse«, die nicht nur poetisch klingen, sondern auch prima munden. »Ausgewogener Geschmack, schöne Optik, aber leicht trocken«, notieren die Juroren in ihren Bewertungsbögen und finden, dass die himmlischen Bussis allemal einen Anerkennungspreis wert sind: Note: 1,68.
Verblüffende Vielfalt
Erwähnenswert auch die »Ostpreußischen Spitzbuben« von Sabine Walker, die durch ihren »sehr guten Geschmack« überzeugen, aber »leicht zerfallen« - Note: 1,68. Oder die »gefüllten Halbmöndchen« von Martina Heyd, die sowohl mit ihrem Aussehen, als auch mit ihrem Geschmack punkten können. Einzige Kritik: Sie sind den Bäckern und Konditoren »etwas zu groß« ausgefallen und wurden deshalb ebenfalls mit einer Durchschnittsnote von 1,68 beurteilt.
Alles in allem sind die Chefs von Reutlingens »echten« Innenstadt-Backstuben stark beeindruckt. Mit wie viel »Mühe und Sorgfalt« die Plätzchen für den Wettbewerb »Keks und Co« zubereitet wurden, nötigt jedenfalls nicht nur Hans Wucherer aufrichtigen Respekt ab. Auch sein Kollege Hubert Berger zieht - zumindest im übertragenen Sinne - den Hut. Und der Konditoren-Nachwuchs vom Café Sommer, der zur Entlastung von Ausbilder Andreas Sommer das eine oder andere Brödle verkosten durfte? Der findet das Gros der Gutsle »echt klasse«.
Dabei ist es vor allem die Vielfalt an weihnachtlichen Leckereien, die die Juroren ins Schwärmen bringt. Dass derart unterschiedliche Rezepte eingereicht werden - damit hatten sie nicht gerechnet. Zumal es sogar vereinzelte Eigenkreationen gab, die zu kosten dem Experten-Team schon allein um ihrer Originalität willen enormen Spaß bereitete.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang an Dagmar Krauses »Betzinger Zehntscheuerle« auf Mürbteig-Basis und an die »Weihnachtselche« von Susanne Kunz, die mit einer 1,8 haarscharf am Anerkennungspreis vorbeischrammten. Erinnert sei natürlich auch an die wunderschönen »Springerle« von Ingrid Gerlach, deren Mann die hierfür notwendigen Models in der heimischen Werkstatt selbst herstellt: etwa den GEA-Schriftzug, der die Lokalredaktion natürlich mächtig freute.
Bleibt die Frage, woran es in der Regel haperte. »Oft am zu heißen Ofen« - ein Backthermometer könnte da Abhilfe schaffen. Manchmal war's aber auch der allzu großzügige oder zu sparsame Umgang mit Zucker und Gewürzen, der den Notenschnitt drückte. Zu »fades« und zu »süßes« Gebäck gab Abzug. (GEA)
Herzlichen Glückwunsch ! Folgende Teilnehmer am GEA-Keks-Contest haben die Jury mit ihren Backkünsten am meisten beeindruckt: Hauptpreis (ein Einkaufsgutschein im Wert von 150 Euro): Heinz Bronner aus Reutlingen Zweiter Preis (100 Euro): Christel Gielow aus Pfullingen Dritter Preis (75 Euro): Gabriele Kriegs aus Ohmenhausen.
Anerkennungspreise über 25 Euro gehen an: Claudia Holder aus Bleichstetten, Sabine Walker aus Kirchentellinsfurt, Martina Heyd aus Pfullingen, Eva Lutscher aus Lichtenstein, Lore Seipel aus Pliezhausen, Sabine Werner-Heid aus Reutlingen und Lilo Kohlschreiber aus Reutlingen.

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Die beiden Bäckermeister Hans Wucherer (links) und Hubert Berger sowie drei Azubis vom Café Sommer (von links) Adeline Pless, Nicole Speidel und Katharina Künstner beim Fototermin: Die Juroren sind von den Plätzchen der GEA-Leser beeindruckt.
FOTO: TRINKHAUS