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Aktuell Hühnerhaltung

Ermittlung gegen Sickenhäuser Landwirt Zeeb eingestellt

Die Tierschutz-Organisation Aninova hatte im Juli eine Kampagne gegen den Sickenhäuser Landwirt Frank Zeeb gestartet. Vorwurf: Tierquälerei. Doch die Strafanzeige der Organisation lief ins Leere, die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingestellt.

Frank Zeeb (rechts) und sein Sohn Daniel in einem Kalt-Scharraum, umgeben von braunen Hühnern.
Frank Zeeb (rechts) und sein Sohn Daniel in einem Kalt-Scharraum, umgeben von braunen Hühnern. Foto: Frank Pieth
Frank Zeeb (rechts) und sein Sohn Daniel in einem Kalt-Scharraum, umgeben von braunen Hühnern.
Foto: Frank Pieth

REUTLINGEN-SICKENHAUSEN. Nach dem Schock im Sommer nun eine gute Nachricht zum Jahresabschluss für Frank Zeeb: Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat das »Ermittlungsverfahren wegen möglicher Straftaten nach dem Tierschutzgesetz« gegen den Sickenhäuser Landwirt eingestellt. Im Juli hatten Aktivisten des Tierschutzvereins Aninova eine offenbar konzertierte mediale Kampagne gegen den Hof gestartet und Ex-Bezirksbürgermeister Zeeb der Tierquälerei beschuldigt. Schnell war anschließend jedoch klar geworden: Bis auf eine Anschuldigung war keiner der Vorwürfe haltbar. Und diesen Verstoß, den Zeeb beim GEA-Besuch auf dem Hof auch offen einräumte, hatte er schon Wochen vor der Kampagne, nach einer Kontrolle des Kreisveterinäramts, beseitigt gehabt. Mit einem Stromdraht hatte er zu verhindern versucht, dass sich braune Junghennen in den ersten Tagen nach dem Einstallen in den Ecken erdrücken. Ein nicht erlaubtes Hilfsmittel, wie Kreisveterinärchef Dr. Thomas Buckenmaier betonte.

Alle anderen Behauptungen, die von Aninova presseöffentlich gemacht wurden, konnte Zeeb entkräften und erklären. Trotzdem war der Schaden für den Hof zunächst groß. Die Nachricht von der angeblichen Tierquälerei verbreitete sich, in Kombination mit Zeebs Namen, in Windeseile. Per Schreiben forderte Aninova Einzelhändler auf, die Eier des Landwirts aus dem Sortiment zu nehmen. Einige taten dies und gaben dem Druck, den die Tierschützer ausübten, nach.

»Auch die privaten Kunden sind bei der Stange geblieben«

Der Sturm der Entrüstung hatte sich aber auch schnell wieder gelegt. "Bis auf einen Einzelhändler haben uns alle wieder ins Sortiment genommen", sagt Frank Zeeb nun auf GEA-Anfrage. Die wirtschaftlichen Einbußen seien marginal. »Auch die privaten Kunden sind bei der Stange geblieben«, sagt Zeeb. "Viele haben sogar solidarisch gesagt: Jetzt kaufen wir erst recht Zeeb-Eier."

Wurde von den Tierschützern bemängelt: Das »zerrupfte« Aussehen der weißen Hennen auf Frank Zeebs Hof. Doch das ist auf die Rass
Wurde von den Tierschützern bemängelt: Das »zerrupfte« Aussehen der weißen Hennen auf Frank Zeebs Hof. Doch das ist auf die Rasse zurückzuführen, sagen Zeeb, das Kreisveterinäramt - und nun auch die Staatsanwaltschaft. Foto: Pieth
Wurde von den Tierschützern bemängelt: Das »zerrupfte« Aussehen der weißen Hennen auf Frank Zeebs Hof. Doch das ist auf die Rasse zurückzuführen, sagen Zeeb, das Kreisveterinäramt - und nun auch die Staatsanwaltschaft.
Foto: Pieth

Die Nachfrage nach Eiern sei generell sehr groß, »der Konsum ist vor allem bei der jungen Generation gestiegen«, sagt der Sickenhäuser. Dem entgegen steht eine einbrechende Produktion: Hunderttausende Hühner wurden in Deutschland jüngst aufgrund der Vogelgrippe geschlachtet, in Holland hat die Regierung Hühnerhaltern über Jahre hinweg Prämien bezahlt, wenn sie aufhören. Außerdem lassen sich aufgrund strenger Umweltschutzauflagen immer weniger Landwirte auf Hühnerhaltung im großen Stil ein, so Zeeb. »Wir schaffen es kaum, den lokalen Bedarf zu bedienen.«

Zeeb wird ab 2026 nur noch braune Hennen in den großen Ställen halten. Die weißen Tiere der Rasse »Sandy« sind dann lediglich im mobilen Hühnerstall zu finden, »damit die Nachfrage nach weißen Eiern bedient wird«. Die Hühner dieser Rasse neigen zu starkem Federpicken - was ihnen ein mitgenommenes und »zerrupftes« Aussehen verleiht. Diese Tiere hatten die Aninova-Aktivisten auch bei ihrem nächtlichen Einbruch in Zeebs Stall fotografiert und gefilmt, und ihren Zustand angeprangert. Kreisveterinäramtschef Buckenmaier hatte schon im Juli im Gespräch mit dem GEA klargestellt, dass Zeeb versucht habe, das Federpick-Problem in den Griff zu kriegen: »Aber die Maßnahmen führen bei so etwas eben nicht immer zum Erfolg.«

»Ich bin froh, dass die Ermittlungen eingestellt wurden«

»Ich bin froh, dass die Ermittlungen eingestellt wurden«, sagt Frank Zeeb nun. »Das hätte mich wirklich sehr demoralisiert. Ich habe das von der Pike auf gelernt und ich will keinem Tier etwas Böses.« Die Staatsanwaltschaft Tübingen schreibt: »Die von der anzeigenden Tierschutzorganisation erhobenen Vorwürfe konnten durch die durchgeführten Ermittlungen nicht mit der erforderlichen hinreichenden Sicherheit nachgewiesen werden.« Und weiter: »Dies gilt insbesondere im Hinblick auf den erforderlichen Vorsatz bezüglich der Zufügung von Schmerzen oder Leiden und die Ursächlichkeit. Insbesondere der gute Allgemeinzustand der braunen Legehennenherde des Betriebs sprach aus Sicht der Staatsanwaltschaft dafür, dass der nur mäßige Zustand der anderen weißen Herde auf die abweichende Rasse dieser Herde zurückzuführen ist.« (GEA)