REUTLINGEN. Viele Menschen freuen sich jedes Jahr auf die Weihnachtszeit. Ein liebevoll gestalteter Adventskranz auf dem Esstisch, eine Krippe im Garten und die Lichterkette am Balkon verbreiten weihnachtliche Stimmung. Doch manchen ist das nicht genug. Jessica und Markus Meißel verwandeln ihr gesamtes Haus in ein leuchtendes Weihnachtwunder. »Wir sind weihnachtsverrückt«, sagt Jessica Meißel, die zusammen mit ihrem Mann Markus das Weihnachtshaus auf der Reutlinger Römerschanze dekoriert.
Biegt man in die Taubenstraße ein, wird man fast geblendet. So hell und bunt erstrahlt hier das kleine Reihenhaus der Meißels. Man weiß kaum, was man zuerst anschauen soll. Mehrere, unterschiedlich große Weihnachtsmannfiguren, ein Rentierschlitten, unzählige Lichterketten, eine Schneelandschaft mit Pinguinen, leuchtende Engel und Sterne auf dem Dach und vieles mehr. Man sieht, dass sehr viel Zeit, Arbeit und Liebe in dem geschmückten Weihnachtshaus stecken. Drei Wochen arbeite das Ehepaar daran, bis alles steht, sagt Jessica Meißel. Und das schon seit neun Jahren.
Jedes Jahr wird das Weihnachtshaus erweitert
Langweilig wird es den Meißels trotzdem nicht. »Es kommt immer etwas Neues dazu«, sagt sie. Über das ganze Jahr schaut sich das Paar nach neuen Dekorationen um, damit ihr Weihnachtshaus weiter wächst. Angefangen hat alles hinter dem Haus im Garten. »Da hat es aber kaum jemand gesehen.« Deshalb schmückte das Paar den Vorgarten an der Straße. Stück für Stück wurde die Dekoration aufwendiger. Besonders stolz seien sie auf einen 1,70 Meter großen Wichtel im Eingangsbereich.
Von ihren Nachbarn hören die Meißels keine Beschwerden. »Wir haben noch nie etwas Negatives gehört«, sagt sie. Im Gegenteil: Einige Nachbarn würden sogar tatkräftig mithelfen. »Wir haben eine ganz tolle Gemeinschaft.« Auch bei den Besuchern kommt das Weihnachtshaus gut an. Immer wieder kommen Familien vorbei, um das täglich von 17 bis 21 Uhr beleuchtete Haus zu bewundern. Vor allem die Kinderaugen leuchten fast heller als das Haus beim Anblick der vielen Weihnachtsfiguren. Markus Meißel lässt es sich dann nicht nehmen, in seinem Weihnachtsoutfit Lollies zu verteilen.
Die Energiekosten halten sich in Grenzen
Obwohl die Meißels durch ihr Haus die Nacht auf der Römerschanze fast zum Tag machen, stürzen sie sich durch die Beleuchtung nicht in ein finanzielles Loch. »Das sind alles LEDs«, sagt Jessica Meißel, »die Energiekosten sind gering«. Nur 60 Euro Mehrkosten seien insgesamt für die Energie zu zahlen. Wesentlich teurer sind dagegen die zahlreichen Figuren, die das Weihnachtshaus schmücken. Die kosten teilweise bis zu etwa 250 Euro, sagt sie.
Aber auch wenn ihr Weihnachtshaus Zeit und Geld kostet, denken die beiden nicht daran, mit dem Schmücke aufzuhören. Es macht ihnen zu viel Freude. Und nach neuen Figuren wird schon längst geschaut. Viel mehr werden es aber nicht werden können. »Langsam wird es mit dem Platz schwierig.« (GEA)

