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Diebe brachen mit brutaler Gewalt in Gebäude in der Region ein

Sieben Männer aus Rumänien wegen schweren Bandendiebstahls in der Region angeklagt. Tübinger Landgericht will am 4. Juli ein Urteil fällen.

Einbrecherbande steht vor dem Tübinger Landgericht. Das Urteil soll am 4. Juli folgen.
Einbrecherbande steht vor dem Tübinger Landgericht. Das Urteil soll am 4. Juli folgen. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa
Einbrecherbande steht vor dem Tübinger Landgericht. Das Urteil soll am 4. Juli folgen.
Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

KREIS REUTLINGEN/TÜBINGEN. Eine Einbruchsserie schreckte von September bis November 2023 die Menschen in der Region auf. Die Täter waren nicht wählerisch und machten sogar vor einer Leichenhalle in Münsingen nicht Halt, um nach Beute zu suchen. Die Polizei kam den Einbrechern auf die Schliche und nahm Ende 2023 sieben der Männer, die aus Rumänien stammen, fest. Vor dem Tübinger Landgericht gestanden sie jetzt ihre Taten ein. Am Mittwoch folgten die meisten Plädoyers. Ein Urteil will die 8. Große Jugendkammer am 4. Juli verkünden.

Auf ihrer Einbruchstour suchte die Bande in erster Linie Wohnhäuser in Münsingen, Tübingen, Reutlingen, Metzingen, Eningen und Pfullingen auf. »Es handelte sich ausschließlich um Objekte, die schlecht einsehbar waren«, meinte Staatsanwalt Tobias Bauer in seinem Plädoyer am Mittwoch.

Hoher Sachschaden

Die Täter kundschaften die Häuser vorher aus. Nach den Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft gingen die Einbrecher dann arbeitsteilig und fast immer auf die gleiche Weise vor. Ein Teil der Bande stand draußen Schmiere, während der andere mit brachialer Gewalt Türen oder Fenster im Erdgeschoss aufbrach, in die Gebäude einstieg und Schreibtische und Schränke durchwühlte. Die Täter richteten dabei einen Sachschaden an, der den Wert der Beute fast überstieg.

Als Diebesgut wollten die Einbrecher in erster Linie nur Bargeld oder Schmuck, weil der sich am leichtesten verhökern lässt. Beim Verkauf waren sie offenbar nicht so erfolgreich, wie erhofft. Als die Polizei, die durch Kontrollen und Überwachung auf die Spur der Einbrecherbande gekommen war, die Täter festnahm, fanden die Ermittler noch einen großen Teil der Beute. Einer der Rumänen hatte sogar noch eine gestohlene Uhr am Handgelenk.

Geständnisse verkürzen Verfahren

Im Verlauf des Verfahrens machte die Jugendkammer einen Verständigungsvorschlag, um das Verfahren abzukürzen. Das Gericht kündigte an, dass die sieben Angeklagten im Alter zwischen 20 und 37 Jahren bei einem Geständnis mit Strafen zwischen zwei und vier Jahren Haft rechnen könnten. Darauf ließen sich die sieben Männer ein. Ursprünglich waren für das Verfahren vor der Jugendkammer zehn Verhandlungstage angesetzt. Jetzt sind es voraussichtlich nur noch vier, weil keine Zeugen mehr gebraucht werden.

Am Mittwoch folgte nun als Erstes das Plädoyer des Staatsanwaltes. Neben dem Geständnis rechnete er den Angeklagten auch positiv an, dass sie dem Gericht eine »umfangreiche Beweisaufnahme erspart haben«. Allerdings seien die Täter auch mit »einer hohen kriminellen Energie« vorgegangen. Obwohl die Angeklagten gewusst hätten, dass sie im Fokus der Polizei standen, hätten sie trotzdem weitergemacht. Auch seien sie schon mehrfach einschlägig vorbestraft. Für die sieben Angeklagten forderte Bauer je nach Häufigkeit ihrer Tatbeteiligung Haftstrafen zwischen zwei und vier Jahren.

Im Gerichtssaal

Gericht: Michael Allmendinger (Vorsitzender), Hella in der Stroth, Benjamin Meyer-Kuschmierz. Staatsanwalt: Alexander Bauer. Verteidiger: Monika Morlock, Safak Ott, Hans-Christoph Geprägs, Christian Niederhöfer, Markus Weiß-Latzko, Karin Lingel, Thomas Schales.

Bei einem Verständigungsvorschlag gibt das Gericht einen Strafrahmen vor, der eine Obergrenze und eine Untergrenze hat. Während die Staatsanwaltschaft sich bei ihren Forderungen mehr an die Obergrenze hielt, plädierten die Verteidiger eher für die Untergrenze, also für eine geringere Strafe. Verteidiger Hans-Christoph Geprägs wollte für seinen Mandanten sogar noch eine Bewährungsstrafe herausholen.

Am Mittwoch plädierten fünf der sieben Verteidigerinnen und Verteidiger. Die restlichen zwei kommen am nächsten Verhandlungstag an die Reihe. Danach will die Jugendkammer übe das Strafmaß beraten. (GEA)