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Aktuell Reutlingen

Die Jury ist schon kräftig am Knabbern

REUTLINGEN. Samstag war Einsendeschluss für Gutsle nebst Rezepten, an Heiligabend folgt die Bescherung: Die vierköpfige Jury aus Reutlinger Bäcker- und Konditorenmeister ist mit Geschmackspröbchen zur Genüge ausgestattet und längst in die Entscheidungsphase eingetreten. Die Gewinner werden in der GEA-Ausgabe vom 24. Dezember veröffentlicht, zuvor gilt es allerdings noch diverse Rezepte publizisitsch abzuarbeiten - so groß war die Resonanz.

Josefine Baumgartner ist eine begnadete Hobbybäckerin, die der Lokalredaktion schon vor Heiligabend zur Bescherung verhalf: Zum eigentlichen Aktionsbeitrag packte sie zahllose weitere Gutslessorten dazu. Herzlichen Dank!
GEA-FOTO: ZENKE
Josefine Baumgartner ist eine begnadete Hobbybäckerin, die der Lokalredaktion schon vor Heiligabend zur Bescherung verhalf: Zum eigentlichen Aktionsbeitrag packte sie zahllose weitere Gutslessorten dazu. Herzlichen Dank! GEA-FOTO: ZENKE
Josefine Baumgartner ist eine begnadete Hobbybäckerin, die der Lokalredaktion schon vor Heiligabend zur Bescherung verhalf: Zum eigentlichen Aktionsbeitrag packte sie zahllose weitere Gutslessorten dazu. Herzlichen Dank! GEA-FOTO: ZENKE
Endspurt: Die letzten Gutsle-Rezepte sind eingegangen, sorgen heute und in den nächsten Tagen nochmals für Lesestoff. Dann ist endgültig die Jury gefordert, die schon kräftig dabei ist, sich durch die Kostproben zu knabbern. Ob wohl einer der heute publizierten Backtipps von GEA-Lesern für GEA-Leser das Rennen machen wird?

Von Marie Klein
Zart und zimtig, süß und schokoladig

Aus Österreich stammt das Rezept für »Kärntner Zetschgen-Plätzchen«, das einst von Irene Baumeisters Großmutter nach Deutschland »importiert« wurde. Das schmackhafte Geheimnis dieser fruchtigen Gutsle steckt in ihrem Innenleben: zimtige Backpflaumen sind's, die dem Gebäck ein Aroma verleihen, das einem unwillkürlich das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.

Schon seit über zehn Jahren versüßt Marie Klein ihren Lieben mit »Nougatstangen« die Adventszeit. Ihre Familie, schreibt die Reutlingerin, ist restlos begeistert von den Plätzchen und kann sich bunte Teller ohne das zarte, schokoladig-zimtige Kleingebäck längst nicht mehr vorstellen.

Teig:

225 g Butter oder Margarine

100 g Puderzucker

1 Päckle Vanillin-Zucker

3 Eigelb

2 Messerspitzen gemahlener Zimt

200 g Weizenmehl

40 g Kakao

3 g (1 gestr. Teelöffel) Backpulver

125 g gemahlene Haselnusskerne

Füllung:

100 g Nussnougatmasse

Guss:

150 g Zartbitter-Schokolade

30 g Pflanzenfett

Butter oder Margarine schaumig rühren und nach und nach gesiebten Puderzucker und Vanillin-Zucker, das Eigelb und den Zimt hinzufügen. Das mit Kakao und Backpulver gemischte und gesiebte Mehl esslöffelweise unterrühren. Zuletzt die gemahlenen und gerösteten Haselnusskerne unterheben und den Teig in einen Spritzbeutel mit gezackter Tülle füllen, um dann 4 Zentimeter lange Stangen auf ein gefettetes Backblech zu spritzen. Diese »Rohlinge« dann bei 175 bis 200 Grad 7 bis 10 Minuten lang backen und richtig auskühlen lassen. Derweil die Nougatmasse in einem kleinen Topf bei schwacher Hitze geschmeidig rühren und die Hälfte der Plätzchen auf der Unterseite damit bestreichen. Diese anschließend mit der anderen Hälfte »deckeln«, die Teile gut zusammendrücken und trocknen lassen. Derweil die Zartbitterschokolade in kleine Stücke brechen und mit Pflanzenfett bei schwacher Hitze zu einer geschmeidigen Masse verrühren. Die Enden der Nougatstangen eintauchen.

Von Christel Hailfinger
Gewürfelte Sachertorte

»Das ist die kleine Ausgabe der großen Sacher-Torte« schreibt Christel Hailfinger in ihrem Beitrag zur GEA-Adventsaktion. Mit Keksen haben die Schnittchen aus Sonnenbühl zwar nicht allzu viel gemein. Aber: Sie sind eine feine Abwechslung auf den Plätzchentellern.

250 g Margarine

250 g Puderzucker

1 Päckle Vanillin-Zucker

6 Eigelb

250 g Blockschokolade

200 g Mehl

6 Eiweiß

Guss:

Aprikosenmarmelade

Schokoguss

Schokostreusel

Margarine, Puderzucker, Vanillin-Zucker und Eigelb schaumig rühren, dann die im Wasserbad verflüssigte Schokolade unterrühren, das Mehl und das geschlagene Eiweiß unterheben. Den Teig auf ein gefettetes Blech streichen, bei 180 Grad 20 Minuten backen und kurz abkühlen lassen. Den Kuchen dünn mit Aprikosenmarmelade bestreichen und mit Schokoguss überziehen sowie mit Schokostreusel bestreuen. Den Guss leicht trocknen lassen und Würfel zu etwa 3 mal 3 Zentimetern abschneiden.

Von Angela Niemz
Gebäck von Stand: Earl-Grey-Sterne

Angela Niemz aus Kirchheim/Teck bezeichnet sich selbst als eher »sporadische Bäckerin«. Viel lieber isst als backt sie Gutsle. Eine Sorte hat's ihr freilich besonders angetan: Earl-Grey-Sterne.

250 g Butter

3 Esslöffel Earl-Grey-Teeblätter

120 g Zucker

320 g Mehl

60 g Speisestärke

etwa 4 Eigelb

Mehl zum ausrollen

3 Esslöffel Zucker

Die Butter in einem Topf schmelzen, Teeblätter hinzufügen, 3 Minuten kochen und vom Herd nehmen. Das Ganze 30 Minuten ziehen lassen. Dann die Butter durch ein Sieb gießen, fest werden lassen und anschließend mit dem Zucker schaumig schlagen (Handrührgerät). Unter Rühren Mehl und Speisestärke hinzufügen und den Teig schließlich mit den Händen kneten. Nach und nach die Eigelbe hinzugeben - bis sich der Teig zu einem großen Klumpen zusammennehmen lässt. Ihn in Alufolie gewickelt etwa 1 Stunde kalt stellen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 1 Zentimeter dick ausrollen, kleine Sterne ausstechen und diese auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen - bei 180 Grad (Umluft: 160 Grad) 15 bis 20 Minuten in den Ofen vorgeheizten Ofen schieben. Die Earl-Grey-Sterne danach etwas abkühlen lassen und mit Zucker bestreuen.

Von Augusta Waidmann
Nicht nur für Nonnen eine Versuchung

Erstmals hat Augusta Waidmann ihre Klosterkipferl im Advent 1971 gebacken. Und weil diese zartbitteren Gutsle restlos überzeugten, wurden sie zum festen Bestandteil ihrer Weihnachtsbäckerei. Keine Frage: Die Engstingerin hat längst den Bogen raus. Buchstäblich. Denn die Köstlichkeiten aus ihrer Küche sind genau so geformt, wie es sich für Kipferl gehört: halbmondförmig.

500 g Mehl

360 g gemahlene Nüsse

360 g Butter

120 g Zucker

80 g Kakao

80 g zartbittere Schokolade, gerieben

4 Eigelb

Alle Zutaten zusammenkneten und aus dem Teig daumendicke Rollen formen. Hiervon etwa 2 Zentimeter lange Stücke abschneiden, diese zu Kipferln »biegen« und auf einem gefetteten Blech bei 200 Grad etwa 25 Minuten backen (die Unterseite darf nicht zu dunkel werden, sonst schmecken sie bitter). Nach dem Auskühlen die Spitzen in Schokoladenglasur tauchen und trocknen lassen.

Tipp: Mehl und Nüsse sind im Rezept eher knapp bemessen.

Von Melanie Haase
Melanies Walnussherzen

Die Pfullingerin Melanie Haase versucht meist schon vor dem ersten Advent möglichst viele Plätzchen zu backen. Denn mit Beginn der Vorweihnachtszeit gibt's im Hause Haase alle Jahre wieder ein traditionelles Familientreffen. Klar, dass den Lieben zu diesem festlichen Anlass auch was geboten werden soll. Und der Hobbybäckerin wird's gedankt: In nullkommanix geplünderte Plätzchenteller sind das größte Lob für die zweifache Mutter und Tagesmutter, die heute ein Rezept für Walnussherzen präsentiert, das sie von einer Tante »geerbt« hat.

Teig:

Mark 1/2 Vanilleschote

150 g Butter

130 g Puderzucker

1 Messerspitze Salz

1 Messerspitze gemahlener Ingwer

1 Eigelb

250 g Mehl

60 g gemahlene Walnüsse

Füllung:

50 g Marzipanrohmasse

100 g Orangenmarmelade

Dekoration:

250 g Kuvertüre

Walnusshälften zum Belegen

Die Teigzutaten - bis auf Mehl und Nüsse - cremig verkneten. Dann Mehl und Nüsse unterkneten und den so gewonnenen Mürbteig 1 bis 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig dünn ausrollen und Herzen (3 Millimeter dick, 5 Zentimeter breit) ausstechen. Bei 190 Grad 10 Minuten auf mittlerer Schiene hell backen. Marzipan kleinschneiden, mit der Marmelade glatt verrühren und damit je zwei Herzen zusammensetzen. Die Oberseite der Plätzchen mit flüssiger Kuvertüre bestreichen und mit einer Walnusshälfte garnieren.

Von Rebecca Woicke
Makronen mit inneren Werten

Am liebsten backt die Reutlingerin Rebecca Woicke in der Gruppe. Denn wenn Mama und Schwiegermama oder gute Freunde mit von der Partie sind, macht's einfach mehr Spaß. Dass viele Köche den Brei verderben - das kann Rebecca Woicke nicht bestätigen. Als sie nämlich nach langer Abstinenz die Weihnachtsbäckerei wiederentdeckte, geschah dies im Verbund mit anderen leidenschaftlichen Laienbäckerinnen. Die Ergebnisse konnten sich nicht nur sehen, sondern auch schmecken lassen - vor allem die »Makronen mit Schokofüllung«.

Teig:

4 Eiweiß

2 Teelöffel Zitronensaft

150 g sehr feiner Zucker

250 g gemahlene Mandeln (wer's herber mag nimmt Walnüsse)

Füllung:

100 g Zartbitter-Kuvertüre

2 Esslöffel Sahne

20 g Butter

1 Esslöffel Kirschwasser oder

1 Päckle Vanille-Aroma

1 Prise Zimt

Eiweiß und Zitronensaft steif schlagen, den Zucker einrieseln lassen und weiter schlagen bis der Eischnee schnittfest ist und glänzt. Dann Mandeln vorsichtig unterheben, die Masse in einen Spritzbeutel mit großer Lochtülle füllen und auf mit Backpapier ausgelegte Bleche kleine Halbkugeln setzen. Diese im vorgeheizten Ofen bei 130 Grad (Umluft: 100 Grad) 40 Minuten backen. Kuvertüre grob hacken und im Wasserbad schmelzen. Sahne und Butterflöckchen unterrühren und entweder Kirschwasser oder Aroma und den Zimt hinzugeben. Die Masse etwas abkühlen lassen, die Hälfte der Makronen damit bestreichen und mit der anderen Hälfte zusammensetzen. Ein Weilchen kalt stellen.

Von Irene Johanna Baumeister
Fruchtige Häppchen aus Österreich

100 g Zucker

Zimt für die Dörrpflaumen

200 g Butter

300 g Mehl

2 Eier

Dörrpflaumen

Zucker und Butter schaumig rühren und nach und nach die beiden Eier hinzufügen. Mehl unterrühren bis ein so genannter »1-2-3«-Mürbteig entsteht. Diesen zwei Stunden lang kalt stellen. Den Teig später auswellen und Plätzchen mit einem runden Förmchen (Durchmesser sechs Zentimeter) ausstechen. Die mit Zimt gewürzten Dörrpflaumen in die Mitte der Teiglinge legen und sie darin so einpacken, dass halbmondförmige Teigtäschle entstehen: ab in den Ofen und 20 Minuten bei 180 Grad backen - bis die Zwetschgen-Plätzchen goldbraun ausschauen. Tipp: Statt Zimt Lebkuchengewürz nehmen.

Von Iris Übele
Ringe aus Nougat

»Gute Rezepte«, davon ist die Reutlingerin Iris Übele überzeugt, »sprechen sich rum«. Und wie zur Bestätigung dieser Erkenntnis, hat sie den heutigen Backtipp selbst von einer Bekannten weitergereicht bekommen. »Nougat-Ringe« nennen sich die Plätzchen.

Teig:

150 g Margarine

100 g Zucker

1 Päckle Vanillin-Zucker

1 Ei

2 Tropfen Backöl Bittermandel

1/2 Fläschchen Rum-Aroma

1/2 Teelöffel Zimt

1 Messerspitze gemahlene Nelken

1 Messerspitze Kardamom

100 g Mehl

100 g Speisestärke

1 Teelöffel Kakao

1 Messerspitze Backpulver

Füllung:

100 g Nussnougat-Creme

Dekoration:

200 g Kuvertüre (hell oder halbbitter)

Margarine, Zucker und Vanillin-Zucker schaumig rühren. Das Ei hinzugeben. Nach und nach alle weiteren Teigzutaten beifügen und zu einem Rührteig verarbeiten. Diesen in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und kleine Kringel oder runde Plätzchen auf ein gefettetes Blech spritzen. Bei 180 Grad (160 Grad Umluft) zirka 10 bis 15 Minuten backen. Nach dem Auskühlen die Hälfte der Plätzchen mit dem Nuss-Nougat-Brotaufstrich bestreichen und mit der anderen Hälfte »deckeln«. Zum Schluss die Gutsle zur Hälfte in flüssige Kuvertüre tauchen und auf einem Gitter trocknen lassen. (GEA)