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Aktuell Reutlingen

Das Schlaraffenland ist nichts dagegen

REUTLINGEN. Noch sind die Würfel beim GEA-Keks-Contest nicht gefallen, wiewohl die fachkundige Jury bereits verkostet und bewertet. Kein leichter Job für Reutlingens Bäcker- und Konditorenmeister. Und das nicht nur, weil die Gebäckstücke von guter Güte sind, sondern auch weil sich die Experten dieser Adventstage durch regelrechte Gutsles-Gebirge futtern müssen. Die GEA-Leser haben nämlich angebissen und fluten die Redaktion mit Köstlichkeiten aus dem Ofen.

Nicht nur fürs Auge ein Hochgenuss: die bislang eingesandten Lieblings-Plätzchen der GEA-Leser.
FOTO: TRINKHAUS
Nicht nur fürs Auge ein Hochgenuss: die bislang eingesandten Lieblings-Plätzchen der GEA-Leser. FOTO: TRINKHAUS
Nicht nur fürs Auge ein Hochgenuss: die bislang eingesandten Lieblings-Plätzchen der GEA-Leser. FOTO: TRINKHAUS
»Gleich hinter den drei Weihnachtstagen, liegt eine Gegend, lasst euch sagen. Sie ist den Faulen wohl bekannt und wird Schlaraffenland genannt« - na ja. Auch wenn dieses bekannte Kindergedicht seit Generationen hartnäckig daran festhält, dass Schlaraffia hinter einem gigantischen Kuchenberg jenseits von Christi Geburtstag liegt: die Lokalredaktion kann's widerlegen. Zumindest vorübergehend haben sich nämlich die Büroräume am Burgplatz in ein Schlemmerparadies verwandelt. Und dieses liegt eindeutig vor den Weihnachtstagen!

Weit über vierzig eingesandte Rezepte nebst Kostpröbchen haben den GEA bereits erreicht - eins appetitlicher als das andere. Und somit steht die fachkundige Jury dieser Adventstage vor einer echten Herausforderung, muss sie sich doch durch regelrechte Gutslesgebirge futtern, um die zehn besten Brödle der Region zu erschmecken.

Namentlich sind es die beiden Reutlinger Bäckermeister Hubert Berger und Hans Wucherer sowie die beiden Innenstadt-Konditoren Andreas Sommer und Hans Wenzler, die für die Prämierung verantwortlich zeichnen. Aber auch für die Lokalredaktion fällt das eine oder andere Krümelchen ab, denn einige Teilnehmer lassen es sich nicht nehmen, deutlich mehr als die erforderlichen vier Versucherle beizulegen. Ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Denn so gut schmeckt Arbeit wirklich selten.

Von Beate Pittas
Verführung aus Vollkorn

Diese Gutsle gibt’s in keinem Backbuch: denn die »Schokomandelplätzchen « sind der Kreativität von Gesundheitsberaterin Beate Pittas entsprungen. Als hauswirtschaftliche Betriebsleiterin ist sie Mitbegründerin des Arbeitskreises »Gentechnikfreies Ermstal«, als begeisterte Bäckerin empfiehlt sie heute weihnachtliches Naschwerk, das beim GEA Keks- Contest Maßstäbe setzen dürfte. Mürbe - ohne bröselig zu sein -, saftig und nicht allzu süß, munden die Plätzchen der Grafenbergerin hervorragend.

200 g Weizenvollkornmehl 125 g Mandeln 1 Teelöffel Weinsteinbackpulver 100 g Honig 1/4 Teelöffel Vanille 1 Ei 125 g Butter 100 g grob gehackte Schokolade

Aus den Teigzutaten einen Mürbteig zubereiten, das heißt, alle Backkomponenten werden miteinander vermengt, wobei die Schokoladenstückchen erst zum Schluss untergeknetet werden. Den Teig kalt stellen. Nach der Kühlung formt man aus ihm Rollen von etwa drei Zentimeter Durchmesser und schneidet davon 0,5 Zentimeter dicke Scheiben ab. Die Teigscheiben werden dann auf ein gefettetes Backblech gelegt und im vorgeheizten Umluftbackofen bei 160 Grad zirka 13 Minuten gebacken.

Von Sabine Walker
Ostpreußische Spitzbuben zum Vernaschen

Spitzbuben sind aus der traditionellen deutschen Weihnachtsbäckerei nicht wegzudenken. Aber: Spitzbube ist nicht gleich Spitzbube. Diese Binsenweisheit bestätigt einmal mehr das eingereichte Rezept von Sabine Walker. Die Kirchentellinsfurterin stellt eine ostpreußische Variante des leckeren Kleingebäcks vor - mit Kakao.

Teig: 125 g Mehl 125 g Zucker 125 g Butter 125 g geriebene Mandeln 20 g Kakao 1 gestrichener Teelöffel Backpulver etwas Zimt (nach Geschmack) Dekors: Eigelb halbe geschälte Mandeln

Alle Teigzutaten miteinander zu einem Teig verkneten und etwa Walnussgroße (eher etwas kleiner) Kugeln daraus formen. Diese mit Eigelb bestreichen und je eine halbe Mandel zur Dekoration auflegen. Die ostpreußischen Spitzbuben bei 180 Grad 15 bis 20 Minuten auf mittlerer Schiene backen.

Von Hannelore Christner
Erfolgsrezept auch für Ungeübte

Nach Angaben von Hobby-Bäckerin Hannelore Christner verbirgt sich hinter den von ihr wärmstens empfohlenen, überaus delikaten »Schokoladennüsschen « ein vergleichsweise einfaches Rezept, das eigentlich »immer gelingt«. Die Sonnenbühlerin legt’s deshalb vor allem ungeübteren Weihnachtsbäckern und natürlich auch -bäckerinnen ans Herz.

Teig: 2 Eiweiß 80 g Zucker 50 g Speisestärke 50 g Mehl 1 Prise Salz 100 g gemahlene Haselnüsse 100 g gemahlene Schokolade 50 g Margarine Guss: 150 g Puderzucker 2 bis 3 Esslöffel Wasser

Das Eiweiß zu steifem Schnee quirlen und den Zucker dazugeben. Stärke, Mehl, Salz, Haselnüsse und Schokolade miteinander mischen und unter den Eischnee heben. Zum Schluss die Margarine in kleinen Flöckchen dazugeben und unterrühren. Auf ein gefettetes Backblech kleine runde Teig-Häufchen setzen und diese im vorgeheizten Backofen bei starker Hitze (200 Grad) 10 Minuten backen. Derweil aus Wasser und Puderzucker einen Guss anrühren und diesen nach dem Backen auf die Schokoladennüsschen streichen.

Von Christel Hailfinger
Der Klassiker für die Kleinsten

Plätzchenbacken mit Oma - für den kleinen Nico ist es das Größte! Und damit der Spaß nicht auf der Strecke bleibt, hat Christel Hailfinger aus Sonnenbühl ein gehacktes Mürbteigrezept in petto, das es nicht verübelt, wenn’s von Patschhändle zubereitet wird. Hier also ein Klassiker der Adventsbäckerei: Ausstecherle.

Teig: 500 g Mehl 250 g Margarine 200 g Zucker 6 Eigelb oder 3 Eier Zitronenschale Garnierung: Eigelb Hagel- oder Buntzucker

Alle Zutaten zu einem Mürbteig verkneten, der nicht kühl gestellt werden muss. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsplatte auswellen und mit Förmchen Figuren ausstechen. Diese mit Eigelb bestreichen und mit Hagel- oder Buntzucker bestreuen. Die Ausstecherle bei 200 Grad 12 bis 15 Minuten lang in den Ofen schieben.

Von Ellen Märkle
Bissen zum Anbeißen

Schon die Eltern von Ellen Märkle haben »Weihnachtsbissen« gebacken. Mithin ist’s ein bewährtes Rezept, das präsentiert wird. Und obwohl die Wannweilerin gerne auch mal was Neues ausprobiert - diese Kekse braucht’s.

Teig: 450 g Mehl 1 Teelöffel Backpulver 150 g Zucker 2 Esslöffel Kakao 50 g gemahlene Mandeln 1 Teelöffel gemahlener Zimt 2 Eier 250 g weiche Butter Füllung: 200 g beliebige Marmelade Dekors: 200 g dunkle Schokolade

Alle Teigzutaten zu einem Teig verkneten und kühl stellen. Dann den Teig ausrollen und runde Plätzchen ausstechen, die bei 160 Grad Heißluft 11 Minuten gebacken werden. Nach dem Abkühlen je zwei Plätzchen mit Marmelade zusammenkleben und zur Hälfte in die geschmolzene dunkle Schokolade tunken.

Von Elfriede Matzelle
Blonde Schönheiten mit tollen Kurven

»Meine Lieblings-Butter-S schmecken am besten«, schreibt Elfriede Matzelle aus Pfullingen sehr selbstbewusst. Das Rezept stammt eigentlich von einer Nachbarin. Aber weil die adventlichen Köstlichkeiten auf der Zunge zergehen und beim Backen »nicht zerlaufen« hat sie sich Elfriede Matzelle längst zu Eigen gemacht. Sie verrät heute, wie die blonden »S« gelingen.

Teig: 375 g Mehl 250 g Butter 125 g Puderzucker 5 bis 6 Eigelb etwas Salz Dekoration: Eiweiß Hagelzucker

Eigelb und Zucker schaumig rühren. Nach und nach Mehl dazugeben und die kalte Butter unterkneten bis ein glatter Teig entsteht. Diesen eine Stunde lang kalt stellen. Danach aus dem Teig »S« formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Die Gutsle mit Eiweiß bestreichen, mit Hagelzucker bestreuen und über Nacht kalt stellen. Bei 175 Grad 12 bis 15 Minuten goldgelb backen.

Von Claudia Holder
Wenn Engel küssen ...

Einmal gab’s bei Claudia Holder ein Weihnachtsfest ohne Plätzchen. Jedoch: Es sei nicht zur Nachahmung empfohlen, wie die Bleichstettenerin findet. Denn »damals fehlte etwas«; und die Familie hat eine Lehre aus der gutsleslosen Zeit gezogen. Diese lautet: Backen ja, aber nicht im Übermaß. Vier Sorten hat Claudia Holder in diesem Advent zubereitet. Darunter die so genannten »Engelsküsse «, die im Originalrezept mit Butter hergestellt werden. Da die Kinder der Bleichstettenerin aber keine Milchprodukte vertragen, verwendet sie Sojamargarine.

Teig: 400 g Mehl 1 Prise Salz 3 Tropfen Bittermandelöl 1 Messerspitze Kardamom 1 Esslöffel Rum 200 g Butter 200 g Zucker 165 g geriebene Walnüsse Füllung: Aprikosenmarmelade Guss: Puderzucker Rum Walnusshälften

Alle Zutaten für den Teig gut miteinander verkneten. Den glatten Teig ausrollen und mit runden Förmchen (3 Zentimeter Durchmesser) Plätzchen ausstechen. Diese auf ein Blech legen und bei 200 Grad 10 Minuten lang backen. Je zwei Plätzchen mit Marmelade zum Doppeldecker zusammenkleben. Anschließend aus Puderzucker und Rum eine Glasur anrühren, diese auf eine Seite der Plätzchen streichen, eine Walnusshälfte zur Dekoration auflegen und alles gut trocknen lassen.

Von Sabine Werner-Heid
Weihnachts-Genuss mit Nuss

Die Nusstaler aus der Küche von Sabine Werner-Heid sind keine Gutsle. Kekse sind’s auch nicht, sondern »Brödle«, was die Reutlingerin eigens betont. Übernommen hat sie das Rezept von ihrer Mutter, die es in den 60er-Jahren in einer Tageszeitung entdeckte - »möglicherweise bei einem ähnlichen Wettbewerb« wie der diesjährigen GEA-Advents-Aktion.

125 g Butter 1 Ei oder 2 Eigelb 100 g Zucker 1 Päckle Vanillin-Zucker 1 Prise Salz 125 g Haselnüsse 250 g Mehl

Die Haselnüsse in grobe Stücke schneiden (pro Nuss 2 bis 3 Stückle). Zimmerwarme Butter schaumig rühren, dann die Eier und danach den Zucker, Vanillin-Zucker und das Salz unterrühren. Die Haselnüsse zugeben, dann das Mehl einarbeiten und alles zu einem Teig verkneten. Rollen von etwa 3 Zentimeter Durchmesser formen und kalt stellen. Wenn die Würstchen gut gehärtet sind, mit einem scharfen Messer ein Zentimeter dicke Scheiben abschneiden, auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen und bei 200 Grad rund zehn Minuten backen. Tipp: Das Rezept lässt sich bei gleich bleibender Brödle-Güte problemlos verdoppeln. Bei gleichem Arbeitsaufwand gibt’s mehr Nusstaler. (GEA)