REUTLINGEN. Die Stadtverwaltung Reutlingen hat sich vom Heidelberger Büro GDLA getrennt, das eine Machbarkeitsstudie für die Bundesgartenschau 2039 erstellen sollte. Laut Stadtplaner Stefan Dvorak wurde »gemeinsam ein Aufhebungsvertrag geschlossen«. Weder die Fertigstellung der Studie zur Realisierbarkeit einer Gartenschau entlang der Echaz mit sechs beteiligten Kommunen noch die Bewerbung für das Projekt an sich sind nach Dvoraks Worten durch diese »einvernehmliche Trennung« infrage gestellt. Nach wie vor habe die Buga 2039 »höchste Priorität«.
»GDLA und wir als Stadtverwaltung haben an einem Punkt gemerkt: Diese Buga bewegt sich deutlich im innerstädtischen Bereich. Es hat sich gezeigt, dass das Wissen der Experten vor Ort gefragt ist. Das kann GDLA nicht mitbringen«, meint Dvorak, Leiter des Reutlinger Amts für Stadtentwicklung und Vermessung. Deswegen habe man im Januar dieses Jahres »gemeinsam einen Aufhebungsvertrag geschlossen«. Die Stadtverwaltung wird den Rest der Machbarkeitsstudie selbst erledigen. Der Gemeinderat sei bereits informiert worden.
»Unsere Gedanken haben sich zu sehr entfernt«
Als Geschäftsführer der »GDLA Gornik Denkel Landschaftsarchitektur Partg Mbb« kommentiert Daniel Lindemann den Vorgang auf Anfrage des GEA: »Neben einem innovativen und interkommunalen Gartenschaukonzept war es unser Bestreben, zeitgleich intensiv das gewünschte, interkommunale Freiraumkonzept voranzubringen. Hierbei haben sich unsere Gedanken und Philosophien vermutlich zu sehr von den Vorstellungen und konkreten Gartenschauanforderungen der Auftraggeberin entfernt, sodass wir uns einvernehmlich voneinander getrennt haben. Wir werden die Entwicklungen im Echaztal gespannt verfolgen und wünschen der Region nur das Beste für den spannenden Weg bis 2039.«
Verfahren soll weitergehen
Voller Begeisterung hatte der Reutlinger Gemeinderat im Dezember 2023 beschlossen, eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. Damit soll im Vorfeld der Bewerbung untersucht werden, wie eine interkommunale Gartenschau entlang der Echaz umgesetzt werden könnte. Dieses Verfahren soll weitergehen. »Wir haben nach wie vor das Exklusivrecht für die Buga 2039. Die Bundesgartenschau-Gesellschaft erwartet die Machbarkeitsstudie im Frühjahr 2026, wird dann eine Flächenbesichtigung machen und entscheiden«, sagt Dvorak. Bislang war immer davon die Rede gewesen, die Studie solle im März dieses Jahres vorgelegt werden.
Nunmehr verzögert sich das Verfahren. Finanziell hat die Trennung auch Folgen: »GDLA erhält etwa die Hälfte der vereinbarten 160.000 Euro.« Man habe »tatsächlich Geld gespart«. Die Machbarkeitsstudie sei »sehr weit, aber sie ist noch nicht fertig, weil diese Buga komplexer ist«. Deswegen bezeichnet es der Chef des Stadtplanungsamtes als Vorteil, mehr Zeit zu haben.
»Die Buga ist ein Projekt mit allerhöchster Priorität«
»Die Buga 2039 ist für Reutlingen und alle beteiligten Kommunen nach wie vor ein Projekt mit allerhöchster Priorität«, zerstreut Dvorak jeden Zweifel. Die Trennung vom Buga-Planungsbüro »gefährdet den Zeitplan in keinster Weise. Wir sind früh dran«. Die Planungen würden »auf Hochtouren« laufen. Als neuen externen Berater, der aber nicht das Planunsgbüro ersetzen soll, habe die Stabsstelle im Stadtplanungsamt mit Jochen Sandner den ehemaligen Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft gewinnen können.
Neu in die Untersuchungen aufgenommen wurde der Markwasen, wie Claudia Wiemken, Leiterin der Buga-Stabsstelle, erzählt: »Wir wollen den Park mehr mit der Stadt verknüpfen und umgekehrt.« Für Dvorak ist der Markwasen ein Beispiel für den Charakter einer angestrebten schwäbisch-sparsamen und nachhaltigen Bundesgartenschau: »Wir wollen mit vorhandenen Flächen arbeiten und das tun, was wir ohnehin getan hätten.« Dabei soll ausdrücklich die Bürgerschaft mitreden. »Es ist vorgesehen, dass wir mit dem Entwurf der Machbarkeitsstudie nochmals in die Öffentlichkeitsbeteiligung gehen«, verspricht Wiemken. Im ersten Quartal 2026 soll alles dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden, der dann eine Grundsatzentscheidung fällen wird: bewerben - oder nicht. Bislang zeigte sich quer durch alle Fraktionen eine große Begeisterung für die Buga 2039. (GEA)

