REUTLINGEN. Jährlich laden die Schülerinnen und Schüler des Reutlinger Isolde-Kurz-Gymnasiums (IKG) Freunde und Familie zur musikalischen Sommerserenade in die Stadthalle ein. Trotz der alles andere als sommerlichen Bedingungen strömen auch am Mittwochabend zahlreiche Gäste zum Manfred-Oechsle-Platz: »Der Abend ist bis auf den letzten Platz ausverkauft«, verkündet das Moderationsteam Carolin Schössler, Friederike Urban und Nicolas Kilian stolz vor ihrem Publikum.
Der Beginn des Abends gehört zunächst den jüngsten Mitgliedern des IKG. Die Bläserklasse fünf eröffnet die Veranstaltung mit Brian Connerys »Promenade«, bevor sie die »Brass Band« mit Sommerhits wie »Banana Boat Song« ablöst. Das Ensemble heizt darauf ihren Gästen mit ihrer Performance von »Y.M.C.A« ein, in der die Zuschauer sich erst am allzeit bekannten Tanz zum Lied beteiligen und dann nach einem E-Gitarrensolo völlig aus dem Häuschen sind.
Für das Publikum in der Stadthalle soll das aber nicht die letzte Chance zum Mitmachen bleiben: Im Anschluss erhalten 400 Gäste eine kleine Tröte, mit der sie bei Jacques Offenbach »Can Can« Teil des Orchesters sein können. Die ersten Proben mit Dirigent Wolfhard Witte klappen zwar nicht auf Anhieb, doch als es darauf ankommt, meistern die Teilnehmenden ihre Aufgabe mit Bravour.
Friedensbotschaft der Schüler
Die Kinder an den Instrumenten bekommen darauf erst einmal eine Verschnaufpause, als der Unterstufenchor »Paprichor« die erste Gesangseinlage der Serenade darbietet. Besonders bemerkenswert ist ihre Aufführung des ungarischen Songs »Szellö zúg«, für den die jungen Sänger in den letzten Monaten die richtige ungarische Aussprache gelernt haben. Den wohl lautesten Beifall des Abends erhielt dann die »Singeklasse fünf« mit Udo Lindenbergs »Wir ziehen in den Frieden.« »Ein klares Statement von uns«, erzählt Moderator Nicolas Kilian unter donnerndem Applaus, »denn wir leben leider in Zeiten, in denen Frieden nicht mehr selbstverständlich ist.« Für den Auftritt lässt das IKG außerdem eine selbstgemalte Fahne mit dem Peace-Symbol von der Hallendecke hängen.
Abschied nach 34 Jahren
Nach der Pause übernehmen die Oberstufenschüler für das jüngere Ensemble und beeindrucken mit Accolays »Violinkonzert a-Moll« ihre applaudierenden Gäste. Allen voran Carissa Marcu, die als Solistin das Sinfonieorchester anführt, erntet lautstarkes Lob aus den Rängen. Für die Abiturientin ist es die letzte Sommerserenade - »ein großer Verlust und das Ende einer Ära«, meint Dirigent Witte bei der Verabschiedung der Violinistin. Neben weiteren Klassikern wie Schuberts dritter Sinfonie oder Tschaikowskis »Romeo und Julia«, kommen auch Kinofans mit dem »Mission Impossible Theme« aus der gleichnamigen Filmreihe und einem Saxophon-Solo von Jette Jeurissen auf ihre Kosten.
Zum Ende wird es in der Halle noch emotional: Lehrkraft Friedmuth Aisenpreis verabschiedet sich nach 34 Jahren am Gymnasium sichtlich gerührt in den Ruhestand und erhält dafür Beifall von allen Beteiligten auf und neben der Bühne. Mit einer mitreißenden Darbietung von Carls Orffs »O Fortuna«, »Ecce gratum« und »In taberna« feiert Aisenpreis seinen letzten großen Auftritt als Dirigent aller Chöre und des Großen Schulorchesters. Gemeinsam mit den mehr als 300 Mitwirkenden der Sommerserenade verabschiedet er sich schließlich nach einer finalen Zugabe aus dem Rampenlicht. (GEA)




