
Augenschmaus und Gaumenfreuden

Nicht nur in der Marienkirche wird die Weihnachtsbotschaft verkündet.
GEA-ARCHIVFOTO: PACHER
Doch auch wenn Flockengeriesel natürlich weitaus schöner wäre als das hin und wieder einsetzende Regengeniesel - es tut der guten Laune keinen Abbruch. »Ich bin froh, dass sich in puncto Weihnachtsmarkt endlich was getan hat«, strahlt Luzia Müller, die sich bei ihrem Lebensgefährten Marcel Braun eingehakt hat. Arm in Arm schlendert das Pärchen durch die Budengassen. Was Marcel am besten gefällt? Ganz klar: »Dass man diesmal nicht gleich am Eingang von Bratpfannen und Handfegern in Stimmung gebracht wird.« Überhaupt, so sein Eindruck, ist der diesjährige Markt »vielfältiger und atmosphärisch dichter« als seine Vorgänger. »Ich bin mir sicher, dass man hier von A bis Z alles bekommt, was zur Weihnachtszeit passt.«
»Der Markt ist rundum toll. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Schnee«
Der Mann hat Recht: Adventsschmuck gibt es in allen nur denkbaren Variationen zu kaufen, Bratäpfel und Christstollen, Dominosteine und Engelchen, Filzpantoffeln und Glöckchen, Hutzelmännle, Kerzen und Marionetten. Sogar Quittengelee, X-Mas-Karten und Zimtsterne sind im Angebot. Und das begeistert nicht nur Luzia und Marcel, sondern auch die kleine Lea Becker.
Die lehnt Lebkuchen knabbernd an der großen Schau- und Streichel-Krippe bei der Marienkirche und guckt den vier Schafen zu. Hingebungsvoll tut sie das, wie Mama Monika seufzt, die vom Töchterchen auf eine harte Geduldsprobe gestellt wird. »Jetzt steh'n wir schon eine geschlagene halbe Stunde rum. Lea kann sich einfach nicht trennen.« Und so ist für Mutter und Tochter vorläufiges Spazieren-Stehen angesagt. Egal. Der Weihnachtsmarkt hat ja bis 20.30 Uhr geöffnet (sonntags übrigens nur bis 20 Uhr) und der Samstagabend ist noch jung.
Szenenwechsel. Auf der Eislaufbahn steppt der Weihnachtselch. An die vierzig überwiegend junge Sportler schliddern über die weiße Fläche. Gestern waren hier um diese Zeit durchtrainierte Kufen-Künstler zu bewundern, die dem Publikum eine beeindruckende Show präsentierten. Heute hat der ambitionierte Nachwuchs die Bahn erobert und lässt sich von zahlreichen Zaungästen bestaunen: »Guck mal Papa, was ich kann!«
Doch des einen Freud, ist - wie so oft - des andern Leid. Denn die Bahn hat auch einen hohen Nervfaktor, wie Gitta Hecht klagt. Sie wohnt in nächster Nähe der sportiven Attraktion und fühlt sich belästigt: vom Wummern des Kühlaggregats, das »Tag und Nacht in Betrieb ist«. Das, weiß die Reutlingerin, muss es zwar. Aber für die Nachbarschaft ist's eben doch eine arge Zumutung.
Dabei ist Gitta Hecht selbst auf dem Christkindelsmarkt engagiert, hat also nichts Grundsätzliches am stimmungsvollen Budenzauber auszusetzen. Als Mitglied des Kinderschutzbundes zeichnet sie fürs Märchenzelt, die sogenannte Jurte, auf dem Weibermarkt mitverantwortlich, wo Vorleser zum entspannenden Verweilen und Lauschen einladen, und wo - zeitlich versetzt - ein Mitmachzirkus lockt. Den will Saskia »unbedingt« mal ausprobieren, derweil ihre Mutter mehr Gefallen an typisch britischen Weihnachtsspezialitäten findet. Verkauft werden sie heute vom Vize-Bürgermeister der englischen Partnerstadt Ellesmere Port & Neston, Keith Butcher, und seiner Frau Joan, die am Ende der oberen Wilhelmstraße Mince Pie, Christmas Cake und Pudding unters Volk bringen. »Eine gute Idee«, findet Ellen Richter, die sich »eindeckt«. Solcherlei Leckereien kann man schließlich nicht an jeder Ecke erwerben. (GEA)
»Der Markt ist rundum toll. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Schnee«
Der Mann hat Recht: Adventsschmuck gibt es in allen nur denkbaren Variationen zu kaufen, Bratäpfel und Christstollen, Dominosteine und Engelchen, Filzpantoffeln und Glöckchen, Hutzelmännle, Kerzen und Marionetten. Sogar Quittengelee, X-Mas-Karten und Zimtsterne sind im Angebot. Und das begeistert nicht nur Luzia und Marcel, sondern auch die kleine Lea Becker.
Die lehnt Lebkuchen knabbernd an der großen Schau- und Streichel-Krippe bei der Marienkirche und guckt den vier Schafen zu. Hingebungsvoll tut sie das, wie Mama Monika seufzt, die vom Töchterchen auf eine harte Geduldsprobe gestellt wird. »Jetzt steh'n wir schon eine geschlagene halbe Stunde rum. Lea kann sich einfach nicht trennen.« Und so ist für Mutter und Tochter vorläufiges Spazieren-Stehen angesagt. Egal. Der Weihnachtsmarkt hat ja bis 20.30 Uhr geöffnet (sonntags übrigens nur bis 20 Uhr) und der Samstagabend ist noch jung.
Szenenwechsel. Auf der Eislaufbahn steppt der Weihnachtselch. An die vierzig überwiegend junge Sportler schliddern über die weiße Fläche. Gestern waren hier um diese Zeit durchtrainierte Kufen-Künstler zu bewundern, die dem Publikum eine beeindruckende Show präsentierten. Heute hat der ambitionierte Nachwuchs die Bahn erobert und lässt sich von zahlreichen Zaungästen bestaunen: »Guck mal Papa, was ich kann!«
Doch des einen Freud, ist - wie so oft - des andern Leid. Denn die Bahn hat auch einen hohen Nervfaktor, wie Gitta Hecht klagt. Sie wohnt in nächster Nähe der sportiven Attraktion und fühlt sich belästigt: vom Wummern des Kühlaggregats, das »Tag und Nacht in Betrieb ist«. Das, weiß die Reutlingerin, muss es zwar. Aber für die Nachbarschaft ist's eben doch eine arge Zumutung.
Dabei ist Gitta Hecht selbst auf dem Christkindelsmarkt engagiert, hat also nichts Grundsätzliches am stimmungsvollen Budenzauber auszusetzen. Als Mitglied des Kinderschutzbundes zeichnet sie fürs Märchenzelt, die sogenannte Jurte, auf dem Weibermarkt mitverantwortlich, wo Vorleser zum entspannenden Verweilen und Lauschen einladen, und wo - zeitlich versetzt - ein Mitmachzirkus lockt. Den will Saskia »unbedingt« mal ausprobieren, derweil ihre Mutter mehr Gefallen an typisch britischen Weihnachtsspezialitäten findet. Verkauft werden sie heute vom Vize-Bürgermeister der englischen Partnerstadt Ellesmere Port & Neston, Keith Butcher, und seiner Frau Joan, die am Ende der oberen Wilhelmstraße Mince Pie, Christmas Cake und Pudding unters Volk bringen. »Eine gute Idee«, findet Ellen Richter, die sich »eindeckt«. Solcherlei Leckereien kann man schließlich nicht an jeder Ecke erwerben. (GEA)