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Aktuell Projekt

Am Freitag ist Spatenstich

REUTLINGEN-OFERDINGEN. Die Drahtzieher des Oferdinger Kulturscheunen-Projekts blickten gestern beim Pressegespräch bis ins Jahr 2008 zurück. Damals – so Architekt Stefan Raab – wurde beim Weihnachtsmarkt der Bedarf einer festen Bühne im Ortskern erkannt. »Wir standen draußen und haben rumgesponnen«, so Raab. Und sie hatten eine Vision. Die Oferdinger gingen zum damaligen Schultes Dieter Gehr, erläuterten ihre Ideen. Gehr hat es gefallen, er empfahl die Gründung eines Fördervereins. Der zählt heute fast 160 Mitglieder – und der Beginn des ersehnten Scheunen-Umbaus steht nun unmittelbar bevor.

Gemeinsames Studium der Scheunen-Pläne (von links): Peter Geier (Leiter Gebäudemanagement), Albrecht Henes (Vorsitzender Förderv
Gemeinsames Studium der Scheunen-Pläne (von links): Peter Geier (Leiter Gebäudemanagement), Albrecht Henes (Vorsitzender Förderverein Kulturscheune), Bezirksbürgermeister Ralph Schönenborn, Ute Hofstätter (Stadtkämmerei), Jürgen Haasis (Gebäudemanagement), Architekt Stefan Raab und Wolfgang Kühn (Gebäudemanagement). FOTO: RABE
Gemeinsames Studium der Scheunen-Pläne (von links): Peter Geier (Leiter Gebäudemanagement), Albrecht Henes (Vorsitzender Förderverein Kulturscheune), Bezirksbürgermeister Ralph Schönenborn, Ute Hofstätter (Stadtkämmerei), Jürgen Haasis (Gebäudemanagement), Architekt Stefan Raab und Wolfgang Kühn (Gebäudemanagement). FOTO: RABE
Zwar wird es noch bis zum Mai 2015 dauern, ehe der Umbau und die Sanierung des Gebäudes fertig sind. Doch am Freitag um 12 Uhr wird es mit dem Spatenstich so richtig losgehen.

Baubürgermeisterin Ulrike Hotz wird mit dabei sein, außerdem haben die Bürger Gelegenheit, sich ausführlich übers Projekt zu informieren. Aber, so Albrecht Henes, Vorsitzender des Fördervereins Kulturscheune: »Am Freitag wird nicht nur geschwätzt, sondern auch geschafft.« Hilfe aus der Bürgerschaft ist absolut willkommen. Wer will, kann die Arbeitshandschuhe gleich mitbringen.

Scheunen-Charakter soll bleiben

Architekt Stefan Raab erläuterte, worauf sich die Kulturscheunen-Besucher freuen dürfen. Auf eine Bühne zum Beispiel, die vom Publikum je nach Anlass von innen oder vom Dorfplatz aus betrachtet werden kann. Küche und WC-Anlagen werden nach einem Haus-im-Haus-Prinzip eingebaut. Das werden auch die einzigen Räume sein, die gedämmt und beheizt werden. »Wir streben an, dass wir den Scheunen-Charakter retten können«, sagt Raab.

Zunächst werde man sich ab Freitag darum kümmern, die Scheune dicht zu kriegen, weil das Mauerwerk durchfeuchtet ist. Dann soll Last vom Dach genommen werden. Zudem muss einiges repariert werden. Nach einer Unterbrechung geht’s dann mit dem Rohbau weiter. Um die Motivation für die Helfer hochzuhalten, soll die Fertigstellung jedes Bauabschnitts gefeiert werden.

»Wir freuen uns, dass es gelungen ist, diesen Schritt hier zu gehen«, sagte Peter Geier, Amtsleiter des städtischen Gebäudemanagements. Dass die Hagelschäden am Dach und der Umbau der Scheune in städtischem Besitz gleich zusammen erledigt werden können, begrüßte er sehr.

95 400 Euro der Gesamtkosten von 240 000 Euro können durch Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) abgedeckt werden. 50 000 Euro schießt die Stadt zu. Die restlichen 105 000 Euro müssen durch den Förderverein und die Bürgerschaft aufgebracht werden – 25 000 Euro durch Eigenleistung und 80 000 Euro durch Spenden. Weil Skepsis besteht, ob tatsächlich 80 000 Euro an Spenden zusammenkommen, hilft die Stadt mit einem Kassenkredit beim Überbrücken.

Albrecht Henes versprüht unverändert viel Optimismus. Man habe schon einige Hürden genommen. Das Projekt sei immer von der Bevölkerung und den Vereinen getragen worden. Und er ist zuversichtlich, dass diese Unterstützung – ob tatkräftig oder finanziell – jetzt nicht abreißen wird. Vielleicht kommt ja schon am Samstag etwas Geld zusammen, wenn der Förderverein zum Kinoabend ins Vereinszimmer der Festhalle einlädt. Dort wird ab 20 Uhr eine dörflich-tragische Komödie gezeigt. (GEA)

www.kulturscheune-oferdingen.de