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9. Frist läuft ab: Reutlinger Stadthallen-Hotel erneut verzögert

Eigentlich hätte Investor Wolfgang Scheidtweiler bis zum 30. Juni eine Finanzierungszusage der Banken fürs Hotel im Bürgerpark vorlegen müssen. Doch diese Zusage existiert bislang nicht. Wie es jetzt mit dem Großprojekt weitergeht.

So soll es aussehen: Ein kleines Modell des Hotels im Bürgerpark. Hinter dem 50-Meter-Hotelturm ist die Stadthalle zu sehen, noc
So soll es aussehen: Ein kleines Modell des Hotels im Bürgerpark. Hinter dem 50-Meter-Hotelturm ist die Stadthalle zu sehen, noch weiter im Hintergrund das Tübinger Tor. Foto: Kathrin Kammerer
So soll es aussehen: Ein kleines Modell des Hotels im Bürgerpark. Hinter dem 50-Meter-Hotelturm ist die Stadthalle zu sehen, noch weiter im Hintergrund das Tübinger Tor.
Foto: Kathrin Kammerer

REUTLINGEN. Das Reutlinger Stadthallen-Hotel verzögert sich erneut. Und Investor Wolfgang Scheidtweiler will auf GEA-Anfrage erstmals nichts mehr zur erneuten Verzögerung sagen. Die vorherigen Verlängerungen hatte der Pforzheimer der Redaktion immer auch aus seiner Sicht erklärt. Eigentlich hätte Scheidtweiler der Stadt bis zum 30. Juni eine Finanzierungszusage der Banken für das Großprojekt im Bürgerpark vorlegen müssen. Doch diese gibt es aktuell nicht, wie die Rathaus-Pressestelle dem GEA bestätigt. Man stehe im laufenden Austausch mit dem Pforzheimer Brauer und Hotelier, und so sei »im Laufe des Mai« auch besprochen worden, »die Frist nochmal zu verlängern«. Scheidtweiler bekommt nun nochmal ein Jahr, bis zum 30. Juni 2026, Zeit, eine Finanzierungszusage vorzulegen. Die Verwaltung konnte diese Entscheidung alleine treffen - dies ermögliche der durch den Gemeinderat beschlossene Pachtvertrag, heißt es aus dem Rathaus. Die Mitglieder des Finanzausschusses wurden darüber jüngst informiert.

Die Stadtspitze stellt sich weiter hinters umstrittene Großprojekt: »Hotelkapazitäten werden in der Stadt benötigt. Ebenso ist ein Hotel ein wichtiger Faktor für die Stadthalle«, heißt es auf GEA-Anfrage. Die Verzögerungen seien aus Sicht der Stadt »schmerzlich«, doch eine deutliche Investitionszurückhaltung gebe es nicht nur in Reutlingen. »Die Stadt ist deshalb froh, dass der Investor trotz anhaltender konjunktureller und gesamtwirtschaftlicher Schwächephase weiter zum Projekt steht und bereits erhebliche Planungsmittel dafür aufgewendet hat.«

Stadtverwaltung stellt sich weiter hinter das Projekt

Es handelt sich nach Angaben der Stadt um die 9. Fristverlängerung. Könnte die Verwaltung die Fristen irgendwann nicht mehr verlängern? »Dies wäre durchaus möglich, aber nicht im Interesse der Stadt«, so die deutliche Antwort aus dem Rathaus. Wenn die Frist nicht mehr verlängert wird, wäre der mit Scheidtweiler geschlossene Erbbaurechtsvertrag mit »sofortiger Wirkung komplett hinfällig«. Außerdem sei man dann bezüglich der Entwicklung des Areals wieder »bei Null« angekommen. Auch von städtischer Seite sei im Fall eines Abbruchs »viel Zeit und Geld umsonst eingesetzt worden und die Planungen müssten von Neuem beginnen«. Fazit aus dem Rathaus: »Mit einer weiteren Verlängerung vergeben wir uns also nichts, denn die Alternative zum Hotelprojekt wäre: Nichts!«

Ein - wie auch immer gearteter - Zeitplan von Scheidtweiler liegt der Stadtverwaltung bislang nicht vor. »Herr Scheidtweiler steht zum Projekt, es wird es realisieren, im zweiten Halbjahr soll es Konkreteres dazu geben«, so die Aussage von Finanzbürgermeister Roland Wintzen im jüngsten Finanzausschuss. Im Dezember 2022 hatte Scheidtweiler das Baugesuch fürs Hotel bei der Stadt eingereicht. Die endgültige Baugenehmigung wird aber erst erteilt, wenn die besagte Finanzierungszusage der Banken vorliegt. Im Frühsommer 2023 hatte Scheidtweiler die erneute Verzögerung mit einer Umplanung des Hotels begründet, ein Jahr später dann damit, dass er »die Finanzierung noch nicht zusammen habe«. (GEA)