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Trotz Finanznot: Oferdingen stellt Anträge für nächsten Doppelhaushalt

Der finanzielle Spielraum der Stadt Reutlingen ist enger denn je. Den Bezirksgemeinderäten ist das bewusst - dennoch stellt das Oferdinger Gremium zwei Anträge.

Das Geld ist knapp in Reutlingen. Trotzdem hält Oferdingen an seinem Antrag zur »Entwicklung der Bildungslandschaft« fest. Ein T
Das Geld ist knapp in Reutlingen. Trotzdem hält Oferdingen an seinem Antrag zur »Entwicklung der Bildungslandschaft« fest. Ein Teil davon wäre ein Erweiterungsbau an der Schule. Foto: Foto: Archiv/Küster
Das Geld ist knapp in Reutlingen. Trotzdem hält Oferdingen an seinem Antrag zur »Entwicklung der Bildungslandschaft« fest. Ein Teil davon wäre ein Erweiterungsbau an der Schule.
Foto: Foto: Archiv/Küster

REUTLINGEN-OFERDINGEN. »Die Kassen sind leer, die Stadt muss an allen Ecken und Enden sparen«, Oferdingens Bezirksbürgermeisterin Ute Stähle und ihre Ratskollegen kennen die traurige Realität. Finanzbürgermeister Roland Wintzen habe in einer Tagung für die Bezirksgemeinden die Zahlen vorgestellt. »Wir wurden auch gebeten, keine unüberlegten Anträge zu stellen«, erzählt Stähle. Die meisten davon, das ist ebenfalls schon vorher klar, müssen wahrscheinlich ohnehin vom Stadtrat abgelehnt werden.

Allerdings gibt es einen Antrag, den das Gremium aus Oferdingen in den vergangenen Jahren immer wieder gestellt hat - und auf den es auch dieses Mal nicht verzichten will. Der Ort wünscht sich nach wie vor sehnlich die erforderlichen Mittel für die »Entwicklung der Bildungslandschaft Oferdingen«. Aufgeteilt ist dieses größere Vorhaben in drei Bauabschnitte: Teil eins wäre der Neubau eines Mensa- und Ganztagesbereichs, Teil zwei wäre ein Erweiterungsanbau an der Schule und der letzte Abschnitt die Bereitstellung einer dreigruppigen Kita.

»Interims«-Container steht seit vier Jahren

»Die Betreuung der Grundschüler findet aktuell nicht in der Schule, sondern in einem Interimscontainer bei der Turn- und Festhalle statt«, begründet das Gremium seinen Antrag. Eine Übergangslösung, die so bereits seit vier Jahren besteht, länger als zehn Jahre sollten solche Container nicht genutzt werden, betont Stähle. Wobei der eine oder andere bereits fürchtet, dass es nicht schneller gehen wird.

Momentan sind in Oferdingen 84 Kinder an der Grundschule, ab den Jahren 2029/30 ist ein Absinken dieser Zahlen prognostiziert. Allerdings hängt dies auch von der Umsetzung des Baugebiets »Im Kapf« ab. Kommt dieses, werden die Kinderzahlen steigen und es werden weitere Klassenräume sowie eine Mensa benötigt. Für die Nordraumgemeinde wäre ein solcher Ausbau »eine einmalige Chance, um Kinderhaus und Schule baulich zusammenzuführen und ein Bildungshaus für Kinder von eins bis zehn Jahren zu errichten«, betont der Bezirksgemeinderat erneut. Mit solch einem Konzept könne sich Oferdingen die Attraktivität für junge Familien dauerhaft sichern.

Die Stadt Reutlingen habe dafür außerdem bereits ein Grundstück mit hohem Aufwand getauscht. »Nicht zuletzt deshalb sollte dieses Vorhaben möglichst zeitnah umgesetzt werden.« Bereits im Jahr 2020 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, in der zwei mögliche Lösungsvarianten präsentiert wurden. Die Variante mit den drei Bauabschnitten wurde als besser erachtet und favorisiert.

Studie aus dem Jahr 2020: Mehr als 8 Millionen Euro Kosten

Allerdings scheint eine Umsetzung in naher Zukunft unwahrscheinlich, wenn man sich die Zahlen anschaut: »Die Kosten für alle drei Gebäude liegen in Summe bei 8,2 Millionen Euro«, heißt es in dem Gutachten aus dem Jahr 2020. Aufgeteilt in die drei Abschnitte hieße dies: Kosten für die Mensa – 2,25 Millionen Euro, Schulerweiterung – 2,7 Millionen Euro plus Kita – 3,25 Millionen Euro. Allerdings sind dort weder Baupreissteigerungen berücksichtigt, die in den vergangenen fünf Jahren immens waren, noch Ausstattungskosten und Unvorhergesehenes. Wahrscheinlich würde es also noch teurer.

Von daher vermutet Stähle, dass es nichts bringe, den Antrag in der momentanen Situation zu stellen, aber das Gremium zeigt damit, wie sehr ihm diese Investition in Bildung und junge Familien am Herzen liegt.

Antrag 2 übrigens ist bei Weitem nicht so kostspielig: Das Gremium würde sich über neue Stühle in der Festhalle freuen. Diese wurden teilweise schon ersetzt und die, die es noch nicht wurden, hätten es nun dringend nötig. (GEA)