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20 Jahre Bürgersolaranlage Roßbergschule Gönningen

Seit 20 Jahren gibt es eine Bürgersolaranlage auf der Gönninger Roßbergschule. Die Vorreiter von damals ziehen Bilanz. Was aus den Zellen auf dem Dach wird.

Die Vorreiter von damals stehen heute nach 20 Jahren stolz vor ihrem Projekt, der Bürgersolaranlage auf dem Dach der Roßbergschu
Die Vorreiter von damals stehen heute nach 20 Jahren stolz vor ihrem Projekt, der Bürgersolaranlage auf dem Dach der Roßbergschule. Foto: Stephan Zenke
Die Vorreiter von damals stehen heute nach 20 Jahren stolz vor ihrem Projekt, der Bürgersolaranlage auf dem Dach der Roßbergschule.
Foto: Stephan Zenke

REUTLINGEN-GÖNNINGEN. Mit flüssiger Solarenergie in Form von Sekt haben die Vorreiter der Vergangenheit jetzt 20 Jahre Bürgersolaranlage auf der Roßbergschule gefeiert. So prickelnd wie das sonnengereifte Getränk fällt die Bilanz der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) aus, die hinter den Zellen auf dem Dach der Bildungsanstalt steht. Erfreulich sieht auch die Zukunft der Anlage aus. Denn erstens produzieren die offenbar sehr haltbaren Zellen nach wie vor fast ebenso viel Strom wie einst, und zweitens geht das Gesamtwerk im Januar 2026 in den Besitz der Stadt Reutlingen über.

Weil die Zeit schnell vergeht: Geschäftsführer Thomas Vogl und seine 13 Mitstreiterinnen und Mitstreiter erinnern sich an den November 2005, als sie eben zwanzig Jahre jünger strahlend auf dem Dach der Roßbergschule standen. »Private Investition in gemeinschaftliche Zukunft« titelte der GEA damals in seinem Bericht über einen spannungsgeladenen Fortschritt. Die Bürgersolaranlage begann damit, Strom ins Netz der FairEnergie einzuspeisen. Bereits im Juli dieses Jahres war eine ähnliche Installation auf dem evangelischen Gemeindezentrum in Betrieb gegangen. Beides weitgehend in Eigenleistung konzipiert und montiert.

Bürgerliches Engagement

Echte Pioniere waren die Mitglieder der Gesellschaft damals, die mit bescheidenen finanziellen Mitteln aus Überzeugung handelten. »Der Vorläufer war die Solaranlage beim Listhof, da waren wir auch daran beteiligt«, sagt Johannes Rinn. Danach initiierte der Verein »Sonnen-Energie Neckar-Alb« in Zusammenarbeit mit den Bürgern und der BUND-Ortsgruppe Reutlingen weitere Installation. Als ein wesentlicher Meilenstein wird heute ein von Barbara Zeppenfeld im Gönninger Gemeindehaus veranstaltetes Treffen genannt. »Da waren ganz viele Leute. Dann kam die Idee auf, auch auf der Roßbergschule etwas zu machen«, sagt Klaus Fink, Vorsitzender des Vereins »Sonnen-Energie Neckar-Alb«.

Das Projekt hat sich gerechnet

»Für heutige Verhältnisse ist die Genehmigung relativ einfach gewesen«, meint Johannes Rinn. Insgesamt 150 Module wurden in Eigenleistung auf dem Flachdach der Schule in einem Neigungswinkel von 30 Grad in Südrichtung aufgestellt. Jährlich wurden und werden damit zwischen 20.000 und 25.000 Kilowattstunden (kWh) Solarstrom gewonnen. »Die Anlage ist erstaunlicherweise noch bei fast 100 Prozent Leistung«, freut sich Vogl. Etwa 250 Tonnen Kohlendioxid hat die Anlage eingespart. Finanziell war das Projekt ein Erfolg. Rund 160.000 Euro mussten 2005 in Eigenleistung finanziert werden - getragen in kleinen Häppchen je nach Möglichkeiten von 13 Teilhabern der Gesellschaft. »Die Rendite liegt bei fünf bis sieben Prozent«, rechnet Fink vor.

Die Bürgersolaranlage auf dem Dach der Roßbergschule hat sich für die Investoren gerechnet.
Die Bürgersolaranlage auf dem Dach der Roßbergschule hat sich für die Investoren gerechnet. Foto: Stephan Zenke
Die Bürgersolaranlage auf dem Dach der Roßbergschule hat sich für die Investoren gerechnet.
Foto: Stephan Zenke

Die Gönninger profitierten von der Einspeisevergütung, obschon es ihnen wirklich weniger ums Geld denn um den Planeten gegangen ist. »Wir wollen für zukünftige Generationen Verantwortung übernehmen. Die Energiewende ist möglich«, betont Vogl, »deswegen freuen wir uns, dass die Anlage weiterbetrieben wird«. Am 1. Januar 2026 geht sie an die Stadt Reutlingen über. Der erzeugte Strom wird weitgehend von der Schule verbraucht werden, was einen Haufen Geld spart. Bedenklich blickt allerdings Klaus Fink in die Zukunft: »Die Bundespolitik versucht abzubremsen. Die wollen nicht mehr so viel Solarstrom«. (GEA)
http://www.sonnenenergie-neckar-alb.de/