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Stiftertafel in Bronnweiler Kirche enthüllt

Adventslieder-Wunschsingen und Enthüllung einer Stiftertafel in der Bronnweiler Marienkirche.

Uli Römer hat die Stiftertafel in der Bronnweiler Marienkirche enthüllt.
Uli Römer hat die Stiftertafel in der Bronnweiler Marienkirche enthüllt. Foto: Norbert Leister
Uli Römer hat die Stiftertafel in der Bronnweiler Marienkirche enthüllt.
Foto: Norbert Leister

REUTLINGEN-BRONNWEILER. Beim dritten »Wunschliedersingen« in der Marienkirche Bronnweiler sind die Sangeslustigen in Scharen gekommen. Die besondere Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Warum dieser Andrang? Vor der Kirche stand eine Stellwand, dort durften die Besucher ihre Stimmen für ihre Lieblings-Adventslieder abgeben. »Rund ein Drittel der Besucher kommt gar nicht aus Bronnweiler, sondern aus der näheren Umgebung«, sagte Pfarrerin Christine Wandel.

Was in der folgenden Stunde dann in der Marienkirche gesungen wurde, reichte von durchweg bekanntem Liedgut wie »Tochter Zion«, »Alle Jahre wieder« oder »O du fröhliche« bis zu Liedern, die offensichtlich weniger bekannt waren. Wie etwa »Maria durch ein Dornwald ging« oder »Herbei ihr Gläubigen«. Nicht im Programm war »Stille Nacht, heilige Nacht« – »das Lied wird nur an Weihnachten gesungen«, so Wandel. Die Gemeindepfarrerin bereicherte den musikalischen Nachmittag mit kleinen andächtigen Geschichten zum Nachdenken.

Sekt an der Spendertafel

Offensichtlich kam das Adventsliedersingen, das von Julia Aichelin an der Orgel begleitet wurde, nicht allein bei dem mehrheitlich älteren Publikum gut an: Auch das ein oder andere Kind kommentierte den Gesang lautstark – wohingegen ein Säugling am Rand selig in seinem Kinderwagen schlief.

Nach etwas mehr als einer Stunde war das gemeinsame Singen dann vorbei: Danach drängte ein Teil der Gäste zum Ausgang, während die Mehrheit der Kirchenbesucher in den Chorraum wollte. Dort wurde anlässlich der feierlichen Enthüllung einer Spendertafel Sekt in mehreren Varianten ausgeschenkt.

Mindestens 500 Euro pro Stifter

Nach den Worten von Mesner Andreas Adam ist zum 1. Januar 2025 eine Stiftung zum Erhalt und zur Renovierung der Bronnweiler Marienkirche gegründet worden. »Die Kirchengemeinde wird immer kleiner, die Kirche hat immer weniger Geld«, so die Begründung für die Stiftungsgründung. Innerhalb kürzester Zeit sind laut Christine Wandel 60.000 Euro zusammengekommen. Stifter dürfe jede und jeder werden, der bereit sei, mindestens 500 Euro zu geben. Am Sonntag lag der Betrag bei 87.000 Euro – »diese Summe hätte ich mir nicht träumen lassen«, betonte die Pfarrerin. 12.850 Euro seien nun im Verbrauchsvermögen, der Rest im Stiftungsvermögen.

Das Geld werde dringend benötigt, eine grobe Architektenschätzung sieht in den kommenden zehn bis 25 Jahren Planungs-, Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen für die Kirche in Höhe von etwa 125.000 Euro vor – langfristig werde ein Betrag von mehr als 550.000 Euro gebraucht.

Begleitung fürs Leben

Gründe für die finanzielle Unterstützung gebe es viele, betonte Wandel. Als Stiftungsratsvorsitzender führte Uli Römer seine persönliche Verbundenheit mit dem Bronnweiler Gotteshaus an: »Die Kirche begleitet mich schon mein ganzes Leben.« Er sei dort getauft und konfirmiert worden, habe in der Marienkirche geheiratet und sein Sohn sei ebenfalls dort getauft worden. »Die Kirche ist quasi mein geistiges Wohnzimmer«, so Römer.

»Die Stiftung wird hoffentlich dazu beitragen, dass die Marienkirche weiterbestehen wird – natürlich braucht Gott kein Haus, aber wir Menschen brauchen das«, resümierte Ulrich Römer. »Die Kirche ist mehr als Stein auf Stein«, sagte Christine Wandel. Das Gotteshaus habe für viele Menschen mit Emotionen zu tun. Trotz des Erfolgs des ersten Stiftungsjahres »wird es eine Herausforderung sein, die Stiftung aktuell zu halten«. Mehrere Aktionen seien in den kommenden Jahren geplant, »um das großartige Gebäude zu erhalten«, sagte die Pfarrerin, bevor sie den Startschuss zur Enthüllung der Stiftungstafel gab.

Die Tafel wurde von Melanie und Hartmut Müller gestaltet, darauf zu finden sind rund 70 Namen – hinter denen sich oftmals Paare oder auch ganze Familien verbergen, die für die Stiftung Geld gegeben haben. »Ein paar Stifter wollten auch gar nicht genannt werden«, sagte Römer. Natürlich sei es jetzt und künftig auch immer noch möglich, die Stiftung finanziell zu unterstützen – auf der Tafel werden die Geldgeber aber keinen Platz mehr finden. (GEA)