ENGSTINGEN. Troubleshooting im Rathaus, so bezeichnete Engstingens Bürgermeister Mario Storz die Arbeit der Verwaltung in den vergangenen Wochen bei den Bekanntgaben im Gemeinderat. Post und Bundeswehr hielten die Rathausmannschaft unerwartet unter Druck.
- Schließung der Postfiliale
Am 6. November wurde die Postfiliale in Engstingen überraschend geschlossen – zum Ärger der Bürger und von Unternehmen (der GEA berichtete). Verständigt wurde niemand, auch der Postkunde Rathaus Engstingen wurde erst auf Nachfrage am darauffolgenden Freitag knapp informiert. Die Filiale hätte »aus wichtigem Grund« kurzfristig geschlossen werden müssen, teilte die Post dem Rathaus wenig erhellend mit. Seither gab es keine weitere Information. Die Post wolle aber »in diesem Bereich eine neue Filiale einrichten«. Storz fand »dieses Vorgehen völlig inakzeptabel«. Er hofft auf eine schnelle Nachfolge, »die Postfiliale ist ein wichtiger Baustein der Daseinsfürsorge. Außerdem ist die Post gesetzlich verpflichtet, in einer Gemeinde unserer Größenordnung eine Filiale vorzuhalten«.
- Flächenwunsch der Bundeswehr
Die Landesverteidiger haben einen »Umwandlungsstopp für militärische Liegenschaften des Bundes« verkündet, davon betroffen ist auch der ehemalige Standortübungsplatz der Eberhard-Finckh-Kaserne. Bei allem Verständnis, das der Bürgermeister für den Flächenbedarf der Bundeswehr wegen zunehmender russischer Aggressionen zeigt: Den Umwandlungsstopp für das ehemalige Militärgelände auf der Haid hält er für nicht umsetzbar. »Für mich hat es den Anschein, als ob am Reißbrett eine Entscheidung getroffen wurde, ohne jegliche Ahnung von den Gegebenheiten vor Ort.«
Die Eberhard-Finckh-Kaserne existiert nicht mehr, fasste Storz zusammen, auf dem Gelände befindet sich heute der Gewerbepark Engstingen-Haid. Militärische Infrastruktur gebe es nicht mehr, die Flächen seien im privaten Besitz. Auf dem ehemaligen Standortübungsplatz gebe es noch einige Bunker im Besitz des Bundes, sie sind verpachtet und seit Jahrzehnten nicht mehr gewartet worden. Außerdem sei das Gelände »höchst mit Kampfmitteln belastet und nicht geräumt«. Und im Gewann Gangstetten auf den Flächen der ehemaligen Standortschießanlage steht mittlerweile eine Freiflächen-Photovoltaikanlage der Stadtwerke Tübingen.
Der Bundesforst wird außerdem Flächen auf der Haid als Kernzone in die Erweiterungskulisse des Biosphärengebiets Schwäbische Alb einbringen, Storz geht fest davon aus, »dass der Bund sich an die schriftlich vereinbarten Zusagen hält«.
- Kommunale Wärmeplanung
Für die Erstellung einer Wärmeplanung in der Gemeinde erhält Engstingen für die Jahre 2025 bis 203 51.000 Euro. Die Wärmeplanung soll die Energieagentur Reutlingen übernehmen, ein Angebot ist bereits eingegangen und wird zurzeit geprüft. Mit der Mittelzusage liege jetzt erstmals eine quantitative Größe für die Förderung der Planung vor, so Storz. (wu)


