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Vertreterversammlung der Vereinigte Volksbanken eG in Reutlingen

Wichtige Beschlüsse in der Stadthalle: Übernahme der VR-Bank eG Magstadt-Weissach und 2 Prozent Dividende

Vorstandsvorsitzender Jörg Niethammer (links) und Jörg Berner,  Aufsichtsratsvorsitzender der Vereinigte Volksbanken eG.
Vorstandsvorsitzender Jörg Niethammer (links) und Jörg Berner, Aufsichtsratsvorsitzender der Vereinigte Volksbanken eG. Foto: Pieth
Vorstandsvorsitzender Jörg Niethammer (links) und Jörg Berner, Aufsichtsratsvorsitzender der Vereinigte Volksbanken eG.
Foto: Pieth

REUTLINGEN. Die Vereinigte Volksbanken eG (Rechtssitz: Sindelfingen) übernimmt rückwirkend zum 1. Januar 2025 die deutlich kleinere und angeschlagene VR-Bank eG Magstadt-Weissach (Magstadt). Zudem erhalten die etwas über 80.000 Mitglieder der Vereinigten Volksbanken aus dem Bilanzgewinn von 2024 in Höhe von 2,736 Millionen Euro eine Dividende von 2 Prozent je Geschäftsguthaben. Diese beiden Beschlüsse hat die Vertreterversammlung des genossenschaftlichen Finanzinstituts am Dienstagabend in der Stadthalle Reutlingen gefasst. Es war die erste Volksbank-Versammlung dort seit 2019 – also seit sechs Jahren. Im Jahr 2020 hatte sich die damalige Volksbank Reutlingen der Vereinigte Volksbanken eG angeschlossen. Coronabedingt war seinerzeit die vorgesehene Versammlung abgesagt worden – die Reutlinger Vertreter stimmten dann der Fusion und damit dem Ende der rechtlichen Selbstständigkeit schriftlich zu.

Das Geschäftsgebiet der Vereinigte Volksbanken eG umfasst bisher große Teile des Landkreises Böblingen sowie Teile der Landkreise Reutlingen und Calw. Mit der bisherigen VR-Bank eG Magstadt-Weissach kommen weitere Gemeinden im Kreis Böblingen dazu. Der Übernahmebeschluss der Vertreterversammlung fiel bei 102 gültigen Stimmen mit 94 Ja- und zwei Nein-Stimmen eindeutig aus. Bereits am 22. Mai hatte sich die Vertreterversammlung der VR-Bank, wie berichtet, einstimmig für die Verschmelzung entschieden.

Verkleinerung des Aufsichtsrats

Die VR-Bank steht für eine Bilanzsumme von 267 Millionen Euro und 44 Beschäftigte. Knapp 5.000 Mitglieder sind ihre Teilhaber – wobei etwa 1.100 davon bereits jetzt auch Mitglieder der Vereinigte Volksbanken eG sind. Wie Lothar Schmid vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband (BWGV) aus dem Prüfungsgutachten vortrug, leidet das Finanzinstitut unter »einer vollkommen unzureichenden Ertragslage«. Trotz eines Ergebnisses der normalen Geschäftstätigkeit von minus 4,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr warb Jörg Niethammer, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Volksbanken, für die Aufnahme »des logischen Partners« und den Ausbau des Modells Vereinigte Volksbanken. »Risiken sind bereits im Abschluss 2024 verarbeitet«, sagte Niethammer. Zudem gebe es eine Garantieerklärung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) für mögliche weitere entstehende Risiken, fügte der Chef des Geldhauses hinzu.

Die Vereinigte Volksbanken eG mit 673 Beschäftigten wies für 2024 bei einer Bilanzsumme von 5,251 Milliarden Euro ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 35,9 Millionen Euro aus. Dies ermöglichte, nach Steuerzahlungen von 16,9 Millionen Euro, dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 15,5 Millionen Euro zuzuführen. Vom Jahresüberschuss von 3,456 Millionen Euro und einem Gewinnvortrag flossen weitere 800.000 Euro in Rücklagen. »Wir sind 2024 einige wichtige Schritte vorangekommen«, erklärte Niethammer.

Diskussion über Dividendenhöhe

Ein Vertreter merkte an, ihm erscheine der Dividendenvorschlag von 2 Prozent sehr niedrig. Niethammer entgegnete, man lese höhere Prozentzahlen. Er verwies indes auf die Dividendensumme von 2,721 Millionen Euro und sagte: »Wir erachten es als sinnvoll, Wachstum in der Zukunft zu ermöglichen.« Dafür benötige die Bank Eigenkapital. Niethammer wies zudem darauf hin, dass die Mitglieder der Bank Privilegien bei Konto- und Depotführungsgebühren genössen.

Aufsichtsratsvorsitzender Jörg Berner hatte eingangs die Wahl des Versammlungsorts Reutlingen als »Zeichen unseres gelebten Regionalkonzepts« hervorgehoben. Er, Christoph Fauser-Leiensetter und Kai-Markus Schenek wurden als Aufsichtsräte wiedergewählt. Die Mandate des 2024 verstorbenen Wolfgang Röhm und der nicht wieder kandidierenden Nicolette Amhoff, wurden nicht nachbesetzt. Vielmehr entschied die Versammlung, dass per Satzungsänderung der Aufsichtsrat von 18 auf 15 Mitglieder, darunter bisher 6 (künftig 5) Arbeitnehmervertreter, verkleinert werden soll.

Amhoff, 13 Jahre Aufsichtsrätin von Volksbank Reutlingen und Vereinigte Volksbanken eG, erhielt die Ehrenurkunde des BWGV. Hartmut Meichsner, seit 25 Jahren Aufsichtstrat, bekam die Ehrennadel in Silber des BWGV. (GEA)