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Schlecker-Betriebsratschefin: Wo bleibt die Politik?

Ehingen (dpa) - Schlecker-Gesamtbetriebsratschefin Christel Hoffmann ist sauer auf die Politik. »Ich fühle mich sehr alleingelassen«, sagte sie am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Sie habe keinen Anruf, keine E-Mail, gar keine Reaktion auf die harten Einschnitte bekommen, die Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwoch verkündet hatte. Lediglich die Lokalpolitik habe sich gemeldet.

»Es geht um die Schicksale von tausenden Bundesbürgerinnen«, erklärte Hoffmann. Denen habe die Nachricht, dass rund 12 000 Arbeitsplätze wegfallen, »den Boden unter den Füßen weggezogen.« Sie habe erwartet, dass sich zum Beispiel Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) oder jemand aus der baden-württembergischen Landesregierung äußere.

»Wenn man sich Fälle wie Opel anschaut, da war das ganz anders«, so Hoffmann. »Da bin ich jetzt mal ganz ketzerisch und sage: da ging es ja auch um Männer-Arbeitsplätze.« Auch bei anderen staatlichen Rettungsmaßnahmen für die Wirtschaft sei es ganz anders zugegangen, erklärte sie. Nun müsse möglichst schnell eine Transfergesellschaft her, um den Schlecker-Frauen eine Perspektive zu ermöglichen.

Zugleich ruhe viel Hoffnung auf dem Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. »Wir konnten ihm ansehen, wie schwer es ihm fiel, uns am Mittwoch die schlechten Nachrichten zu überbringen«, sagte die 58-Jährige. Geiwitz vertrauten sie und ihre Kolleginnen - denn er habe bei allen schlechten Nachrichten deutlich gemacht, dass es ihm darum gehe, Schlecker zu erhalten, »wenn auch nur mit 3000 Filialen.«